Hundochkatt

Wundversorgung bei Hund und Katze

So schnell kann es gehen, man geht gemütlich mit seinem Hund Gassi und auf einmal jault er auf - er ist in eine ein Glasscherbe getreten, es blutet, unser vierbeiniger Freund humpelt und hat offensichtlich Schmerzen und wir wissen nicht was zu tun ist. Oder unsere Katze kommt von ihrem täglichen Freigang zurück und hat eine Wunde am Hals von einem Kampf mit dem Nachbarskater.In solchen Situationen sind Frauchen oder Herrchen oft überfordert. Sie wollen ihrem Liebling helfen, wissen aber nicht was zu tun ist. Hier erfahrt ihr was ihr tun könnt wenn euer Tier sich eine Wunde zugezogen hat und wann ihr zum Tierarzt gehen müsst.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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Wundarten und Ursachen

Wunden können auf verschiedene Arten klassifiziert werden, entweder nach Lokalisation (Kopf,- Hals, Gliedmaße etc.), nach der Art des Traumas oder in infizierte (z.B. Bisswun-den) und nicht infizierte Wunden.

  • Bisswunden

häufig nach Kämpfen, treten besonders bei männlichen, unkastrierten Tierenauf, hierbei muss immer bedacht werden, dass die Wunde potentiell infiziert ist, da sich viele Bakterien im Mundraum befinden

  • Schnittwunden

häufig durch herumliegende Glasscherben, Dosen, Klingen, Zäune etc. auch hier muss immer davon ausgegangen werden, dass die Wunde infiziert ist

  • Schürfwunden

häufig nach Unfällen z.B. mit dem Fahrrad

  • Schusswunden

Jäger schießen aus Versehen auf streunende Katzen

  • Stichverletzungen

z.B. durch herumliegende Nägel

Erstversorgung der Wunde

• Reinigung der Wunde

Ziehe dir wenn möglich Einmalhandschuhe an oder wasche deine Hände gründlich mit Wasser und Seife um die Wunde nicht mit Bakterien zu verschmutzen. Wenn du die Möglichkeit hast, lasse dir von jemandem bei der Reinigung der Wunde helfen, dieser kann dein Tier währenddessen beruhigen und dir zur Hand gehen.

Säubere die Wunde gründlich, am besten mit steriler Kochsalzlösung, entferne Verschmutzungen oder Fremdmaterial (z.B. Kieselsteine, Scherben o.ä.) mit einer Pinzette und spüle die Wunde gründlich aus (hier gilt das Motto „viel hilft viel“. Neben Kochsalzlösung eignet sich auch verdünnte Betaisadona-Lösung im Verhältnis 1:10: Wenn möglich entferne Haare aus der Wunde und um den Wundbereich herum, so kannst du Größe und Zustand der Wunde besser beurteilen und die Wunde bleibt frei von Haaren. Verklebungen des Fells, wie mit Teer oder Harz können mit Butter oder Olivenöl entfernt werden.

• Schutz der Wunde

Versuche die Wunde mit sterilen Verbänden abzudecken, es geht hier nicht um einen professionelle Verband, sondern lediglich um einen Schutz, so dass weitere Verletzungen (auch durch das Tier selbst) oder Verunreinigungen vermieden werden. Sterile Verbände findest du beispielsweise im Verbandskasten in deinen Auto, solltest du keine zur Hand haben, reicht auch ein sauberes Taschentuch. Sollte die Wunde sehr stark bluten, versuche einen Druckverband anzulegen, der die Blutung stoppen kann.

• Fremdkörper/Verschmutzungen entfernen

Kleinere Verschmutzungen oder Fremdkörper kannst du mit einer Pinzette entfernen. Grö-ßere Fremdkörper solltest du in der Wunde belassen. Reinige die Wunde trotzdem so gut es geht und versuche sie zu polstern und abzudecken. Suche dann so bald wie möglich einen Tierarzt auf. Große Fremdkörper müssen vom Tierarzt unter Betäubung entfernt werden.

Wann sollte ich zum Tierarzt?

  • Wenn die Wunde größer als 1 cm ist (grösser als z.B. ein 2ct Stück)
  • Wenn die Wunde nicht aufhört zu bluten
  • Wenn die Wunde vermutlich infiziert ist
  • Wenn die Wunde sehr tief ist
  • Wenn das Blut hellrot und mit viel Druck aus der Wunde schießt
  • Wenn das Tier blass ist und schneller atmet
  • Wenn das Tier bekanntermaßen eine Gerinnungsstörung hat

Was macht der Tierarzt?

Der Tierarzt macht sich erst einmal ein Bild über den allgemeine Gesundheitszustand deines Tieres. Anschließend wird er, je nach Art der Wunde, entscheiden ob ein Wundverschluss unter Narkose nötig ist. Wenn ja wird er dein Tier, sofern es sein allgemeiner Gesundheitszustand zulässt, in Narkose legen, die Wunde säubern, eventuelle Fremdkörper entfernen, Blutungen stillen und anschließen die Wunde verschließen. Ein Antibiotikum sorgt dafür, dass die Wunde nicht eitert und ein Schmerzmittel hilft gegen den ersten Wundschmerz. Bisswunden werden meist nicht genäht, da es sich hier um eine potentiell infizierte Wunde handelt.

Immer noch unsicher?

Wenn du dir unsicher bist, wie du eine Wunde bei deinem Tier versorgen musst oder ob eine tierärztliche Behandlung notwendig ist, buche eine Videokonsultation mit einem unse-rer erfahrenen Tierärzte von FirstVet.

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