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Erbrechen bei Katzen: Was tun?

Das Erbrechen bei Katzen ist eine der häufigsten gesundheitlichen Sorgen für Katzenbesitzer:innen. Während die Ursache etwas so Normales wie ein Haarball oder eine einfache Magenverstimmung sein kann, könnte das Erbrechen der Katze aber auch auf etwas Schwerwiegenderes hindeuten, das tierärztliche Hilfe erfordert.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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In diesem Beitrag helfen wir dir zu beantworten, ob deine Katze zum Tierarzt muss oder wie du deine Katze in milden Fällen auch zu Hause behandeln kannst. Weitere Informationen zu Anzeichen, Ursachen und Behandlung von Erbrechen bei Katzen findest du hier.

Häufige Gründe, warum Katzen sich übergeben

Es kann viele Gründe geben, warum Katzen sich übergeben. Die häufigsten Gründe sind folgende:

  • Durch die Fellpflege sammeln sich Haare im Magen besonders bei Hauskatzen. Diese erbricht die Katze gelegentlich. Das ist normal, wenn es nicht zu häufig passiert

  • Die Katze hat zu schnell gefressen. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn zwei Katzen nebeneinander essen und zu Futterneid neigen

  • Infektionskrankheiten wie das Panleukopenie-Virus bei Katzen

  • Wenn eine Katze etwas Falsches frisst

  • Verschlucken eines Gegenstandes, der eine Magen- oder Darmobstruktion verursacht (Fremdkörper)

  • Plötzliche Ernährungsumstellung

  • Magen- und Darmparasiten

  • Reisekrankheit

  • Toxine / Gifte

  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

  • Nebenwirkungen von Medikamenten

  • Chronische Erkrankungen wie entzündliche Darmerkrankungen (IBD) oder Nierenerkrankungen

  • Stress durch Umzug oder andere Veränderungen in ihrer Umgebung / Routine

  • Plötzliches Auftreten von Nierenerkrankungen / -versagen

  • Diabetes Mellitus

  • Hyperthyreose

  • Obstruktive Harnwegserkrankung

  • Lebensmittelallergie

  • Hitzschlag

Ansteckende Krankheit

Wie Kinder sind Kätzchen häufig anfällig für viele Arten von Infektionen, insbesondere wenn sie in jungen Jahren nicht die richtigen Impfstoffe erhalten. Diese Infektionen, wie das Panleukopenie-Virus bei Katzen, können bei Kätzchen und Katzen Erbrechen verursachen. Das Katzen-Panleukopenie-Virus ist hoch ansteckend und kann insbesondere bei jungen Kätzchen tödlich sein. Kätzchen sollten ab 6-8 Wochen und dann – je nach verwendetem Impfstoff 2 - 3 mal geimpft werden, bis sie 16-18 Wochen alt sind. Sobald sie erwachsen sind, müssen sie weiterhin jährlich Impfstoff-Booster erhalten, um sie vor diesen Infektionskrankheiten zu schützen.

Lies hier mehr über die Impfung deiner Katze oder deines Kätzchens!

Magenverstimmung

Wenn eine Katze etwas Falsches frisst, wie Milchprodukte (Milch, Käse, Eis), Gras, Hundefutter oder andere Dinge, kann dies bei der Katze zu Erbrechen führen. Lies in den folgenden Artikeln mehr über Lebensmittel in Haushalten, die bei einer Katze zum Erbrechen führen kann:

Alles, was man über Schokoladentoxizität bei Haustieren wissen muss

Können Hunde und Katzen Lebkuchen essen?

Fremdkörper

Katzen sind von Natur aus Raubtiere und genießen die Jagd. Dies schließt sogar leblose Objekte wie Schnur, Garn und Faden ein. Wenn eine Katze kaut und anfängt, eine Schnur zu verschlucken, schluckt sie oft sogar die gesamte Länge hinunter. Dies führt im schlimmsten Fall zu einem Magen- oder Darmverschluss mit Anzeichen von Erbrechen.

Katzen fressen zudem gerne Hühnerknochen oder andere Tierknochen, die den Magen oder Darm perforieren (durchstechen) und somit ein lebensbedrohlicher Fremdkörper sein können.

