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Wie du deinem Haustier Augenmedikamente geben kannst: Schritt-für-Schritt Anleitung

Nach einem Besuch mit deinem Liebling bei eure:r Tierärzt:in bist du in der Regel erst einmal erleichtert und musst deinem Tier jetzt „nur noch“ seine Medikamente verabreichen. Das ist jedoch oft leichter gesagt als getan, gerade bei Augenmedikamenten. Aber keine Sorge! Wir haben hier einige hilfreiche Tipps für dich gesammelt und eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellt, damit das Eingeben der Augenmedikamente komplikationslos klappt und dein Haustier dich danach trotzdem noch lieb hat. Versprochen!

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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Gerade beim Eingeben von Augenmedikamente ist es wichtig zu wissen, wie genau das überhaupt geht. Erstens um einen optimalen Behandlungserfolg erzielen zu können und zweitens, um dein Haustier nach dem ersten Versuch nicht gleich so zu vergraulen, dass es sich unter dem Schrank verkriecht und nie wieder hervorkommen mag. Wie genau du das anstellst, erklären dir nun unsere Tierärzt:innen von FirstVet.


Das wichtigste ist eine gute Vorbereitung!

  • Als erstes solltest du selbst dich bemühen, entspannt an die Sache heranzugehen! Du schaffst das! Aufregung überträgt sich schnell auf dein Tier und wenn du nervös bist, wird es das bemerken und selbst nervös werden. Das ist keine gute Voraussetzung, also achte auf eine entspannte Umgebung und gehe alles ganz gelassen an.
  • Wasche dir zuvor gut die Hände, um keinen Dreck oder andere Keime in die Augen deines Haustieres zu übertragen. Beim Bereithalten der Augentropfen ist es deswegen auch wichtig, dass du nach dem Öffnen den Deckel vorsichtig zur Seite legst und stets darauf achtest, die Spitze des Fläschchens nicht mit den Händen zu berühren. Solltest du doch einmal an die Öffnung des Fläschchens kommen und dir sicher sein, es verunreinigt zu haben, kontaktiere lieber einmal zuviel eine:n Tierärzt:in, um gegebenenfalls ein neues Fläschchen abholen zu dürfen. Bitte reinige auf keinen Fall den Applikator mit normalem Desinfektionsmittel, da so das Medikament kontaminiert werden kann.

Es geht ans Eingemachte! Zwei Methoden, wie du die Augentropfen eingeben kannst

Das Auge sollte immer sehr vorsichtig behandelt werden. Es ist ein sehr sensibles Organ, vor allem, wenn es erkrankt ist und das ist ja meistens der Fall, wenn du Augenmedikamente verabreichen musst.

Die Eingabe von hinten:

  • Platziere deinen Hund oder deine Katze in eine Ecke oder auf deinem Schoß, so dass er/sie dir nicht mehr entwischen kann.
  • Fasse nun mit einer Hand von hinten unter das Kinn und hebe so vorsichtig den Kopf deines Tieres an.
  • Sobald du die Augen von hinten gut sehen kannst, verabreichst du mit der anderen Hand, welche nicht den Kopf hält, die Tropfen.
  • Mit dem Ballen deiner Hand kannst du dein Tier daran hindern zu blinzeln oder die Augen zu schließen, indem du vorsichtig das Unterlid herunterziehst. Mit Zeigefinger und Daumen derselben Hand kannst du sachte das Fläschchen drücken, damit ein Tropfen herauskommt.

Die Eingabe von vorne:

  • Setze dein Haustier in eine Ecke mit dem Kopf zu dir gedreht, damit es nicht entwischen kann. Alternativ kannst du auch eine Hilfsperson beauftragen, dein Tier locker zu halten.
  • Stütze den Kopf deines Tieres, indem du eine Hand unter sein Kinn legst. Nutze den Daumen derselben Hand dafür, das untere Augenlid vorsichtig herunterzuziehen, um eine Art Tasche zu kreieren.
  • Nimm das Fläschchen in die freie Hand, stütze diese für mehr Stabilität am Kopf deines Tieres vorsichtig ab und tropfe das Medikament in die Augen.

Generell gilt:

  • Achte darauf, das Auge mit dem Applikator nicht zu berühren. Halte immer einen gewissen Abstand zwischen Applikator und Auge ein, damit keine Kontamination stattfindet und du das Auge deines Tieres nicht damit verletzen kannst.
  • Lass das untere Augenlid los und helfe gerne noch nach, indem du die Lider des Auges kurzzeitig schließt damit sich das Medikament im Auge verteilen kann.
  • Gut gemacht! Gib deinem Tier eine kleine Belohnung, wenn alles vorbei ist. Auch du darfst dir etwas gönnen, denn ihr habt das beide toll gemacht!

Vergiss nicht: Sollte es einmal nicht so gut klappen, Übung macht den Meister! Wenn du unsicher bist, ob überhaupt etwas von dem Medikament in das Auge gelangt ist, gehe auf Nummer sicher und gib lieber noch einmal etwas ein, damit dein Liebling sicher versorgt ist.

Was du noch beachten solltest

Wenn du mehrere unterschiedliche Augentropfen nutzen musst, warte mindestens 5 Minuten – ½ Stunde zwischen der erneuten Eingabe ab, damit die erste Applikation nicht mit der zweiten weggewaschen wird. Sollten die einen Tropfen dickflüssiger sein als die anderen oder sogar ein Gel bzw. eine Salbe, so benutze die dickflüssigeren Tropfen zuletzt.

Wenn du die Möglichkeit hast zwischen Salbe und Tropfen zu entscheiden, nutze lieber Augentropfen statt Augensalben, da diese in der Regel wirklich leichter zu verabreichen sind.

Denke daran: Hunde und Katzen werden es wohl in den seltensten Fällen gut finden, Augentropfen verabreicht zu bekommen, aber man kann ihnen wirklich beibringen, die Behandlung zumindest ohne Probleme zu tolerieren. Dies klappt natürlich am besten, wenn danach eine ganz besondere Belohnung auf sie wartet.

Für weitere Informationen und um mehr über die Vorbereitung des Auges für bevorstehende Untersuchungen und Behandlungen zu lernen, kannst du dir unseren Artikel Tierärztlicher Rat: Augenuntersuchungen und Augenpflege für dein Haustier durchlesen.

Ein kleiner Hinweis zu unseren kleinen Begleitern wie Hamster, Kaninchen und Co

Genau die oben beschriebene Technik kann bei jeder Tierart gleich angewendet werden. Bei Meerschweinchen ist die Verabreichung sogar noch einfacher, denn dadurch dass sie eine sehr geringe Sensibilität in ihren Augen haben, werden sie bei der Applikation der Tropfen gar nicht erst von selbst blinzeln wollen.

Du hast noch mehr Fragen?

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