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5 gute Tipps, wie Du Dein Haustier nach der Corona-Quarantäne wieder allein zu Hause lassen kannst

Hunde sind soziale Lebewesen, die sich nicht nur eng an andere Hunde binden, sondern in der Regel auch an ihre Besitzer, deren Familienmitglieder und andere tierische Mitbewohner. Besonders währen des Lockdowns der Corona-Zeit haben unsere Haustiere die vermehrte Zuwendung von uns sicherlich sehr genossen. Nach und nach kehren wir nun in unseren Vor-Corona-Alltag zurück, - und für einige unserer Haustiere bedeutet das: Sie müssen wieder mehrere Stunden allein zu Hause verbringen.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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Hunde, und insbesondere ängstliche/unsichere Hunde, brauchen Routine im Alltag; deshalb ist es wichtig, dass das Alleinsein nicht abrupt wieder stattfindet, sondern dass das Tier langsam wieder daran gewöhnt wird, sonst drohen u. a. Panikattacken.

Unsere Empfehlungen für einen guten Übergang nach dem Covid-19 Lockdown für Haustiere:

1. Trainiere das Alleinbleiben

Beginne mit kurzen Trainingseinheiten von maximal 5 Minuten zwei- bis dreimal am Tag. Steigere die Zeit des Alleinbleibens schrittweise (z. B. 5 Min., 10 Min., 15 Min. etc.). Erst wenn der Hund bei einer Zeiteinheit zwei Tage lang ruhig war, wird die Dauer erhöht. Sobald der Hund ruhig eine Stunde allein bleiben kann, können größere Zeitsprünge gewagt werden (1 Std., 2 Std., 3 Std. etc.). Aufregung beim Hund ist ein sicheres Zeichen für zu schnelle Trainingsschritte; in dem Fall sollte das Training für diesen Tag beendet werden und erst am darauffolgenden Tag mit einem kurzen Alleinbleiben begonnen werden. Während dieses Trainingsaufbaus sollte der Hund nur in kontrollierten Trainingseinheiten allein gelassen werden, sonst werden bereits erzielte Trainingserfolge wieder zunichte gemacht.

2. Ein fröhlicher Abschied

Der Abschied sollte immer knapp, aber freundlich gehalten werden. Es ist nicht sinnvoll, den Hund schon längere Zeit vor dem Verlassen der Wohnung zu ignorieren. Gewöhne Dir ein Ritual an, indem Du Deinem Hund zum Abschied ein Spielzeug gibst und dann zügig gehst, ohne den Hund zu bemitleiden oder zu beruhigen.

3. Spielzeuge

Der Hund soll lernen, dass sich auch angenehme Dinge ereignen, wenn er allein ist, und dass er sich selbst gut beschäftigen kann. Gib Deinem Hund z. B. einen mit Feuchtfutter oder Trockenfutter gefüllten "Kong®", der vorher im Gefrierschrank gelegen hat. Der Hund kann auch andere "sichere" Spielsachen, z. B. Kaustricke mit einem besonderen Duft, bekommen. Variiere täglich mit verschiedenen Spielsachen, damit sie ihren Reiz nicht so schnell verlieren.

4. Begrüßung bei der Rückkehr

Eigentlich gibt es keine wirkliche Begrüßung bei der Rückkehr. Ignoriere Deinen aufgeregten Hund solange, bis er sich wieder beruhigt hat, dann erst schenke ihm Deine Aufmerksamkeit und beschäftige Dich ausgiebig mit ihm. Damit belohnst Du erwünschtes Verhalten. Denk daran, die Spielzeuge wieder wegzuräumen, denn die gibt es nur in Deiner Abwesenheit.

5. Die Verwendung von Pheromonen (z. B. „Adaptil“ ®) oder Futterzusätzen wie „Zylkene“® bzw. „Anxitane“® kannst Du zur Unterstützung beim Alleinsein verwenden.

Bewährt hat sich auch eine Mischung aus Bachblüten, wie z. B. Nr. 1 Agrimony, Nr. 4 Centaury, Nr. 5 Cerato und Nr. 14 Heather. Manchmal kommen Hunde mit dem Alleinsein besser zurecht, wenn das Platzangebot beschränkt ist. Dein Hund muss nicht die ganze Wohnung für sich zur Verfügung haben. Es kann auch sinnvoll sein, mit Deinem Hund das Entspannen auf Kommando zu üben oder ein Platztraining zu absolvieren. Kontaktiere eine qualifizierte Hundeschule in Deiner Umgebung und lass Dich diesbezüglich beraten.

