Juckender Hund

Flöhe beim Hund: Wie erkennen & was hilft wirklich?

Kratzt sich dein Hund mehr als normalerweise? Hast du lebende Flöhe gesehen, schwarze Punkte oder Flecken in seinem Fell bemerkt? Dann hat dein Haustier sehr wahrscheinlich Flöhe. Lies weiter, um zu erfahren, wie du dein Haustier sicher gegen Flöhe behandelst und wie du einen zukünftigen Befall verhindern kannst.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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Flöhe beim Hund erkennen

Es gibt mehrere Wege, wie du Flöhe bei deinem Hund feststellen kannst. Bevor wir uns diese anschauen, hier zuerst noch ein kurzer Crashkurs zum Thema Flöhe.

Ein kurzer Exkurs über Flöhe

Flöhe sind winzige schwarz-braune Insekten, die 2-4 mm groß sind und eine abgeflachte Körperform haben. Sie ernähren sich vom Blut ihres Wirtes. Dafür führen sie dem Blut Speichel zu, um dieses an der Gerinnung zu hindern. Gegen diesen Speichel, ausgelöst durch darin enthaltene Proteine, können einige Tiere eine allergische Reaktion entwickeln, auch bekannt als Allergische Flohdermatitis.

Fälschlicherweise wird davon ausgegangen, dass Flöhe nur auf unseren Haustieren leben, dabei leben sie vor allem in der Umgebung (Park, Wald, Haus/Wohnung, im Hundebett oder auf anderen Tieren) in verschiedenen Stadien (auch Eier, Larven und Puppen).

Damit du dir einmal eine Vorstellung machen kannst, hier etwas genauere Zahlen: nur etwa 5 % der Flöhe, die sich von ihrem Wirt ernähren leben auf dem Tier, die übrigen 95 % halten sich in seiner Umgebung auf.

Erwachsene Flöhe können bis zu 50 cm springen, haben aber keine Flügel - wäre ein Floh also ein Mensch, könnte er aus dem Stand auf den Kölner Dom springen.

Manchmal kann man Flöhe mit bloßem Auge sehen, aber leichter noch sind sie über ihren Kot zu erkennen.

Übrigens: Der Katzenfloh kommt beim Hund häufiger vor als der Hundefloh. Für den Menschen sind beide Floharten in der Regel ungefährlich. Nur selten werden sie kurz mal als Zwischenwirt genutzt, Flöhe ernähren sich immer lieber von unseren tierischen Mitbewohnern.

“Flohschmutz” im Fell

Da die Flöhe hauptsächlich in der näheren Umwelt deines Hundes leben, sieht man sie nicht immer sofort im Fell des Tieres. Sie hüpfen nur auf das Haustier, um sich zu ernähren, ehe sie wieder hinunterspringen. Meistens wird daher als Erstes der Schmutz im Fell und auf der Haut bemerkt, der ein wenig wie verstreuter Pfeffer aussieht - kleine schwarze Krümelchen. Dieser „Flohschmutz“ ist jedoch der Flohkot, der aus verdautem Blut besteht.

Ein einfacher Weg, um jenen Schmutz als Flohkot zu bestimmen ist, das Fell mit einem Flohkamm zu kämmen, den Schmutz auf einem Papiertuch auszubreiten und diesen mit ein paar Tropfen Wasser anzufeuchten. Nun wird dieser “Schmutz” mit dem Papier zerdrückt. Färbt sich der Schmutz rot-bräunlich, ist es Flohkot.

Dies ist der einfachste Weg, um zu erkennen, ob dein Haustier Flöhe hat, da sie häufig nur dann im Fell zu sehen sind, wenn der Befall bereits sehr schwerwiegend ist.

Übrigens: Am besten kämmst du deinen Hund hinter den Ohren, entlang der Rückenline und im Bereich der Rutenwurzel, dort findet sich am häufigsten Flohkot.

Rötliche Einstichstellen

Wenn du auf der Haut deines Hundes rötliche Einstichstellen feststellen kannst (typischerweise mehrere Einstichstellen in einer Reihe oder in Form eines Dreiecks), dann kann das ebenfalls auf einen Flohbefall hindeuten.
Denn Flöhe stechen manchmal mehrmals hintereinander zu, um eine geeignete Stelle zum Saugen zu finden, bzw. sie werden manchmal beim Saugen gestört, unterbrechen die Saug-Aktion kurz und saugen nach der Störung an einer nahen und neuen Stelle weiter.

