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Verstopfung bei Hund und Katze

Manchmal bekommen Hunde und Katzen Verstopfung. Die Ursachen variieren je nach Alter, Individuum, Geschlecht, Art und möglicher Vorerkrankung. In den meisten Fällen verschwindet eine leichte Verstopfung innerhalb weniger Tage von selbst, manchmal mit Hilfe kleinerer Maßnahmen zu Hause. Sie kann sich jedoch zu einer ernsthaften Erkrankung entwickeln, wenn Du nicht rechtzeitig Hilfe suchst.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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Ursachen von Verstopfung (Koprostase)

Bei einer Verstopfung verbleibt das aufgenommene Futter länger als üblich im Dickdarm. Es kommt dort zu einer sogenannten Anschoppung des Kots, der sich zu harten Ballen formt. Das kann unter Umständen schmerzhaft für das Tier sein. Die Ursachen für eine Verstopfung können sehr verschieden sein, z. B.:

  • Reichliche Knochenfütterung beim Barfen
  • Ballastreiche Fütterung
  • Fehlende Bewegung
  • Geringe Wasseraufnahme
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Schmerzen
  • Orthopädische Probleme
  • Fremdkörper im Darm
  • Prostatavergrößerung
  • Haarballenbildung
  • Analbeutelentzündung


Symptome von Verstopfung

Anzeichen von Verstopfung können sein, dass der Hund oder die Katze in der typischen Hockstellung immer wieder versucht Kot abzusetzen. Aber auch Appetitlosigkeit, Müdigkeit, gelegentliches Erbrechen sowie Blähungen und Druckempfindlichkeit gehören zu den möglichen Symptomen. Besonders bei Katzen können die beobachteten Anzeichen mit Harnwegsproblemen (Harnverhaltung) verwechselt werden, die eine ernste Gefahr darstellen.

Diagnose

Eine Verstopfung ist in der Regel schnell festgestellt. Es kann allerdings bei der weiteren Diagnostik, vor allem wenn die Verstopfung chronisch ist, durchaus etwas kompliziert werden, die eigentliche Ursache herauszufinden und abzustellen. Dann sind weitergehende Untersuchungen durch Deinen Haustierarzt notwendig.

Oftmals wird als erste Maßnahme ein Röntgenbild angefertigt, um die Diagnose zu bestätigen und Verdachtsdiagnosen auf Fremdkörper oder Zubildungen auszuschließen. Je nach Allgemeinzustand des Tieres und Vorbericht wird sich Dein Tierarzt neben einer Akutbehandlung (z. B. Einlauf) ggf. zu weiteren Laboruntersuchungen oder einem Ultraschall des Bauchraums entscheiden.

Behandlung

Wenn es dem Hund oder der Katze ansonsten gut geht, keine anderen bekannten Krankheiten vorliegen und kein Verdacht auf eine ernsthafte Ursache für Verstopfung besteht, kannst Du versuchen, eine leichte Verstopfung zu Hause zu behandeln. Eine behutsame Massage des Bauches kann Dein Haustier bei der Darmtätigkeit unterstützen. Vermenge das Futter mit Wasser oder gib gleich suppiges Futter, achte bitte auf kleine Portionen. Mach einen längeren, ruhigen Spaziergang mit Deinem Hund.

Animiere Deine Katze mit einem Zimmerspringbrunnen zur vermehrten Flüssigkeitsaufnahme. Insbesondere bei der Katze kann es sein, dass diese deswegen eine Verstopfung hat, weil sie das Katzenklo nicht benutzen möchte. Denke bitte daran, das Katzenklo stets sauber zu halten; für eine Katze benötigst Du zwei Katzenklos, weil Katzen Kot und Urin an unterschiedlichen Stellen gerne absetzen. In einem Mehrkatzenhaushalt rechnest Du die Anzahl der vorhandenen Katzen plus eins.

Bei Verdacht auf eine akute Verstopfung kannst Du das Futter mit ein bisschen Lactulose vermengen. In der Regel kannst Du Dir das bei Deinem Haustierarzt auch ohne Termin abholen. Sollte Dein Haustier grundsätzlich zu Verstopfungen neigen, kannst Du Deinem Hund regelmäßig Flohsamenschalen ins Futter mischen und Deiner Katze eine Malzpaste gegen Haarballenbildung, die Du bei Deinem Haustierarzt bekommst, verabreichen.

Behandlung in der Klinik

Abhängig vom Grad der Verstopfung und dem Zustand des Tieres musst Du Dein Tier gegebenenfalls zur Behandlung auch notfallmäßig in einer Kleintierklinik vorstellen. Nach einer Allgemeinuntersuchung wird in der Regel ein Röntgenbild angefertigt, um Fremdkörper oder Tumore im Darm auszuschließen, bevor die Behandlung beginnt. Häufig wird dann zunächst ein Darmeinlauf mit einem sogenannten Klistier gemacht, so dass Dein Tier danach oft spontan allein Kot absetzen kann. Manchmal hilft zusätzlich die einmalige Gabe von Schmerzmitteln zur Unterstützung.

Je nach Allgemeinzustand Deines Tieres kann eine intravenöse Zufuhr von Flüssigkeit ergänzend notwendig sein.

So kannst Du die Gefahr einer Verstopfung verringern

Du kannst einiges tun, um eine leichte Verstopfung zu verhindern:

Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind wichtige Eckpfeiler bei der Prophylaxe. Auch Wohnungskatzen sollten sich regelmäßig bewegen, z. B. auf einem Laufband.

Stell sicher, dass ausreichend genug saubere Katzenklos an geeigneten Orten vorhanden sind. Pflege das Fell Deiner Katze regelmäßig und verabreiche ihr eine Malzpaste gegen Haarballenbildung. Achte darauf, dass Dein Haustier genügend Flüssigkeit aufnimmt.Sollte Dein Haustier zu Verstopfung neigen, menge dem Futter ein bisschen Speiseöl, Flohsamenschalen, Kleie oder Lactulose bei. Achte beim Barfen auf den richtigen Anteil von Knochen in der Gesamtfuttermenge.

Wann sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen?

Wenn das Allgemeinbefinden Deines Haustieres gestört ist oder Dein Hund oder Deine Katze sich unablässig damit quält, Kot abzusetzen bzw. dem Kot Blutspuren beigemengt sind, dann ist es an der Zeit, zeitnah einen Termin bei Deinem Haustierarzt zu machen. Auch wenn die Verstopfung bei einer Behandlung mit Hausmitteln nach wenigen Tagen nicht von allein verschwindet, ist es ratsam, das Tier beim Tierarzt vorzustellen.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, kannst Du jederzeit einen Videoanruf bei einem Tierarzt bei FirstVet buchen, um Hilfe bei einer ersten Beurteilung zu erhalten und Ratschläge zu einer Behandlung zu Hause zu erhalten, oder wenn das Tier einem Tierarzt in Deiner Nähe vorgestellt werden muss.


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