Junge Hunde unter zwei Jahren und Welpen solltest Du grundsätzlich nicht allein lassen, schließlich lässt Du ja auch kein Kind allein zu Hause. Sie sind besser in einem Hunde-Kindergarten oder bei einem Gassigeher untergebracht, wenn Du nicht zu Hause sein kannst. Grundsätzlich sollten Hunde – egal welchen Alters – nicht länger als 5-6 Stunden am Stück allein zu Hause sein.

Wenn Dein Hund allein ist, können folgende Symptome auftreten:

• Bellen, Jaulen, Winseln, das länger als ein paar Minuten anhält

• Unsauberkeit (Urin oder Kot)

• Erbrechen

• Zerstören von Gegenständen

• Extremes Speicheln

• Psychogene Anorexie: Verweigerung der Futteraufnahme auch bei großem Hunger

• Aggression beim Abschied

Wenn Du zu Hause bist, können folgende Symptome auftreten:

• Dein Hund folgt Dir ständig wie ein Schatten

• Er liegt an Kontrollpunkten, damit er immer sieht, wo Du bist

• Sobald Du Dich zum Gehen fertigmachst, wird er ängstlich und unruhig

Manchmal ist es auch eher eine „Wut“ als eine „Angst“, die Dein Hund beim Alleinsein empfindet. Um das genauer herauszufinden und eine darauf abgestimmte Trainingsmethode zu entwickeln, ist es notwendig, eine Kamera aufzustellen und den Hund beim Alleinsein zu filmen. Die analytische Auswertung inkl. Diagnose mit einem geschulten Tierarzt in Verhaltensfragen ist dann die Grundlage für eine weitere, erfolgreiche Therapie und Training. Manchmal ist dann eine zusätzliche, zeitlich beschränkte, medikamentöse Therapie notwendig, z. B. zur Erhöhung des Serotoninspiegels, um die Angst Deines Hundes zu reduzieren und das Training zu unterstützen.

Bedenke bitte, dass jede Form von Angst Leid für Deinen Hund bedeutet. Wenn Du mit einem zielgerichteten Training nicht erfolgreich bist, scheue Dich nicht, einen Tierarzt aufzusuchen, der sich auf Verhaltenstherapie spezialisiert hat. Er wird Dich nach Euren Gewohnheiten befragen, den Background Deines Hundes ermitteln (Tierschutzhund, schlechte Erfahrungen etc.), Deinen Hund klinisch untersuchen und einen individuellen Therapieplan für Deinen Hund und Dich erarbeiten. Und wenn Du Dich unsicher dabei fühlst, allein zu trainieren, kannst Du Dir zusätzliche Unterstützung bei einem qualifizierten Hundetrainer holen.

„Trennungsangst“ bei der Katze

Im Gegensatz zu den ethologischen Gewohnheiten des Hundes (z. B. Leben im Rudel/Gruppe) sind Katzen an sich Einzelgänger. Sie pflegen zwar auch eine bindungsähnliche Beziehung zu ihrem „Dosenöffner“, aber eine Trennungsangst als solches ist bei der Katze nicht existent.

Allerdings kann es bei Wohnungskatzen, deren tierartspezifische Bedürfnisse innerhalb der Wohnung nicht ausreichend befriedigt werden, zu ähnlichen Symptomen kommen. Dann handelt es sich jedoch nicht um eine Trennungsangst, sondern möglicherweise um eine Depression der Katze aufgrund unzureichender Lebensbedingungen oder um Stress im Mehrkatzenhaushalt (dazu kannst Du bald in einem anderen Artikel Näheres erfahren).

Wenn Du folgende Symptome bei Deiner Katze bemerkst, solltest Du mit Deinem Tier einen Tierarzt, der auf Verhaltenstherapie spezialisiert ist, aufsuchen. Gemeinsam mit Deinem Haustierarzt werden dann die möglichen Ursachen für diese Symptome sowohl aus klinischer wie auch aus verhaltenstherapeutischer Sicht analysiert und abgeklärt:

• Urin und/oder Kot außerhalb des Katzenklos

• Lautes, ansteigendes Schreien

• Fellverlust durch zu häufiges Putzen

• Gewichtszunahme

• Sehr anschmiegsam

• Wechselnde Stimmung

• Verstecken

Hast Du noch Fragen?

Dann buche gerne eine Video-Konsultation bei einem unserer Tierärzte.



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