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Katzenflöhe bekämpfen: Wie du sie erkennst & loswirst

Katzenflöhe sind sowohl für dein Tier als auch für dich als Halter:in eine unangenehme Angelegenheit. Hast du die Befürchtung, dass dein Liebling Flöhe hat? Oder hast du Symptome entdeckt (z. B häufiges Kratzen, schwarze Flecken im Fell oder hüpfende Punkte), dann sorg dich nicht weiter. Denn in diesem Beitrag schauen wir uns an, wie du Katzenflöhe bei deinem Liebling erkennen und effektiv bekämpfen kannst.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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Flöhe bei Katzen erkennen: Hilfreiche Tipps

Typische Symptome für einen Flohbefall deiner Katze sind häufiges Kratzen und mitunter auch das Beißen der eigenen Haut, da Flohbisse einen starken Juckreiz verursachen. Manchmal entstehen durch das Kratzen, Beißen oder verstärkte Putzen lokale bakterielle Hautentzündungen und Haarausfall.


Der Flohkamm-Test

Flöhe kannst du manchmal mit bloßem Auge erkennen, vor allem wenn es sich um einen stärkeren Befall handelt. Aber oftmals sind sie auch nur schwer zu sehen. Das bedeutet: Auch wenn du keine Flöhe siehst, obwohl du Symptome erkennst, kann ein Flohbefall vorliegen. Für einen eindeutigen Test kannst du einen Flohkamm nutzen.

Kämme mit dem Flohkamm gründlich das Fell deiner Katze und schau, ob sich zwischen den eng anliegenden Kammzinken kleine schwarze Krümel befinden. Lege diese Krümel auf ein weißes Papiertuch und feuchte sie an. Dann zerdrücke sie mit dem Papier.

Wenn die Krümel sich rot-bräunlich verfärben, handelt es sich um Flohkot und es liegt ein Befall vor. Die rot-bräunliche Farbe kommt daher, dass im Flohkot unverdaute Blutreste enthalten sind.

Bissstellen auf der Haut

Ein weiteres relativ eindeutiges Indiz für Flöhe sind kleine und dicht aneinanderliegende Bissstellen auf der Haut deiner Katze. Oftmals stechen Flöhe mehrere Male hintereinander zu, damit sie die beste Stelle zum Saugen finden. Auch kommt es vor, dass die Flöhe aufgrund von zu viel Bewegung der Katze beim Saugen gestört werden. Dann warten sie und suchen sich anschließend eine nahe und neue Bissstelle aus. So entstehen manchmal auch dreieckige Bissmuster.

Wissen ist Macht: Kenne den Feind

Wer seinen Feind kennt, kann anschließend besser mit ihm fertig werden. Deshalb schauen wir ihn uns nun kurz an. Der Katzenfloh ist ungefähr 2 - 4 mm groß und mit bloßem Auge sichtbar. Er ist rötlich braun und hat einen seitlich abgeflachten Körper. Insgesamt hat er 6 Beine und seine Hinterbeine sind besonders kräftig. Er kann mit ihnen ca. 30 cm weit springen. Katzenflöhe haben keine Flügel. Flöhe sind Parasiten, die sich vom Blut ihres Wirtes ernähren. Das Weibchen legt ca. 50 Eier pro Tag und daraus entstehen Larven, die sich bald verpuppen. Flöhe gedeihen zwar am besten in der warmen Jahreszeit, aber Flohlarven und Flohpuppen können auch im Winter hartnäckig sein und monatelang nahrungslos in warmen Wohnräumen überleben. Draußen bei Frost sterben sie.

Sind Flohbisse für die Katze (und auch den Menschen) gefährlich?

Zuallererst: Für den Menschen sind Katzenflöhe in der Regel ungefährlich. Es kann jedoch auch selten vorkommen, dass der Mensch als kurzer Zwischenwirt befallen wird. Aber generell bevorzugen Katzenflöhe immer Katzen oder andere Tiere mit Fell (zum Beispiel Hunde - auf unserem Blog haben wir mehr zum Thema Flöhe beim Hund erklärt).

Was sind aber nun mögliche Folgen des Flohbefalls für deine Katze? Diese können anhand des Befalls variieren, aber lassen sich normalerweise in 4 Kategorien einteilen:


  1. Unangenehmer, starker Juckreiz

  2. Hauterkrankungen

  3. Blutarmut (Anämie)

  4. Bandwurmbefall


Die häufigste Folge ist ein starker Juckreiz für die Katze. Darauf folgen können Hauterkrankungen, die durch ein zu starkes oder häufiges Kratzen, Beißen oder Putzen verursacht werden können. Einige Katzen leiden zudem auch an einer Flohspeichelallergie. Bei dieser ist der Juckreiz der Katze dann noch sehr viel ausgeprägter als bei anderen Tieren.

Falls der Flohbefall sehr stark ist kann auch eine Blutarmut (Anämie) entstehen (besonders bei Kitten), die für deinen Liebling gefährlich werden kann.

