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Wie man Flöhe bei Haustieren sicher behandelt

Kratzt sich dein Haustier mehr als normalerweise? Hast du lebende Flöhe gesehen, schwarze Punkte oder Flecken in seinem Fell bemerkt? Dann hat dein Haustier sehr wahrscheinlich Flöhe. Lies weiter, um zu erfahren, wie du dein Haustier sicher gegen Flöhe behandelst und wie du einen zukünftigen Befall verhindern kannst.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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Was sind Flöhe?

Flöhe sind winzige schwarz-braune Insekten, die 2-4 mm groß sind (ungefähr die Größe eines Sesamkorns). Fälschlicherweise wird davon ausgegangen, dass Flöhe nur auf unseren Haustieren leben, dabei leben sie vor allem in der Umgebung. Diese besteht sowohl aus dem Inneren des Hauses als auch aus dem Garten. Denn Flöhe springen hauptsächlich auf Haustiere oder Wildtiere (oder uns), um sich zu ernähren. Dabei können sie das 200fache ihrer eigenen Körperlänge springen – bis zu 30cm!

Während Flöhe sich ernähren, fügen sie dem Blut Speichel zu, um dieses an der Gerinnung zu hindern. Gegen diesen Speichel, ausgelöst durch darin enthaltene Proteine, können einige Tiere eine allergische Reaktion entwickeln, auch bekannt als Allergische Flohdermatitis.

Wie bekommt mein Haustier Flöhe?

Flöhe hüpfen auf unsere Haustiere, wenn sie z.B. draußen im Garten oder auf einem Spaziergang sind. Sie finden allerdings auch andere Wege, um unsere Tiere zu erreichen. Oft reisen sie auf unserer Kleidung mit oder in unseren Autos, auf anderen Tieren, die den Haushalt besuchen und auf dem Bett der Tiere.

Wie kann ich erkennen, ob mein Haustier Flöhe hat?

Da die Flöhe hauptsächlich in der näheren Umwelt leben, sieht man sie nicht sofort im Fell des Tieres. Sie hüpfen nur auf das Haustier, um sich zu ernähren, ehe sie wieder hinunterspringen. Meistens wird daher als erstes der Schmutz im Fell und auf der Haut bemerkt, der ein wenig wie verstreuter Pfeffer aussieht. Dieser „Flohschmutz“ ist jedoch der Flohkot, der aus verdautem Blut besteht.

Ein einfacher Weg, um jenen Schmutz als Flohkot zu bestimmen ist, das Fell mit einem Flohkamm zu kämmen, den Schmutz auf einem Papiertuch auszubreiten und diesen mit ein paar Tropfen Wasser anzufeuchten. Färbt sich der Schmutz rot, ist es Kot. Dies ist außerdem der einfachste Weg, um zu erkennen, ob dein Haustier Flöhe hat, da sie selbst häufig nur im Fell zu sehen sind, wenn der Befall bereits sehr schwerwiegend ist.

Anzeichen, dass dein Haustier eventuell Flöhe hat:

  • Häufiges Kratzen
  • Haarverlust, kahle Stellen
  • Rote und irritierte Haut
  • Krusten und Wunden auf der Haut, zum Beispiel um die Ohren herum oder der Basis des Schwanzes
  • Schwarzer Flohschmutz im Fell oder sichtbare Flöhe
  • Insektenbisse auf Personen aus deinem Haushalt, besonders an den Fußgelenken

Sind Flöhe gefährlich für mein Haustier?

Eine starker Befall, auf kleinen Hunden oder Katzen, können lebensbedrohlichen Blutverlust, auch als Anämie bekannt, verursachen, da die Flöhe das Blut des Tieres saugen. Daher ist es wichtig das Haustier regelmäßig auf Anzeichen eines Befalls zu untersuchen; und wenn du einen bemerkst oder dass dein Tier mehr als normal schläft, weniger aktiv ist oder schwach wirkt, kontaktiere umgehend deine Tierärzt: in.

Hunde und Katzen pflegen sich normalerweise selbst, indem sie sich sauber lecken. In dem Prozess nehmen sie neben den Haaren auch erwachsene Flöhe auf. Diese können dabei Bandwürmer übertragen. Anzeichen für einen Bandwurmbefall können unteranderem Erbrechen, Gewichtsverlust, verminderter Appetit und Durchfall sein. Bandwürmer lösen jedoch nicht immer Symptome aus und in seltenen Fällen können sie zudem indirekt auf den Menschen übertragen werden.

Manche Haustiere entwickeln eine allergische Reaktion, bekannt als Allergische Flohdermatitis, durch die Proteine im Flohspeichel, wenn sie dein Haustier für eine Blutmahlzeit beißen.

Vermutet wird außerdem, dass Flöhe Hämotrope Mykoplasmen auf Katzen übertragen können, auch bekannt als Feline Infektiöse Anämie (FIA). Symptome reichen von mild bis lebensbedrohlich. Sollte deine Katze mehr schlafen als normal, weniger aktiv sein oder schwach wirken, kontaktiere umgehend deine Tierärzt:in! Daher untersuche deine Katze oft auf Anzeichen von Flöhen und wenn du bemerkst, dass deine Katze mehr schläft als normal, weniger aktiv ist oder schwach wirkt, kontaktiere umgehend einen Tierarzt:in.