Wenn die Vermutung besteht, dass die Katze oder das Kätzchen irgendeine Form von Schnur, Hühner- oder anderen Knochenarten gefressen hat und / oder sich erbricht, sollte man sich sofort an die Tierärzt:in wenden. Bitte NICHT versuchen, den Faden selbst herauszuziehen, da dies den Darmtrakt weiter schädigen kann!

Plötzliche Futterumstellung

Das Futter einer Katze plötzlich von einem auf den anderen Tag zu ändern, kann häufig zu Erbrechen führen. Daher ist es wichtig das neue Futter mit dem alten zu vermischen (über einen Zeitraum von 7-14 Tagen). Die Menge des neuen Futters wird dabei stetig gesteigert, während die Menge des alten Futters immer weniger wird.

Parasiten

Wenn eine Katze gerne Vögel, Mäuse oder andere Nagetiere fängt, ist sie anfälliger für Würmer, die oft Erbrechen und andere Symptome auslösen, wie Durchfall und Gewichtsverlust.

Kätzchen z.B. haben häufig Rundwürmer in ihrem Kot und manchmal kann man sie sogar in ihrem Erbrochenen erkennen. Die Tierärzt:in wird bei den ersten Untersuchungen wahrscheinlich eine Kotprobe verlangen, um diese auf Parasiten zu untersuchen und eine regelmäßige Entwurmung empfehlen.

Reisekrankheit

Katzen tendieren bei Reisen oder langen Fahrten zu einer Übelkeit und erbrechen manchmal sogar während der Autofahrt. Die Tierärzt:in kann durch bestimmte Medikamente, die die Übelkeit und somit auch das Erbrechen stoppen, Abhilfe verschaffen. Das ist besonders bei einer langen Autofahrt ratsam.

Toxine/Gifte

Katzen reagieren teilweise sehr sensibel auf einige gewöhnliche Zimmerpflanzen und andere Haushaltsprodukte. Lies mehr über potentielle Pflanzen- und Haushaltsgifte für Katzen im folgenden Artikel:

Ist Schokolade für Katzen gefährlich?

Pankreatitis

Anzeichen von Krankheiten wie Pankreatitis können bei Katzen oft subtil und mild verlaufen. In einigen Fällen kann die Katze aber auch plötzlich und schwer krank werden. Leider ist die Ursache oft unbekannt.

Daher ist es wichtig, die Ernährung einer Katze zu überwachen und schriftlich festzuhalten, wie oft sich eine Katze erbricht (täglich, wöchentlich, monatlich) und ob sie Phasen hat, in denen sie nicht fressen möchte.

Nach gründlicher Untersuchung der Katze und vollständiger Anamnese empfiehlt die Tierärzt:in spezielle Tests, um eine Pankreatitis oder andere Krankheiten auszuschließen und eine geeignete Behandlung zu verschreiben.

Stress

Katzen lieben Routine. Jede Veränderung ihres Tagesablaufs führt häufig zu Stress und Symptomen wie Erbrechen. Änderungen können umweltbedingt sein, z. B. Umzüge oder Renovierungen von Häusern bzw. Wohnungen oder generelle Veränderungen in der Routine, z. B. ein neuer Tagesplan oder eine neue Unterbringung. Lies mehr über Stress und Angst der Katze im folgenden Artikel: Geräuschangst bei Katzen und Hunden

Chronische Krankheiten

Entzündliche Darmerkrankungen, chronische Lebererkrankungen, chronische Nierenerkrankungen, Hyperthyreose, Diabetes und viele mehr zeigen Symptome von Übelkeit und Erbrechen bei Katzen.

Katzen mit Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust und vermindertem Appetit müssen von einer Tierärzt:in untersucht werden, um die Ursache und damit die empfohlenen Behandlungsoptionen herauszufinden.

Warte nicht länger als 12 bis 24 Stunden, um eine:n Tierärzt:in zu kontaktieren, sobald du zum ersten Mal bemerkst, dass deine Katze nicht frisst, Gewicht verliert und sich erbricht.

Obstruktive Harnwegserkrankung

Katzen mit Harnwegserkrankungen müssen sich ebenfalls häufig erbrechen. Lies hier mehr über die Obstruktive Harnwegserkrankung bei Katzen.

Wenn Katzen Urin tröpfelnd verlieren, das Katzenklo öfter als normal besuchen, aber nur wenig bis gar keinen Urin produzieren, sollte unbedingt ein:e Tierärzt:in kontaktiert oder direkt in die nächste Notfallklinik gefahren werden. Denn es könnte sich dabei um ein lebensbedrohliches Problem handeln, das sofortige tiermedizinische Versorgung bedarf.

