Dog eating chocolate

Xylitol-Vergiftung

Xylitol ist ein chemischer Ersatzstoff, der als Süßungsmittel in vielen zuckerfreien Nahrungsmitteln, Backwaren, Zahnpasta oder auch homöopathischen Globuli vorkommt und inzwischen auch in zunehmenden Maße als Zuckerersatz in der Küche daheim verwendet wird. Er ist extrem giftig für Hunde, selbst bei Aufnahme von kleinsten Mengen kann schwere Folgen für den Hund haben. Besonders Kaugummis enthalten oft hohe Mengen an Xylitol (bis zu einem Gramm pro Stück) und sind deshalb so gefährlich für Hunde.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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Symptome einer Xylitolvergiftung

  • Schwäche und Lethargie
  • Erbrechen
  • Orientierungslosigkeit
  • Krampfanfälle oder Zittern
  • Kollabieren
  • Koma

Ursachen einer Xylitol-Vergiftung

Beim Hund kommt es zu einer 6x höheren, schnellen und dosisabhängigen Insulinausschüttung nach Aufnahme von xylitolhaltigen Lebensmitteln. Im Anschluss sinkt der Blutzuckerspiegel rapide auf ein lebensbedrohliches Niveau ab (Hypoglykämie). Bereits die orale Aufnahme von 50 mg/kg Körpergewicht kann toxisch für die Organismus sein und zu einer Leberzellnekrose mit anschließendem Leberversagen führen.

Die Symptome treten in der Regel 30 bis 60 Minuten nach der oralen Aufnahme auf.

Was kannst Du tun, um Deinem Hund zu helfen?

Überprüfe grundsätzlich alle für den menschlichen Verzehr geeignete Lebensmittel hinsichtlich ihrer Zutatenliste, bevor Du sie Deinem Hund gibst. Checke auch altbekannte Produkte regelmäßig auf ihre Inhalte, denn Markenartikel-Hersteller ändern gerne auch mal ihre Rezeptur.

Vermeide den Kauf von xylitolhaltigen Lebensmitteln, oder lagere sie weit entfernt vom Hundefutter, so dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. Stelle sicher, dass Dein Hund keine Möglichkeit findet, diese Lebensmittel in einem unbeachteten Moment “räubern” zu können.

Bei jedem kleinste Anfangsverdacht wende Dich bitte sofort an Deinen Tierarzt.

Behandlung einer Xylitol-Vergiftung

Sofern der Hund bei Bewusstsein ist, wird grundsätzlich das Auslösen von Erbrechen versucht, um die weitere Aufnahme von Xylitol durch die Magenschleimhaut zu verhindern bzw. zu reduzieren. Gleichzeitig sollte eine Blutabnahme erfolgen, um anhand von Laborwerten die Schwere und den Verlauf der Vergiftung besser einschätzen zu können.

Es kann sein, dass Dein Hund stationär in die Kleintierklinik aufgenommen wird, einen Tropf mit einer Veneninfusion erhält und über Nacht bleiben muss. Das hängt von der aufgenommenen Menge Xylitol und dem Verlauf des Blutzuckerspiegels ab.

Sollte es bereits zu Anzeichen eines Leberschadens gekommen sein, wird der Tierarzt mit Dir ggf. weitere notwendige Schritte in der Diagnostik und Therapie für Deinen Hund besprechen.

Aufnahme von Xylitol = lebensbedrohlicher Notfall!

Hindere Deinen Hund sofort daran, das xylitolhaltige Lebensmittel weiter aufzufressen. Entferne die Reste umgehend oder binde den Hund irgendwo an, damit er nicht noch mehr davon fressen kann.

Ruf Deinen Tierarzt an. Außerhalb seiner Sprechzeiten erfährst Du durch die Bandansage weitere Kontaktdaten des zuständigen Notdienstes in Deiner Region.

Mach telefonisch einen Termin in der nächsten Kleintierklinik. Es ist wichtig, dass Du am Telefon schon mitteilst, dass der Verdacht auf eine Xylitol-Vergiftung besteht. Die notdiensthabende Klinik wird Dich in der Regel bitten, sofort loszufahren und den Hund bei ihnen vorzustellen. Du darfst nicht abwarten, denn, auch wenn zu dem Zeitpunkt noch keine Symptome bei Deinem Hund erkennbar sind, werden die vermutlich nicht lange auf sich warten lassen, und dann ist es wichtig, dass Du mit ihm bereits beim Tierarzt bist, bevor es zu einer lebensbedrohlichen Krise kommt.Je schneller Dein Hund behandelt werden kann, umso besser steht um seine Chancen!

Sammle Beweise. Vergiss nicht, sofern möglich, Reste von der gefressenen Substanz zum Tierarzt mitzubringen, insbesondere, wenn das Gift und die Menge noch unklar sind!

Zögere nicht, handle sofort! Das kann lebensrettend sein!

Immer noch besorgt?

Dann buche jetzt eine Videosprechstunde mit einem unserer Tierärzte.

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