Obwohl es eher ungewöhnlich ist, besteht zudem ein Risiko für den Menschen, durch eine Übertragung des Bakteriums „Yersinia Pestis“, gebräuchlich auch als Beulenpest bezeichnet. Diese Krankheit kann von Rattenflöhen übertragen werden. Katzen, Hunde und andere Tiere sind mögliche Zwischenwirte der befallenen Flöhe, die ein direktes und lebensbedrohliches Risiko für den Menschen darstellen.

Wie behandle ich mein Tier am besten gegen Flöhe?

Der beste Weg, um Flöhe zu behandeln ist den Lebenszyklus des Flohs zu kennen. Wenn nur das Haustier selbst behandelt wird, bekämpft man bloß einen kleinen Prozentanteil der Flöhe. Denn nur 5% der erwachsenen Flöhe leben tatsächlich auf dem Tier. Die anderen 95%, so auch die Eier, Larven und Puppen, leben vor allem in der näheren Umgebung, wie deinem Garten oder deinem zu Hause.

Um den Flohbefall zu händeln und zu kontrollieren, muss die Behandlung aller Tiere erfolgen, ebenso wie die der häuslichen Umgebung. Flöhe legen ihre Eier bevorzugt in Ritzen, Spalten und weichen Möbeln und können dort bis zu einem Jahr überleben. Die Behandlung der näheren Umgebung deines Tieres ist also ausschlaggebend für den Erfolg.

Zudem gibt es zahlreiche Möglichkeiten ein Tier gegen Flöhe zu behandeln. Allerdings sind nicht alle Flohmittel gleich oder aber sicher für das Tier. Die beste Quelle, ein sicheres und vor allem effektives Mittel zu bekommen ist deine Tierärzt:in.

Flohmittel funktionieren, indem sie die Flöhe bei Kontakt mit dem Wirkstoff oder dessen Aufnahme töten. Generell werden Flohmittel zwar auch in Tierhandlungen, online oder in der Apotheke verkauft, deren Inhaltsstoffe sind jedoch nicht immer sicher für das Tier. Außerdem sind sie meistens weniger effektiv als die Flohmittel, die du von deiner Tierärzt:in bekommst.

Vergiss nicht alle Tiere in deinem Haushalt zu behandeln, ebenso wie die Tiere, die nur draußen leben. Am besten fragst du deine Tierärzt:in, welche Behandlung in deinem Fall die beste ist!

Warnung: Flohmittel speziell für Hunde sollten NIEMALS auf Katzen oder Kaninchen angewendet werden, da dies zu schweren Nebeneffekten führen kann!

Umgebungsbehandlung

Die Flohbekämpfung kann frustrierend sein. Häufig dauert es sogar mehrere Monate lang bevor alle Flöhe abgetötet sind. Dies ist dem Lebenszyklus‘ des Flohs zu verdanken, da die Eier der Flöhe am schwierigsten zu töten sind und eine lange Zeit in der Umgebung überleben können.

Gerade deswegen ist die gleichzeitige Behandlung der Umgebung besonders wichtig. Beachte jedoch, dass Flohmittel für die Umgebung niemals auf den Tieren selbst angewandt werden darf, da sie toxische Stoffe beinhalten, die schwere Nebenwirkungen auslösen können. Lies dir daher die Bedienungsanleitung eines jeden Mittels genau durch, bevor du es benutzt oder frage deine Tierärzt:in direkt, wenn du sie dir besorgst.

Vor der Nutzung von Umgebungssprays oder Flohbomben sollten alle Menschen und Tiere aus den Räumen entfernt werden. Dazu zählen auch Aquarien, Terrarien, aber auch Lebensmittel und Futternäpfe. Folge den Anleitungen genau. Nachdem die empfohlene Einwirkzeit abgewartet wurde, sollte gründlich gelüftet werden, indem die Türen und Fenster geöffnet werden, bevor Kinder oder Tiere wieder hineindürfen. Zusätzlich sollte das Bett des Tieres bei 60° gewaschen werden, um die Eier und Larven abzutöten.

Nach der Behandlung sollten alle Böden täglich, über einen Zeitraum von 14 Tagen, gestaubsaugt werden. Dabei sollte man die Flächen unter den Möbeln nicht vernachlässigen. Die Vibrationen des Staubsaugers locken Larven hervor und veranlassen Eier zu schlüpfen, sodass sie von dem Flohmittel abgetötet werden können. Der Staubsaugerbeutel sollte anschließend gründlich, z.B. indem er luftdicht in einer Mülltüte verstaut wird, draußen im Müll entsorgt werden.

Bei sehr starkem Befall kann es auch ratsam sein einen Kammerjäger hinzuzuziehen.

Immer noch lebende Flöhe trotz Behandlung?

Gründe, warum immer noch Flöhe in der Umgebung oder auf dem Tier aufzufinden sind:

  • Tiere wurden nicht gleichzeitig behandelt
  • Die Umgebung, in der das Tier lebt, wie z.B. das Körbchen, wurde nicht behandelt
  • Das Tier wurde verfrüht nach der Behandlung gewaschen, dazu zählt auch schwimmen
  • Es wurde das falsche Produkt genutzt oder nicht lange genug behandelt


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