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Borreliose beim Hund: Symptome, Diagnose, Behandlung (+ häufige Fragen)

Unscheinbare Zeckenstiche können gelegentlich zu ernsthaften Erkrankungen führen, hervorgerufen durch ganz verschiedenartige Erreger wie Bakterien, Viren oder einzellige Parasiten. Leider bleiben diese Infektionen oftmals wegen der sehr unspezifischen Symptome längere Zeit unerkannt, was dann zu einem längeren Leidensweg führt, sowohl für den Hund, als auch seine Besitzer. Auch die Borreliose gehört zu diesen Krankheiten. Unsere Tierärzt:innen erklären dir, auf was du achten solltest um eine Ansteckung zu vermeiden und was es zu tun gilt, sollte dein Hund sich doch infiziert haben.

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Die meisten Zeckenstiche sind harmlos

Zunächst die gute Nachricht: Die meisten Zeckenstiche verlaufen bei unseren Hunden oftmals unbemerkt und ohne Auswirkung auf den Organismus. Manchmal kommt es zu einer lokalen Hautentzündung, die zwar behandelt werden muss, jedoch in der Regel folgenlos bleibt. Zuweilen kommt es jedoch zu systemischen Erkrankungen nach einem Zeckenstich, hervorgerufen durch die Übertragung von z.B. Borrelien. Was das für deinen Liebling und dich bedeutet, haben wir hier zusammengefasst.

Wie wird Borreliose beim Hund übertragen?

Borreliose – auch Lyme- oder Zecken-Krankheit genannt - ist in Deutschland die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit. Sie wird durch Bakterien der Gattung Borrelia hervorgerufen. Auch wir Menschen können daran erkranken – durch einen Zeckenstich.

Hauptüberträger ist der gemeine Holzbock, die häufigste Zecke in Europa. Ca. 30% der Zecken tragen die Borrelien bereits in sich. Wenn die Zecke frisch auf den Hund fällt, sucht sie sich ein geeignetes Plätzchen, heftet sich in der Haut an und beginnt Blut zu saugen. Die Borrelien werden mit dem Speichel der Zecke übertragen, jedoch nicht sofort, sondern erst 16-24 Stunden nach dem Stich. Erfreulicherweise trägt nicht jede Zecke Borrelien in sich, das variiert regional.

Nach der Übertragung vermehren sich die Borrelien in der Haut deines Hundes. Die beim Menschen so typische Rötung der Haut findet man selten oder sie bleibt unentdeckt unter dem dichten Haarkleid des Tieres. Von hier aus verteilen sich die Borrelien über die Blutbahn im gesamten Körper und können Entzündungen in Gelenken, an Nieren, Herz oder Nerven hervorrufen.

Übrigens: Glücklicherweise erkranken nur 5-10 % der infizierten Hunde an einer Borreliose, 95 % der infizierten Hunde entwickeln dank ihres Immunsystems keine Symptome.

Ist Borreliose beim Hund gefährlich?

Äußert sich die Borreliose vor allem am Bewegungsapparat des Hundes, so ist dies schmerzhaft für die betroffenen Tiere. Im Falle einer Entzündung von Nerven oder inneren Organen wie Nieren und Herz kann es zu irreparablen Schäden kommen, wenn die Erkrankung nicht zeitnah diagnostiziert wird. So können z.B. Nervenausfälle mit Lähmungen auftreten oder aber auch eine eingeschränkte Nierenfunktion oder eine Herzmuskelentzündung die Folge sein. All dies kann im schlimmsten Fall tödlich für den betroffenen Patienten enden.

Borreliose beim Hund: Symptome

Krankheitssymptome beim Hund treten oft erst Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich auf und zeigen sich eher unspezifisch:

  • Fieber

  • Lustlosigkeit

  • Appetitlosigkeit

  • Geschwollene Lymphknoten

  • Schmerzhafte und geschwollene Gelenke sowie daraus resultierende Lahmheiten

Unser Tipp: Du kannst Schwellungen bei deinem Hund feststellen, indem du beide Seiten miteinander vergleichst, z.B. das betreffende Gelenk des rechten mit dem des linken Beins.

Die Diagnose von Borreliose beim Hund

Sobald ein Verdacht auf Borreliose besteht, solltest du sofort eine:n praktischen Tierärzt:in konsultieren, damit so schnell wie möglich mit einer Therapie begonnen werden kann.

Für die sichere Diagnose wird deinem Hund in der Tierarztpraxis Blut abgenommen und dieses für einen Borrelien-Antikörper-Nachweis ins Labor geschickt sowie ein Blutbild erstellt.

Aber was sagt ein positiver Test aus? Erstmal nur, dass dein Hund schon einmal Kontakt mit Borrelien hatte. Viele Hunde haben nämlich aufgrund einer stillen Infektion zwar Antikörper, sind aber nie erkrankt. Nur in Kombination mit den typischen oben genannten Symptomen ist der Test beweisend für eine Borreliose. Es gibt auch einen direkten Nachweis aus Hautproben und Gelenken.

Therapie von Borreliose beim Hund

Sobald die Diagnose „Borreliose“ feststeht, sollte sofort mit der Behandlung begonnen werden, um die Heilungschancen für deinen Hund zu erhöhen. Hierfür werden bestimmte Antibiotika eingesetzt, die über einen Zeitraum von 3-4 Wochen eingegeben werden. Zusätzlich bekommen betroffene Hunde entzündungshemmende Arzneimittel verabreicht.

