41401 CFD 874 F 43 D3 B23 D 796 C3 F4324 A2

Diabetes bei Katzen

Wenn du denkst, dass deine Katze Diabetes hat, bist du wahrscheinlich gerade besorgt und etwas überfordert. Diabetes wirkt auf den ersten Blick wie eine sehr komplizierte Krankheit. Doch wenn sie früh entdeckt und richtig behandelt wird, kann deine Katze trotzdem ein langes, glückliches Leben haben. Lies‘ weiter, wenn du mehr über Diabetes bei Katzen, die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten, erfahren möchtest.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
Wussten Sie, dass FirstVet Videoanrufe mit erfahrenen, in Deutschland registrierten, Tierärzten anbietet? Wenn Sie bei einem unserer Tierkrankenversicherungspartner versichert sind, sind Ihre Videoanrufe komplett kostenlos. Sie können innerhalb von 30 Minuten eine Konsultation erhalten, indem Sie sich hier bei FirstVet anmelden.

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus ist eine Krankheit, die auftritt, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend Insulin zur Verfügung stellt. Insulin ist ein Hormon, das dabei hilft, Glukose in die Zellen aufzunehmen, damit Organe und Gewebe ernährt werden können. Ohne Insulin kann eine diabetische Katze den ganzen Tag lang essen, ohne dass die Glukose die Zellen erreicht. Stattdessen ist die Glukose im Blut gefangen, wo sie der Katze nichts bringt. Genau wie bei diabetischen Menschen, brauchen Katzen also täglich Insulinspritzen, damit die Glukose in die Zellen aufgenommen und genutzt werden kann.

Normalerweise helfen die Nieren dabei, die Glukose zu kontrollieren. Bei Diabetikern sind die Nieren jedoch überfordert mit den großen Mengen Glukose im Blut, sodass überschüssiger Zucker im Harn ausgeschieden wird. Die Glukose im Harn zieht wiederum Wasser an, weshalb diabetische Katzen häufig deutlich mehr Harn absetzen als normal. Damit sie nicht dehydrieren, trinken sie auch viel mehr. Diabetische Katzen bekommen außerdem häufig Blasenentzündungen, weil die Glukose im Harn das Bakterienwachstum fördert.

Ohne Insulin (unbehandelt) fangen diabetische Katzen langsam an ihre Muskulatur abzubauen, um daraus Energie zu gewinnen. Bei diesem Abbauprozess werden jedoch auch Ketone produziert, die für den Körper toxisch sind und auch tödlich sein können (diabetische Ketoazidose).

Ursachen für Diabetes bei Katzen

In der Bauchspeicheldrüse wird das Insulin von den sogenannten beta-Zellen produziert. Bei manchen Katzen gibt es einfach nicht genügend beta-Zellen oder die beta-Zellen produzieren nicht genug Insulin, oder eine Mischung aus beidem liegt vor. Das ist ähnlich zum Typ-II-Diabetes, an dem Menschen leiden, der auch als Altersdiabetes oder „nicht-Insulin-abhängiger Diabetes“ bezeichnet wird. In manchen Fällen produzieren die beta-Zellen einfach überhaupt kein Insulin. Das ist ähnlich zum Typ-I-Diabetes beim Menschen, der auch als angeborener oder „insulin-abhängiger Diabetes“ bezeichnet wird.

Symptome von Diabetes bei Katzen

Die häufigsten Symptome sind vermehrtes Trinken, vermehrter Harnabsatz und Hunger. Wenn es schon sehr ernst ist, kann deine Katze auch Gewicht verlieren und lethargisch sein. Diabetische Katzen sind anfangs häufig übergewichtig und verlieren dann sehr viel Muskelmasse, sodass sie später ausgezehrt aussehen. Dazu kommt es, wenn die Katze nicht frühzeitig untersucht und entsprechend behandelt wird. Glücklicherweise verschwinden die meisten, wenn nicht sogar alle Symptome wieder, wenn deine Katze richtig behandelt wird.

Wie diagnostiziert man Diabetes bei Katzen?

Diabetes mellitus wird diagnostiziert, wenn wiederholt ein hohes Glukoselevel im Blut, Glukose im Urin und weitere Laborparameter sowie die oben beschriebenen klinischen Symptome festgestellt werden. Wenn du den Verdacht hast, dass deine Katze Diabetes haben könnte, ist es sehr wichtig, dass du sie sobald wie möglich untersuchen lässt und gegebenenfalls schnell mit der Therapie begonnen wird.

