Dog with guilty face and a half eaten chocolate

Warum Schokolade für Ihren Hund oder Ihre Katze ungesund und gefährlich ist

Schokolade ist für Hunde giftig und ist auch für Katzen sehr schädlich - aber warum ist das so? Und wenn Hund und Katze dann Schokolade gefressen haben, stellt sich auch die Frage, welche Menge davon schädlich ist?

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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Schokolade wird aus Kakaomasse und Koffein hergestellt. Die Kakaomasse entsteht durch das Rösten der Bohnen der Kakaopflanze (Theobroma cacao). Die Bohnen enthalten Theobromin, welches giftig ist.

Die Kakaomasse macht in der Regel 20 bis 70% der Schokolade aus und ist u.a. auch in Kakaopulver, Kakaobohnen und Kakaoschalen-Mulch enthalten.

Wir hören oft von Besitzern, deren Haustier sich durch verpackte Geschenke gefressen hat oder in einen Schrank eingebrochen ist, um an die Schokolade zu gelangen.

Typische Symptome einer Schokoladenvergiftung beim Haustier

Erbrechen, manchmal sogar in Verbindung mit Blut

Durchfall

Leichte Abdominalschmerzen: allgemeines Unwohlsein, fühlt sich im Liegen nicht wohl, streckt sich wiederholt oder bewegt sich seltsam, winselt und zuckt auf, wenn der Bauch berührt wird

Ruhelosigkeit, Reizbarkeit und Hyperaktivität

Speichelbildung

Verstärktes Trinken

Unkoordiniert oder wackelig beim Aufstehen und Gehen

Veränderte Herzfrequenz (zu hoch oder zu niedrig)

In schweren Fällen können folgende klinische Symptome auftreten:

Erhöhte Atemfrequenz

Muskelzittern

Harninkontinenz, gelegentlich mit Blut im Urin

Krämpfe oder Krampfanfälle

Ursachen einer Schokoladenvergiftung

Schokolade enthält Theobromin. Während der Mensch es schnell verstoffwechselt, wird es von Hunden viel langsamer aufgenommen und verstoffwechselt, weshalb es sich bis zu einer giftigen Konzentration im Körper aufbauen kann. Bei Hunden kann es bis zu 10 Stunden dauern, bis es vollständig absorbiert ist. Das Auftreten klinischer Symptome erfolgt in der Regel innerhalb von 24 Stunden nach Verzehr; in der Regel geschieht dies bereits nach 4 Stunden, kann aber bis zu 72 Stunden dauern. Der Verzehr von allem, was Kakao enthält, kann bei Hunden Krankheitssymptome verursachen; je höher der Kakaoanteil, desto größer das Risiko. Schokolade enthält auch Fett, Zucker und Koffein. Dunkle Schokolade enthält den höchsten Kakaoanteil, während weiße Schokolade den niedrigsten Kakaogehalt aufweist.

Auch die Anfälligkeit für eine Schokoladenvergiftung variiert von Hund zu Hund. Es ist schwer zu sagen, welche Hunde es mehr betrifft, daher empfehlen wir, dass alle Hunde sofort entweder von einem FirstVet-Tierarzt oder von Ihrem Haustierarzt untersucht werden.

Die Menge an Theobromin, die für Hunde tödlich ist, beginnt zwischen 100-250 mg pro kg Körpergewicht des Hundes. Ab 300 mg ist schon die sog. LD 50 (Letaldosis bei 50% der Tiere) erreicht, das bedeutet, dass 50% dieser Tiere sterben. Wenn Ihr Hund zum Beispiel 10 kg wiegt, könnte der Verzehr von 60-70 g dunkler Schokolade oder Kochschokolade tödlich sein. Weiße Schokolade enthält sehr wenig Theobromin, und führt höchst selten zum Tod.Trotzdem sollte die Aufnahme verhindert werden. Ihr Hund kann dadurch z.B. Darmprobleme entwickeln, wie z. B. Erbrechen und Durchfall oder Pankreatitis. Das Vergiftungsrisiko durch Milchschokolade liegt auf der Skala zwischen dunkler und weißer Schokolade.