Wichtig zu wissen: Flöhe sind nicht nur selber Parasiten, sondern auch Wirte für andere Parasiten. So tragen manche Flöhe zum Beispiel den Gurkenbandwurm in sich, den die Katze beim Putzen verschlucken kann und den Darm deines Lieblings befällt. Deshalb kann es Sinn machen im Zuge der Floh-Behandlung auch eine Entwurmung durchzuführen.


Seltener werden durch Flöhe auch Erkrankungen wie z.B. die Hämoplasmose (schwächt das Immunsystem) übertragen.


Woher hat meine Katze die Flöhe bekommen?

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Flöhe sich nur auf der Katze befinden, aber das stimmt nicht. Sie leben vor allem in der Umgebung, zum Beispiel im Katzenbett, Parks, Wohnung, Garten, etc.

Auf den Tieren selbst sind etwa nur 5% der Flohpopulation anzutreffen, und zwar in der erwachsenen Form. Die anderen Stadien (Eier, Larven und Puppen) machen ca. 95% der Population aus und befinden sich nicht direkt auf dem Tier.

Flöhe schnappt dein Liebling entweder draußen beim Spielen auf oder auch zu Hause. Denn Flöhe (im Stadium der Eier, Larven oder Puppen) tragen oft wir über Schuhe, Kleidung oder das Auto mit in den Haushalt. Auch andere Tiere, die euch zu Hause besucht haben, können Überträger sein.

Nicht zu vergessen: Flöhe in verschiedensten Stadien befinden sich bei einem Befall auch auf den Gegenständen, mit denen deine Katze in Berührung kommt.

Katzenflöhe bekämpfen: So wirst du die Flöhe wieder los

Es gibt parallele Wege, die du gehen musst, um alle Flöhe in allen Stadien effektiv loszuwerden. Denn wie du nun weißt, leben nur wenige erwachsene Flöhe auf dem Tier und ein Großteil des Übels lässt sich in der näheren Umgebung finden.


Deswegen muss ein Flohbefall immer unbedingt an allen erforderlichen Fronten gleichzeitig bekämpft werden:

  1. Das befallene Tier muss behandelt werden
  2. Weitere Tiere des Haushalts müssen mitbehandelt werden
  3. Die Wohnumgebung muss gründlich mitbehandelt werden


1. Das befallene Tier muss behandelt werden

Glücklicherweise gibt es viele Mittel, um deine Katze zu behandeln und die Flöhe somit wieder loszuwerden.

Ein Flohmittel funktioniert in der Regel so, dass es die Flöhe beim Kontakt mit dem Wirkstoff (aufgenommen über die Haut oder das Blut der Katze beim Stich) tötet. Wirksame und viel eingesetzte Flohmittel sind Tabletten, spezielle Floh-Halsbänder und Spot On Mittel, die oftmals auf den Nacken der Katze aufgetragen werden. Shampoos sind nicht empfehlenswert, viele Katzen lassen die Anwendung nicht zu und sind hierdurch nur noch mehr gestresst.

Du hast dich für die Anwendung eines Spot On Präparates entschieden? Hier erklären wir dir noch einmal das richtige Auftragen von Spot On Medikamenten.

Flohmittel werden häufig online oder in Apotheken angeboten, aber wir empfehlen grundsätzlich immer zuerst das Aufsuchen eines:r Tierärzt:in. Diese:r kann dir in der Regel effektivere, ungefährlichere und auch geeignetere Mittel für dein Tier verschreiben. Wir beraten dich dabei gerne, unten und oben im Beitrag findest du einen Weg uns zu kontaktieren.

Übrigens: Auch ein regelmäßiges Durchkämmen mit einem Flohkamm entfernt Eier und Flöhe, deshalb kann und sollte das ebenfalls durchgeführt werden.

2. Weitere Tiere des Haushalts müssen mitbehandelt werden

Du hast weitere Tiere im Haushalt? Diese musst du in jedem Fall mitbehandeln, sonst überleben Flöhe auf einem Tier und übertragen es wieder auf das andere. Ein Teufelskreis. Beachte hierbei, dass andere Tiere als Katzen die für sie speziellen Flohmittel benötigen. Auch hierbei wird dich ein:e Tierärzt:in gut beraten können.

3. Die Wohnumgebung muss gründlich mitbehandelt werden

Dies ist wohl das Herzstück der Kampagne gegen die Flöhe. Nochmal zur Erinnerung: 95% der Population befindet sich nicht auf deinem Tier, sondern in der Umgebung.

Eier, Larven und Puppen der Umgebung musst du also unbedingt mit behandeln. Eier legen Flöhe besonders gerne in Spalten, weiche Möbel, Textilien, usw. Sie können dort über viele Monate überleben. Deshalb muss man bei der Umgebungsbehandlung geduldig sein.