Futtermittelallergie

Auch Katzen können eine Futtermittelallergie auf einen Inhaltsstoff entwickeln, den sie vielleicht schon Monate oder Jahre lang gegessen haben. Ein Symptom dafür kann unter anderem das Erbrechen sein, das häufig intermittierend ist.

Andere Anzeichen einer Futtermittelallergie sind Gewichtsverlust, intermittierender Bauchschmerz, weicher Kot, Durchfall, Blähungen, eine vermehrte Menge an Kot (mehr als 3 Mal am Tag), Kratzen/Lecken im Bereich des Anus und eine wiederkehrende Entzündung der Analdrüsen.

Wenn du dir Sorgen machst, dass deine Katze eine Futtermittelallergie hat, kontaktiere gerne eine: n unserer Tierärzt:innen. Sie können die Erstuntersuchung deiner Katze übernehmen.

Hitzschlag

Katzen mögen Hitze und suchen daher vermehrt warme Plätze in der Sonne auf, um dort zu schlafen oder sich einfach zu entspannen. Allerdings können sie, ebenso wie Menschen, einen Hitzschlag erleiden, wenn sie zu langer extremer Hitze ausgesetzt sind. Eines der Symptome ist das Erbrechen.

Klicke auf den folgenden Link, um mehr über die Anzeichen und Symptome eines Hitzschlags bei Katzen zu lernen und wie man diesen vorbeugt.

Hitzschlag bei Katzen

Anzeichen von schwerer Übelkeit und Erbrechen bei Katzen

Erkennst du eine oder mehrerer dieser folgenden Anzeichen, dann kann das auf Übelkeit hindeuten:

  • Übelkeit: Speicheln, Lippen ablecken, übermäßiges Schlucken

  • Erbrechen: Starke, abdominale Kontraktionen und Kopfnicken. Wichtig ist die Farbe, die Menge, wie oft und wann die Katze das letzte Mal gefressen hat.

  • Fieber

  • Blasses oder kaltes Zahnfleisch, manchmal wirkt das Zahnfleisch oder das Weiß der Augen gelblich

  • Ruhig oder lethargisch

  • Gewichtsverlust

  • Verminderter Appetit oder Verweigern von Futter

Wieso würgt meine Katze unverdautes Futter hoch?

Katzen fressen ihr Futter manchmal zu schnell und das Ergebnis ist das erneute Hochwürgen des unverdauten Futters. Bei einem Mehrkatzenhaushalt sollten die Tiere daher getrennt voneinander gefüttert werden, um Futterneid zu verhindern.

Auch ein Futterspielzeug oder eine Futtermaschine ist sinnvoll, damit die Katzen nach ihrem Futter „jagen“ müssen. Das hilft zudem dabei kleine Mengen Futter auf den Tag zu verteilen und bietet eine Beschäftigung, um Langeweile zu verhindern.

Häufiges Erbrechen bei Katzen: Wieso übergibt sich meine Katze immer weiter?

Wenn sich eine Katze mehr als einmal in einem 24-Stunden Zyklus übergibt, wird es Zeit eine:n Tierärzt:in anzurufen. Dort wird die Katze gründlich untersucht und die richtigen Tests gemacht, um die Ursache für das Erbrechen herauszufinden. Bei häufigem Erbrechen kann eine Katze zusätzliche Unterstützung benötigen wie eine intravenös oder subkutan zugefügte Flüssigkeit, ebenso wie andere Medikamente gegen Dehydration, Übelkeit und Schmerzen.

Hausmittel gegen Erbrechen bei Katzen

Bei Katzen, die ansonsten gesund wirken, sich normal verhalten und kein Blut erbrechen, kann man auch von zu Hause eine unterstützende Behandlung beginnen. (Rezepte und Fütterungsempfehlungen weiter unten)

1. Deine Katze sollte immer Zugang zu frischem Wasser haben. Die durchschnittliche Katze trinkt täglich etwa 100 – 150 ml pro Tag. Katzen und Kätzchen, die erbrechen, benötigen viel mehr Wasser, um nicht zu dehydrieren.

2. Gib der Katze Ruhe, um sich zu erholen.

3. Wenn bei der Katze eine Krankheit diagnostiziert wurde, die für andere Katzen gegebenenfalls ansteckend ist, sollte die kranke Katze von den anderen isoliert werden.