Manchmal wird eine Borreliose wegen der häufig unspezifischen Symptome erst sehr spät erkannt und ist schon chronisch. Auch in diesen Fällen werden Antibiotika verabreicht. Manchmal heilt die Borreliose dann leider nicht mehr vollständig ab und es kommt zu Spätschäden an verschiedenen Organen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass du sofort mit eine:r Tierärzt:in sprichst, wenn du bei deinem Hund Abgeschlagenheit und Fressunlust feststellst.

Vorbeugung durch Impfung möglich?

Es gibt eine Impfung gegen Borreliose. Sie wird vor allem für Hunde mit einem bekanntermaßen hohen Expositionsrisiko empfohlen – also, wenn der Hund in einem Gebiet lebt, wo die Krankheit endemisch ist oder wenn es dort eine hohe Anzahl von Zecken gibt.

Der beste Schutz für deinen Hund besteht in einem zuverlässigen Schutz vor Zeckenbefall mit wirksamen Zeckenschutz-Präparaten. Diese solltest du in der Zeckensaison, in der Regel Februar bis November, lückenlos in bestimmten Abständen eingeben oder auftragen, je nachdem, ob du Tabletten bevorzugst oder Spot On-Präparate bzw. Halsbänder. Damit schützt du deinen Hund vor einer Infektion. Die Zecke stirbt am Hund, bevor sie die gefährlichen Erreger über den Speichel ausscheiden kann.

Zudem solltest du deinen Hund nach jedem Spaziergang nach Zecken absuchen und diese fachgerecht entfernen. Wenn du die Zecke innerhalb der ersten 16 Stunden entfernst, kannst du eine mögliche Borreliose-Infektion verhindern. Auch nicht festsitzende Zecken solltest du entfernen, sie können auf den Menschen übergehen und sind somit auch eine Gefahr für dich und deine Familie.

Leseempfehlung:

Wie du Spot On-Präparate zum wirksamen Zeckenschutz richtig aufträgst, kannst du unter Auftragen von "Spot On"-Medikamenten bei Hunden und Katzen noch einmal genau nachlesen.

Und auch wie eine Zecke fachgerecht entfernt wird haben dir unsere Tierärzt:innen im Artikel Zecken beim Hund: Was du wissen solltest & Tipps für dich und dein Tier erklärt.


Borreliose - hier die 7 wichtigsten Fakten im Überblick

  1. Borrelien sind Bakterien und werden von Zecken übertragen. Die Übertragung beginnt erst 16-24 Stunden nach dem Anheften der Zecke am Tier.

  2. Eine Infektion mit Borrelien führt beim Hund nur in 5-10% der Fälle zu einer Erkrankung.

  3. Krankheitssymptome beim Hund sind Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Lymphknotenschwellungen und Lahmheiten und treten erst 4 Wochen bis 5 Monate nach Zeckenstich auf.

  4. Die Diagnose wird durch einen Bluttest in Verbindung mit der Symptomatik gestellt.

  5. Zeitnahe Therapie mit Antibiotika verbessert die Heilungsaussichten.

  6. Zeckenschutz ist die beste Prophylaxe.

  7. Die Impfung wird für stark exponierte Hunde empfohlen.


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Häufige Fragen

Ist Borreliose beim Hund tödlich?

Wenn die Diagnose “Borreliose” erst spät gestellt wird und die inneren Organe bzw. das Nervensystem bereits irreparable Schäden davon getragen hat, kann die Erkrankung tödlich verlaufen.

Borreliose Impfung für den Hund: Hat sie Nebenwirkungen?

Genau wie wir Menschen reagieren Tiere unterschiedlich auf Impfungen: Einige fühlen sich am Tag der Injektion etwas müde und ruhen lieber, Andere zeigen keinerlei Auffälligkeiten und verhalten sich wie gewohnt. Wie bei jeder Impfung kann die Borreliose-Impfung eine vorübergehende Schwellung im Impfgebiet hervorrufen. Bei sensiblen Hunden kann dies auch mit einer kurzfristigen Schmerzhaftigkeit von meist maximal 12-24 Stunden verbunden sein. Am besten ist es, deinen Hund nach der Impfung genau zu beobachten und für den Rest des Tages keine anstrengenden Programmpunkte zu planen.

Was ist der Preis der Borreliose Impfung für Hunde?

Die Preise für eine Borrelioseimpfung können regional variieren. In der Regel ist mit ca. 50 - 75 Euro zu rechnen, nähere Informationen kannst du aber jederzeit in deiner Haustierarztpraxis erfragen.

Kann Borreliose beim Hund zu Lahmheit führen?

Ja! Durch die entzündeten und geschwollenen Gelenke zeigen erkrankte Hunde häufiger auch Lahmheiten. Allerdings gilt dies nicht für jeden Patienten - weiter oben haben wir aufgelistet, auf welche weiteren Symptome man bei Verdacht auf eine Borreliose zusätzlich achten sollte.

Kann/sollte man Borreliose beim Hund mit Homöopathie behandeln?

Die homöopathische Behandlung einer Borrelienerkrankung ist nicht empfehlenswert. Die Therapie besteht aus der Gabe von speziellen Antibiotika die mit Entzündungshemmern kombiniert werden. Um einen chronischen Verlauf der Borreliose zu verhindern, sollte die geeignete Behandlungsform so schnell wie möglich begonnen werden.

Bei weiteren Fragen oder Unsicherheiten vereinbare gerne hier einen Termin mit unseren Tierärzt:innen von FirstVet.


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