Bestandteile der Wohnungsreinigung sind:

  1. Das Reinigen von Gegenständen und Textilien, die mit deiner Katze in Berührung kommen

  2. Regelmäßiges Staubsaugen und Abwischen von Flächen

  3. Die Verwendung von sogenannten Flohbomben oder Umgebungssprays


Gegenstände & Textilien reinigen

Alles, womit deine Katze regelmäßigen Kontakt hat (und hatte), sollte regelmäßig gereinigt werden. Dazu gehören Schlafplätze, Ruheplätze, Kratzbäume Spielzeuge, Kuscheltiere, Teppiche, Bodenritzen, Kissen, Decken, usw.

Alles, was du waschen kannst, solltest du alle paar Tage bei mindestens 60 Grad in der Maschine reinigen, um effektiv alle Eier und Larven zu töten. Nicht waschbare Gegenstände oder Möbel kannst du mit Flohbomben oder Flohraumsprays behandeln (das schauen wir uns unter Punkt 3 nochmal genauer an).

Weiterhin solltest du auch die Böden für mindestens 2 Wochen täglich gründlich absaugen. Du kannst vor dem Saugen auch ein bisschen Flohpulver einsaugen, damit die Flöhe verschiedener Stadien direkt beim einsaugen getötet werden. Vergiss nicht auch die Flächen unter oder hinter den Möbeln zu reinigen. Nach dem Saugen solltest du den Beutel hygienisch entsorgen, zum Beispiel luftdicht verpackt im Müll. Bring diesen Müll sofort raus, damit die Flöhe nicht doch wieder aus ihm entwischen.

Gut zu wissen: Falls es sich um einen extrem starken Befall handelt, kannst du auch einen Kammerjäger beauftragen.

Raumbehandlung mit Flohbomben oder Umgebungssprays

Alles, was du nicht waschen oder wischen kannst, wirst du mit geeigneten Flohbomben und Umgebungssprays behandeln können.

Zuerst einmal: Flohmittel für die Umgebung darfst du nicht auf deinem Tier direkt anwenden. Sie enthalten giftige Mittel, die direkt aufgetragen sehr gefährlich sein können. Sei aus diesem Grund bitte aufmerksam, was dein:e Tierärzt:in dir über die Nutzung der Mittel sagt, bzw. lies die Beschreibung jedes Flohmittels gut durch und wende es erst anschließend an.

Bei der Nutzung von Sprays und Flohbomben sollten alle Menschen und auch Tiere des Haushalts die Räume verlassen. Achte weiterhin darauf, dass Nahrungsmittel, Futternäpfe, Wasserschalen usw. ebenfalls luftdicht verstaut werden.

Nach der benötigten Einwirkzeit (auf dem jeweiligem Mittel beschrieben), lüfte die Wohnung gut durch. Das bedeutet: Fenster öffnen und Türen aufmachen. Nachdem du gründlich gelüftet hast, dürfen Tiere und Menschen wieder in die Räumlichkeiten.

Häufige Fragen

Flöhen vorbeugen: Geht das?

Ja, das geht. Du kannst Floh-Halsbänder, spezielle Spot On Mittel oder auch Tabletten präventiv einsetzen. Das verringert deutlich die Wahrscheinlichkeit eines Flohbefalls deiner Katze. Auch empfiehlt es sich die Katze regelmäßig mit dem Flohkamm zu untersuchen, um einen eventuellen Befall schnell zu bemerken und ihm zügig Einhalt zu gebieten.

Hausmittel gegen Flöhe bei Katzen: Alternative oder No-Go?

Auch wenn im Internet immer wieder mal Hausmittel zur Bekämpfung einer Flohplage empfohlen werden, ist es sinnvoll und sicher, ein vom Tierarztarzt empfohlenes Präparat zu verwenden. Schließlich willst du die Parasiten ja schnellstmöglich und sicher wieder loswerden.

Katze behandelt, aber trotzdem noch Flöhe da?

Flöhe lassen sich gut bekämpfen, obwohl sie standhaft sein können. Bei einer gründlichen Behandlung können sie jedoch nicht überleben. Oftmals überleben sie nur dann, wenn auf einige wesentliche Dinge nicht ausreichend geachtet wurde. Stell dir folgende 5 Fragen zur Überprüfung, ob deine Bekämpfung nachhaltig war:

  1. Wurden alle Tiere des Haushalts mitbehandelt?

  2. Wurde die Umgebung gründlich mitbehandelt oder wichtige Stellen vergessen?

  3. Wurde dein Tier nach der Behandlung gebadet oder gewaschen? Das verhindert die Wirkung der Mittel.

  4. Wurde ein falsches Produkt benutzt?

  5. Wurde nicht lange genug behandelt?

Du hast noch mehr Fragen oder Unsicherheiten?

Dann vereinbare gerne gleich jetzt einen Videotermin mit einem unserer FirstVet-Tierärzt:innen. Diese:r wird dich professionell beraten und dich bei der Bekämpfung von Flöhen optimal unterstützen.


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