Lies hier mehr für Rezepte und Fütterungsempfehlungen:

Magen-Darm-Diäten für Hunde und Katzen

4. Fastenkur für 12-24 Stunden.

5. Katzen, die weniger als 4 kg wiegen, sowie Kätzchen sollten nicht fasten, da bei ihnen ein hohes Risiko von niedrigem Blutzucker besteht.

Schonkost für Katzen bei Erbrechen

Biete deiner Katze eine hausgemachte milde Diät in kleinen Portionen an, die hochwertiges Protein und Kohlenhydrate enthalten oder eine verschriebene Darmdiät, empfohlen von ein:er Tierärzt:in. Durch eine Schonkost entlastest du den empfindlichen Magen der Katze.

Eine geeignete Schonkost, kann wie folgt aussehen.

Geeignetes Proteinquellen sind z.B.:

  • Gekochte Hühnerbrust

  • Gekochter weißer Fisch

  • Gekochter Truthahn

  • Gekochtes Ei

Geeignete Kohlenhydrate sind:

  • Mit Wasser gekochter Milchreis

  • Gekochte Nudeln

Sobald gekocht und abgekühlt, sollte das hausgemachte Futter in kleinen Mengen gegeben werden. Die Flüssigkeit vom gekochten Reis kann sogar beigemengt werden, um der Katze noch mehr Flüssigkeit zu geben.

Das selbst gekochte Futter sollte unbedingt im Kühlschrank gelagert werden und nur in kleinen Mengen zubereitet werden, damit es immer möglichst frisch und lecker bleibt.

Vor der Fütterung sollte es Zimmertemperatur annehmen, bevor es der Katze angeboten wird. Falls dafür eine Mikrowelle genutzt wird, muss natürlich überprüft werden, dass es nicht zu heiß ist.

Füttere zu Beginn 1/3 Protein auf 2/3 Kohlenhydrate in kleinen Mengen, dafür jedoch 3-5-mal am Tag. Die Menge variiert je nachdem wie viel die Katze wiegt. Dein:e Tierärzt:in wird dir genau sagen können, wie viel gut für deine Katze ist.

Je besser sich die Katze wieder fühlt, desto größer (wenn auch langsam nach und nach) kann die Portion werden, aber dafür weniger häufig am Tag.

Sobald es der Katze wieder einige Tage lang gut geht, kann sie langsam an ihr normales Futter gewöhnt werden. Auch hier ist es wichtig, die beigemengte Menge nur langsam zu vergrößern, um keine weitere Magenverstimmung zu riskieren.

Wann muss meine Katze zur Tierärzt:in?

Werden du folgende Symptome bei der Katze bemerkst, braucht sie tiermedizinische Hilfe:

  • Mehrmaliges Erbrechen in einer Stunde oder anhaltendes Erbrechen, obwohl das Essen 12-24 Stunden lang zurückgehalten wurde. Es ist wichtig zu beachten, dass Katzen nicht länger als 24 Stunden fasten sollten (Futter zurückhalten), da dies zu einer lebensbedrohlichen Lebererkrankung führen kann, die als Leberlipidose bezeichnet wird.

  • Kann das Wasser nicht drin behalten

  • Blut im Erbrochenen

  • Wird schwächer und ist weniger aktiv

  • Schmerzhafter Abdomen (Bauch)

  • Verweigert Futter und/ oder trinkt mehr als 24 Stunden lang nicht

  • Dehydriert (trockenes, klebriges Zahnfleisch)

  • Wenn der Verdacht besteht, dass die Katze etwas verschluckt hat, dass den Magen oder den Darm perforieren könnte, wie z.B. Geschenkband, Schnur oder Knochen

  • Wenn es der Katze nach 1-2 Tagen häuslicher Pflege nicht besser geht (junge Kätzchen oder Katzen, die älter als 10 Jahre sind, ebenso wie Katzen mit chronischen Krankheiten sollten früher eine:n Tierärzt:in sehen)

  • Katzen, die an chronischem Erbrechen leiden (einmal oder zweimal im Monat), sogar wenn man nur Haarbälle verdächtigt

Du hast noch mehr Fragen zum Erbrechen bei Katzen?

Vereinbare gerne einen Videotermin mit einer unserer Tierärzt:innen

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