Yorkshiterrier

Die drei häufigsten Krankheiten der Hornhaut (Kornea) beim Hund

Jede Erkrankung der Augenoberfläche kann eine Gefahr für die Sehkraft sein. Daher ist es sehr wichtig sie schnell und effizient zu behandeln. Im Folgenden werden die häufigsten Hornhauterkrankungen beim Hund zusammengefasst.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
Wussten Sie, dass FirstVet Videoanrufe mit erfahrenen, in Deutschland registrierten, Tierärzten anbietet? Wenn Sie bei einem unserer Tierkrankenversicherungspartner versichert sind, sind Ihre Videoanrufe komplett kostenlos. Sie können innerhalb von 30 Minuten eine Konsultation erhalten, indem Sie sich hier bei FirstVet anmelden.

Was ist die Hornhaut?

Die Hornhaut, auch Kornea genannt, ist eine sehr clevere Struktur. Es ist eine spezialisierte Form von Haut, die das Auge bedeckt und das Augeninnere schützt. Die Kornea ist durchsichtig, sodass Licht hindurch scheinen kann und in tieferen Schichten verarbeitet werden kann.

Trockene Augen (Keratokonjunktivitis sicca)

Keratokonjunktivitis sicca (KCS), auch als „trockene Augen“ bekannt, kommt meist bei mittelalten Tieren vor, die nicht mehr genügend Tränensekret produzieren. Dickflüssiger grünlicher Ausfluss und eine Bindehautentzündung können erste Anzeichen für eine KCS sein. Obwohl es eigentlich eine Erkrankung der Tränendrüsen ist, bewirkt es eine trockene, klebrige Kornea, die sich leicht entzündet. Dadurch wird die Oberfläche wolkig oder fleckig, wodurch sich das Ganze verschlechtern kann und im schlimmsten Fall zur Blindheit führt, wenn es nicht behandelt wird.

Wenn eine KCS früh erkannt wird, ist sie gut behandelbar. Zur Behandlung gehören in der Regel Augentropfen und Tränenersatz. Es ist sehr wichtig, dass die Therapie lebenslang beibehalten und nicht unterbrochen wird. Bulldoggen, Cocker Spaniel und bestimmte Terrier sind besonders anfällig für KCS.

Augenulkus

Als Ulkus bezeichnet man eine Verletzung der Korneaoberfläche. Verletzungen der Kornea können oberflächlich oder tief sein und durch ein Trauma, wie eine Kratzverletzung, oder durch Fremdkörper wie kleine Dornen verursacht werden. Ein Ulkus kann sich auch vergrößern und entzünden. Grundsätzlich heilt die Kornea gut von selbst. Ein Ulkus muss jedoch häufig mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt werden. Sie können sich schnell verschlechtern, weshalb sie immer sofort tierärztlich untersucht und behandelt werden sollten.

Manchmal heilt ein Ulkus trotz medizinischer Behandlung nicht ab, sodass er chirurgisch versorgt werden muss.

Tiefe Ulzera kommen häufig bei kurznasigen Hunden wie Möpsen und Französischen Bulldoggen oder Hunden mit Vorerkrankungen, z.B. KCS vor. Wenn der Ulkus sehr tief oder entzündet ist (oder beides), muss er möglicherweise aggressiv behandelt werden.

Nicht-heilende oberflächliche Ulzera, auch als Boxer-Ulzera, nicht-schmerzhafte Ulzera oder SSCED bezeichnet, kommen, wie der Name vermuten lässt, besonders häufig bei Boxern und einigen anderen Rassen vor. Eine Abheilung gelingt nicht. Bestimmte chirurgische Methoden, z.B. eine Keratotomy oder Debridement mit Diamantbohrern können die Heilung verbessern.

Keratitis

Als Keratitis bezeichnet man eine Entzündung der Hornhaut. Normalerweise gibt es dafür eine Ursache, aber manchmal kann man sie nicht finden. Zu den häufigsten Ursachen zählen KCS, reibende Haare am Auge (besonders Nasenhaare) oder eine eingeschränkte Lidfunktion. Letzteres wird häufig bei kurznasigen Rassen mit großen Augen beobachtet, z.B. Französischen Bulldoggen oder Möpsen. Diese Rassen haben im Augenwinkel häufig dunkle Farbpigmente auf der Kornea (Keratitis pigmentosa), welche sich über die ganze Augenoberfläche ausbreiten und zur Erblindung führen können. Keratitis pigmentosa kann chirurgisch behandelt werden, um die Lidgröße zu korrigieren und gegebenenfalls Pigmentdepots zu entfernen.

Weitere Korneaerkrankungen

Seltener kann sich die Kornea durch Pilze oder Hefen entzünden. Diese Entzündungen sehen Ulzera sehr ähnlich, heilen aber nicht aus. Die Kornea wird auch hierbei wolkig, durch die sogenannte endotheliale Dystrophie. Diese Erkrankung ist bei Menschen weit häufiger als bei Haustieren, wird aber bei manchen Tiersenioren und Boston Terriern beobachtet.

Alle beschriebenen Augenerkrankungen sind ernst und können zur Erblindung des Hundes führen. Daher solltest du sofort tierärztlichen Rat aufsuchen, wenn du eins der beschriebenen Symptome bei deinem Hund vermutest.

Erfahre mehr:

Blinde Hunde und Katzen

Was ist ein „Cherry Eye“?

Wie du deinem Haustier Augenmedikamente verabreichst: Schritt-für-Schritt Anleitung

Du hast weitere Fragen zu den Augen deines Hundes? Buche jetzt einen Videotermin mit einem unserer FirstVet-Tierärzt:innnen.

Mehr Artikel über Hund