Was können Sie tun, um Ihrem Hund zu helfen?

Es scheint selbstverständlich, aber der beste Rat, den wir Ihnen geben können, ist, Ihren Hund nicht mit Schokolade zu füttern. Wir alle wissen jedoch, dass einige Hunde nicht widerstehen können, sich selbst eine süße Leckerei zu schnappen oder eine Schachtel Pralinen zu plündern. Manche Hunde assoziieren einfach den Geruch oder Geschmack von etwas, das sie zuvor schon einmal gegessen haben. Wenn sie also nicht daran gewöhnt sind, Schokolade als Leckerli zu essen, werden sich manche Hunde auch nicht an der Schokolade selber bedienen.

Wenn Sie backen, achten Sie darauf, dass der Kakao nicht rumsteht. Lassen Sie einen Schokoladenkuchen nicht in der Reichweite von unseren felligen Dieben abkühlen, da sie sich wahrscheinlich selbst bedienen! Weiße Schokolade sollte ebenfalls vermieden werden.

Wenn Sie einen grünen Daumen haben, empfehlen wir, Kakaoschalenmulch nicht im Garten zu verwenden. Wenn Sie dies tun, stellen Sie sicher, dass das gemulchte Gebiet sicher eingezäunt ist.

Wenn Ihr Hund etwas Kakaohaltiges gefressen hat, empfehlen wir Ihnen, sofort Ihren Haustierarzt oder einen unserer FirstVet-Tierärzte zu kontaktieren. Bewahren Sie so viel von der Verpackung wie möglich auf oder googeln Sie die Zutaten, wenn Ihr Hund auch die Verpackung gefressen hat.

Vielleicht wissen Sie bereits, wie viel Ihr Hund wiegt. Falls nicht, versuchen Sie es herauszufinden; überprüfen Sie Ihren Impfausweis, da das Gewicht möglicherweise darauf vermerkt ist. Wenn Sie zu Hause eine Waage haben, können Sie Ihren Hund im Arm halten und beide zusammen wiegen, dann setzen Sie Ihren Hund ab, wiegen Sie sich erneut und ziehen Sie das Gewicht ab.

Auch dann, wenn Ihr Hund keine Symptome zeigt, denn klinische Symptome können um mehrere Stunden verzögert auftreten. Wir empfehlen Ihnen, unverzüglich Ihren Haustierarzt oder einen unserer FirstVet-Tierärzte um Rat zu fragen.

Behandlung einer Schokoladenvergiftung

Hunde, die behandelt werden müssen, haben in der Regel die besten Chancen auf eine vollständige Genesung, wenn sie umgehend zum Tierarzt gebracht werden und behandelt werden. Die Aussichten für einen Hund sind in der Regel gut, wenn Ihr Tierarzt Ihn zum Erbrechen bringt, um den Mageninhalt zu entleeren. Wenn Ihr Hund Schokolade gefressen hat, hängt die Behandlung von der gefressenen Menge, der Art der Schokolade (dem Kakaogehalt) und den klinischen Symptomen, die der Hund zeigt, sowie dem Zeitpunkt der Aufnahme ab.

Wenn Ihr Haustier eine große Menge Schokolade, Zartbitterschokolade, Kakaopulver oder Kakaonibs gegessen hat und ein Erbrechen lassen durch den Tierarzt nicht mehr möglich ist, da der Zeitpunkt der Aufnahme zu lange zurück liegt, besteht die Behandlung entweder darin, ihm intravenöse Flüssigkeiten (einen Tropf) zu verabreichen und Toxin-Absorptionsmittel zu verabreichen. Möglicherweise empfiehlt Ihr Tierarzt einen Bluttest zur Überprüfung der Leber- und Nierenfunktion, und Ihr Hund benötigt möglicherweise Medikamente, um die Herzfrequenz und den Blutdruck zu kontrollieren und Anfälle zu verhindern.

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