Therapie für Diabetes bei Katzen?

Katzen sind anders als alle anderen Tierarten, weil sie einen transienten Diabetes haben können. Das heißt, dass MANCHE Katzen (nicht alle) aus dem Diabetes herauskommen, wenn sie schnell und richtig behandelt werden. Das kann man sich so vorstellen, wie Diabetes II beim Menschen – der ja auch als nicht-Insulin-abhängiger-Diabetes bezeichnet wird. Das heißt, dass es möglich ist, NACHDEM der Stoffwechsel der Katze durch Insulinbehandlung wieder ausgeglichen wurde, sie vom Insulin zu entwöhnen, sofern die Bauchspeicheldrüse anschließend genügend Insulin produziert. Dies darf ausschließlich unter tierärztlicher Anweisung probiert werden. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Entwöhnung erfolgreich verläuft und die Katze so „geheilt“ werden kann.

Insulin

Insulininjektionen werden typischerweise zweimal täglich gegeben (alle 12h), 30-60 Minuten vor einer Mahlzeit. Die Insulinmengen werden anfangs von deine:r Tierärzt:in berechnet. Danach kann die Dosis, je nachdem wie deine Katze reagiert, über mehrere Wochen oder Monate weiter feinjustiert werden. Manche Katzen lassen sich schnell auf Insulin einstellen, andere benötigen eine längere Feineinstellung.

Es ist sehr wichtig geduldig zu sein, während deine Katze auf Insulin eingestellt wird. Du solltest die Dosis nie ohne tierärztliche Rücksprache verändern. Die meisten Katzen müssen für 2-3 Wochen mit einer neuberechneten Dosis behandelt werden, bevor man wirklich abschätzen kann, ob sie erneut angepasst werden muss.

Es gibt verschiedene Insulintypen, von denen deine haustierärztliche Praxis die richtige für deine Katze aussuchen wird. Ein wichtiger Teil der Behandlung ist die Beobachtung der Reaktion deiner Katze auf die Insulintherapie über längere Zeit. Es kann sein, dass dein:e Tierärzt:in dich bittet deine Katze regelmäßig für einen Tag in der Praxis zu lassen, damit alle 2h Stunden der Glukosespiegel gemessen werden kann. Diesen Tagestest nennt man auch Blutglukosekurve oder Tagesprofil. Damit kann genau überprüft werden, wie deine Katze an einem durchschnittlichen Tag auf ihre Insulintherapie reagiert.

Dein:e Tierärzt:in wird dir genau erklären und zeigen wie du Insulininjektoren richtig lagerst und anwendest. Die Nadeln sind sehr klein, weshalb sich die meisten Katzen die Injektionen überraschend gut geben lassen.

Futter / Diät

Die richtige Fütterung ist sehr wichtig bei einer diabetischen Katze! Lass‘ dich von deiner haustierärztlichen Praxis beraten, welche rezeptfreien oder verschreibungspflichtigen Futtermitteln für deine Katze am besten sind. Hier kannst du mehr über Katzenfütterung erfahren.

Wie kannst du verhindern, dass deine Katze Diabetes bekommt?

Lass‘ deine Katze nicht übergewichtig werden! Es gibt Trockenfutter-Spielzeuge, die deine Katze dazu zwingen langsamer zu fressen, bzw. sich das Futter zu verdienen. Außerdem gibt es rezeptpflichtige kalorienarme Diäten die deiner Katze dabei helfen können abzunehmen. Wenn du eine reine Wohnungskatze hast, solltest du probieren sie ausreichend zu beschäftigen und zur Bewegung anzuregen.

Wann solltest du dich an ein:e Tierärzt:in wenden?

Wenn deine Katze mehr trinkt, uriniert, Hunger hat, oder diese Symptome schon länger hat und jetzt Gewicht verliert, schlapp oder dehydriert wirkt, oder schlechtes Fell bekommen hat, wird dein:e Tierärzt:in ein Blutbild oder andere Labortests machen um herauszufinden, woran es liegt. Viele Krankheiten zeigen diese oder ähnliche Symptome, weshalb es sehr wichtig ist genau herauszufinden was die Ursache ist, um deiner Katze richtig behandeln zu können.

Hast du weitere Fragen zur Gesundheit deiner Katze?

Vereinbare eine Videosprechstunde, um mit einer unserer Tierärzt:innen zu sprechen.

Mehr Artikel über Katze