Weitere Anzeichen für Flöhe beim Hund

Wenn du einige oder mehrere dieser folgenden Anzeichen (eventuell auch in Kombination mit oben genannten Punkten) bei deinem Liebling feststellen kannst, können auch das Anzeichen für einen Flohbefall sein:

  • Häufiges Kratzen und/oder Beißen bestimmter Körperstellen

  • Haarverlust, kahle Stellen

  • Rote und irritierte Haut

  • Allgemeine Unruhe

  • Krusten und Wunden auf der Haut, zum Beispiel um die Ohren herum oder der Basis des Schwanzes

  • Schwarzer Flohkot im Fell oder sichtbare Flöhe

  • Insektenbisse auf Personen aus deinem Haushalt, besonders an den Fußgelenken


Wo kommen die Hundeflöhe her?

Flöhe hüpfen auf Hunde, wenn sie z.B. draußen im Garten oder auf einem Spaziergang sind. Sie finden allerdings auch andere Wege, um unsere Tiere zu erreichen. Oft reisen sie auf unserer Kleidung mit oder in unseren Autos, auf anderen Tieren (die den Haushalt besuchen) und man findet sie auch auf den Betten der Tiere und anderen Gegenständen, mit denen das Tier Kontakt hat.

Übrigens: Flohlarven und -puppen können draußen monatelang nahrungslos überleben. Auch im Winter können sie sich in beheizten Wohnräumen verstecken und vermehren.

Sind Flöhe gefährlich für mein Haustier?

In der Regel ist ein Flohbefall für deinen Liebling einfach nur sehr unangenehm und juckt stark. Wenn allerdings Hunde (besonders Welpen) sehr stark befallen sind, kann es zu einem Blutverlust (Anämie) kommen, was gefährlich werden könnte.

Hier sind weitere mögliche Folgen eines Flohbefalls:

1. Juckreiz und Hauterkrankungen

Manche Hunde leiden an einer Flohspeichelallergie (FAD). Für solche Hunde entsteht ein noch stärkerer Juckreiz als bei Tieren ohne diese Allergie, zum Teil auch schon durch einen einzigen Floh ausgelöst. Dieser starke Juckreiz kann zu starkem Kratzen und daraufhin Hautveränderungen (Haarbruch, roten Stellen, Krusten, etc.) führen. Die Flohspeichelallergie ist übrigens mitunter die häufigste allergische Hauterkrankung bei Hunden.

Weiterhin können durch das Kratzen oder Beißen bakterielle Entzündungen auf der Haut entstehen. In einigen Fällen können solche Stellen eitern, nässen und generell sehr großflächig auftreten.

2. Bandwürmer

Flöhe können Zwischenwirte für weitere Parasiten wie zum Beispiel den Gurkenkernbandwurm sein. Sollte ein Hund einen solchen infizierten Floh verschlucken (beim Versuch sich vom Parasiten zu befreien), kann das Tier dadurch einen Bandwurm bekommen. Eine Entwurmung kann daher während der Anti-Floh-Therapie ebenfalls sinnvoll sein.

Anzeichen für einen Bandwurmbefall können unter anderem Erbrechen, Gewichtsverlust, verminderter Appetit und Durchfall sein, aber Bandwürmer lösen auch nicht immer Symptome aus. Was du über Würmer bei deinem Hund wissen solltest, erklären wir dir noch einmal auf unserem Tierärzteblog.

Behandlung: Was hilft am besten gegen Flöhe beim Hund?

Der beste Weg, um Flöhe zu behandeln ist den Lebenszyklus des Flohs zu kennen. Wenn nur das Haustier selbst behandelt wird, bekämpft man bloß einen kleinen Prozentanteil der Flöhe. Denn nur 5% der erwachsenen Flöhe leben tatsächlich auf dem Tier. Die anderen 95%, so auch die Eier, Larven und Puppen, leben vor allem in der näheren Umgebung, wie deinem Garten oder deinem Zuhause.

Um den Flohbefall zu händeln und zu kontrollieren, muss also:

  1. Die Behandlung des befallenen Tieres erfolgen

  2. Die Behandlung aller weiteren Tiere des Haushalts erfolgen, sowie im besten Fall die Behandlung der Tiere, zu denen dein Hund regelmäßig Kontakt hat

  3. Die häusliche Umgebung gründlich gesäubert werden


1. Die Behandlung des befallenen Tieres mit Flohmitteln

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten ein Tier gegen Flöhe zu behandeln. Flohmittel funktionieren, indem sie die Flöhe bei Kontakt mit dem Wirkstoff oder dessen Aufnahme töten. In der Regel werden Spot On Präparate zwischen den Schulterblättern des Tieres aufgetragen, Tabletten gegeben oder spezielle Halsbänder angelegt.

Generell werden Flohmittel zwar auch in Tierhandlungen, online oder in der Apotheke verkauft, deren Inhaltsstoffe sind jedoch nicht immer sicher für das Tier. Außerdem sind sie meistens weniger effektiv als die Flohmittel, die du von deiner Tierärzt:in bekommst.

Die beste Quelle, ein sicheres und vor allem effektives Mittel zu bekommen ist deshalb stets dein:e Tierärzt:in. Lass dich hierbei gerne von uns beraten. Hier erklären wir dir noch einmal das richtige Auftragen von Spot On Medikamenten.

2. Die Behandlung aller weiteren Tiere des Haushalts

Vergiss nicht alle Tiere in deinem Haushalt zu behandeln. Am besten fragst du deine Tierärzt:in, welche Behandlung in deinem Fall die beste ist!

Wichtig: Wenn du die anderen Tiere des Haushalts nicht mit behandelst, wirst du die Flohplage nicht los.

3. Umgebungsbehandlung

Flöhe legen ihre Eier bevorzugt in Ritzen, Spalten und weiche Möbel und können dort bis zu einem Jahr überleben. Die Behandlung der näheren Umgebung deines Tieres ist also ausschlaggebend für den Erfolg.

Sprich: Die Flohbekämpfung kann frustrierend sein. Häufig dauert es sogar mehrere Monate lang bevor alle Flöhe abgetötet sind. Dies ist dem Lebenszyklus‘ des Flohs zu verdanken, da die Eier der Flöhe am schwierigsten zu töten sind und eine lange Zeit in der Umgebung überdauern können.

Gerade deswegen ist die gleichzeitige Behandlung der Umgebung besonders wichtig. Beachte jedoch, dass Flohmittel für die Umgebung niemals auf den Tieren selbst angewandt werden dürfen, da sie toxische Stoffe beinhalten, die schwere Nebenwirkungen auslösen können. Lies dir daher die Bedienungsanleitung eines jeden Mittels genau durch, bevor du es benutzt oder frage deine Tierärzt:in direkt, wenn du sie dir besorgst.

Umgebungssprays & Flohbomben

Vor der Nutzung von Umgebungssprays oder Flohbomben sollten alle Menschen und Tiere aus den Räumen entfernt werden. Dazu zählen auch Aquarien, Terrarien, aber auch Lebensmittel und Futternäpfe. Folge den Anleitungen genau. Nachdem die empfohlene Einwirkzeit abgewartet wurde, sollte gründlich gelüftet werden, indem die Türen und Fenster geöffnet werden, bevor Kinder oder Tiere wieder hineindürfen.

Waschen & Staubsaugen

Zusätzlich sollte das Bett des Tieres alle paar Tage bei mindestens 60° gewaschen werden, um die Eier und Larven abzutöten.

Nach der Behandlung sollten alle Böden täglich, über einen Zeitraum von 14 Tagen, gestaubsaugt werden. Dabei sollte man die Flächen unter den Möbeln nicht vernachlässigen. Die Vibrationen des Staubsaugers locken Larven hervor und veranlassen Eier zu schlüpfen, sodass sie von dem Flohmittel abgetötet werden können. Der Staubsaugerbeutel sollte anschließend gründlich, z.B. indem er luftdicht in einer Mülltüte verstaut wird, draußen im Müll entsorgt werden.

Bei sehr starkem Befall kann es auch ratsam sein einen Kammerjäger hinzuzuziehen.

Wichtig: Auch alle weiteren Objekte, mit denen dein Hund Tag für Tag in Kontakt kommt (oder kam), sollten regelmäßig und gründlich gereinigt werden (Textilien immer bei mindestens 60 Grad waschen). Solche Objekte können sein:

  • Kuscheltiere

  • Decken

  • Hundekorb

  • Hundehütte

  • Polstermöbel

  • Spielzeuge

  • Teppiche

  • Bodenritzen

  • Auto


Immer noch lebende Flöhe trotz Behandlung?

Flöhe können zwar hartnäckig sein, aber man kann sie trotzdem gut beseitigen, wenn man gründlich vorgeht. Gründe, warum immer noch Flöhe in der Umgebung oder auf dem Tier aufzufinden sind:

  • Im selben Haushalt lebende Tiere wurden nicht gleichzeitig behandelt

  • Die Umgebung, in der das Tier lebt, wie z.B. das Körbchen, wurde nicht behandelt

  • Das Tier wurde verfrüht nach der Behandlung gewaschen, dazu zählt auch schwimmen

  • Es wurde das falsche Produkt genutzt oder nicht lange genug behandelt

Kann man Flöhen vorbeugen?

Spot On Präparate, Tabletten oder spezielle Halsbänder können auch prophylaktisch eingesetzt werden, damit dein Hund erst gar nicht (oder mit viel geringerer Wahrscheinlichkeit) von Flöhen befallen wird.

Du hast noch mehr Fragen zu dem Thema?

Vereinbare gerne einen Videotermin mit einem unserer FirstVet-Tierärzt:innen, der dich fachgerecht beraten und anleiten wird, damit du den lästigen Flohbefall bald loswirst.


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