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Kastration der Hündin: Kosten, Ablauf & Nachsorge

In der heutigen Zeit wird es immer üblicher, seine Hündin kastrieren zu lassen. Während einer Kastration werden die Eierstöcke (auch “Ovariektomie”, kurz OE genannt) oder sowohl die Eierstöcke als auch die Gebärmutter entfernt (eine sogenannte “Ovariohysterektomie” / OHE). In diesem Artikel sprechen wir über die Vor- und Nachteile einer Kastration und außerdem über den Ablauf der Operation und die Nachsorge.

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Manchmal wird die Kastration im Volksmund auch als Sterilisation bezeichnet, aber generell wird eine Sterilisation nicht bzw. nur sehr selten durchgeführt. Dabei wird lediglich die Verbindung zwischen den Eierstöcken und der Gebärmutter abgebunden (nicht entfernt), damit das Tier nicht trächtig werden kann. Die Produktion der Geschlechtshormone bleibt aber bestehen.

Vorteile der Kastration

Wenn die Hündin sehr unregelmäßige Läufigkeiten oder problematische Verläufe dieser zeigt bzw. eine Fehlgeburt hat, ist eine Kastration immer indiziert. Eine Kastration kann der Hündin auch helfen, sich besser zu fühlen, wenn sie die Läufigkeit und die Hormone stark stressen und zum Beispiel Scheinträchtigkeiten auftreten.

Auch kann sie nicht mehr trächtig werden, was vor allem dann von Vorteil sein kann, wenn mehrere Hunde in einem Haushalt zusammenleben und nicht die Möglichkeit besteht, diese während der Hitze der Hündin getrennt zu halten.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Hündin keine Pyometra (Gebärmutterentzündung/-vereiterung) bekommen kann oder andere Krankheiten, die im Zusammenhang mit den Eierstöcken und der Gebärmutter stehen.

Sollte die Hündin an einer Gebärmutterentzündung leiden, ist die häufigste Behandlung eine Notfalloperation, bei der die Eierstöcke mitsamt dem Uterus entfernt werden. Diese Operation ist immer riskanter als die Kastration einer gesunden Hündin.

Einige Hündinnen, die an Diabetes leiden, müssen in der Regel ebenfalls kastriert werden, um die Krankheit unter Kontrolle zu halten.

Auch verringert sich bei einer frühen Kastration das Risiko von Gesäugetumoren.

Nachteile der Kastration

Die Operation und die Anästhesie stellen immer ein Risiko für die Hündin dar, selbst wenn dieses relativ gering ist.

Nach einer Kastration verlangsamt sich der Stoffwechsel um ca. 30 %. Dies bedeutet, dass in der Folge häufig weniger Futter oder ein speziell angepasstes Futter für kastrierte Hunde gegeben werden muss, damit die Hündin nicht unkontrolliert zunimmt und übergewichtig wird. Übergewicht kann wiederum andere Probleme und Krankheiten verursachen.

Auch können Hündinnen nach einer Kastration inkontinent werden, d.h. sie verlieren unkontrolliert Urin. Dies tritt am häufigsten bei größeren Hunden auf, kann aber in den meisten Fällen mit zufriedenstellenden Ergebnissen behandelt werden.

Einige Hündinnen können Fellveränderungen aufweisen, es wird als stumpfer oder struppiger wahrgenommen oder wirkt im Vergleich zu vor der Kastration mehr (da die Unterwolle hervorwuchert).

Wie ist der Ablauf einer Kastration bei der Hündin?

In Deutschland werden heute die meisten Hündinnen über einen kleinen Schnitt in der Mitte des Bauches kastriert. Die Gefäße an den Eierstöcken (und am Gebärmutterhals bei der OHE) werden abgebunden, um dann die Eierstöcke (und ggf. den gesamten Uterus) in einem Stück entfernen zu können. Der operative Zugang zum Bauch wird dann in mehreren Schichten wieder zusammengenäht.

In den letzten Jahren haben mehrere Tierkliniken begonnen, die Kastration durch minimalinvasive Chirurgie anzubieten (“endoskopische Kastration”). Hierzu werden in der Regel nur ein 2 kleinere Zugänge an der Seite des Bauches benötigt und es werden nur die Eierstöcke entfernt. Diese Methode ist nicht für alle Hündinnen geeignet und es muss von Fall zu Fall entschieden werden werden, ob es für deine Hündin in Frage kommt.

Hündin Kastration Nachsorge: Die Zeit nach der Operation

Die Hündin kann normalerweise noch am selben Tag nach der Operation wieder nach Hause gehen. Wenn jedoch Komplikationen aufgetreten sind, muss die Patientin möglicherweise einige Tage zur Beobachtung bleiben. Sie bekommt einen Halskragen oder einen Body, damit sie nicht an der Operationswunde lecken kann. Zudem erhält sie ein Schmerzmittel und Entzündungshemmer, welches einige Tage lang nach der Operation gegeben werden muss.

Wenn die Hündin sichtbare Fäden hat, müssen diese 7-14 Tage nach dem Eingriff gezogen werden. Wenn die Wunde stattdessen so genäht wird, dass die Stiche in der Haut verborgen sind und deshalb keine Entfernung der Fäden nötig ist, sollte die Hündin trotzdem immer noch einen Halskragen oder Body tragen, bis die Wunde vollständig verheilt ist.

Da bei der Operation die Bauchmuskeln eröffnet werden und die anschließende Naht gut abheilen soll, sollte die Hündin einige Tage lang geschont werden. Man sollte es ruhig angehen lassen und nur kurze Spaziergänge an der kurzen Leine machen.

Ruhigere Aktivitäten werden normalerweise während dem ganzen ersten Monat nach der Kastration empfohlen. Wenn die Hündin durch eine endoskopische Kastration kastriert wurde, ist die Erholungszeit oft kürzer.

In den meisten Fällen rät dein:e Tierärzt:in zur häuslichen Pflege und Nachsorge. Es ist jedoch immer eine gute Idee zu fragen, was genau für deinen Hund gilt, wenn du dich unsicher fühlst.

Alter für die Kastration

Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, wann der optimale Zeitpunkt für die Kastration einer jungen Hündin ist. Dein:e Tierärzt:in hilft gerne weiter, um zu entscheiden, was zu deinem Hund passt, beispielsweise abhängig von Größe und Entwicklung. Es wurde festgestellt, dass das Risiko von Gesäugetumoren mit der frühen Kastration immer weiter abnimmt.

Eine Kastration der gesunden Hündin sollte immer in der Zeit zwischen zwei Läufigkeiten durchgeführt werden, da das Risiko von Komplikationen so gering wie möglich gehalten wird.

Während der Läufigkeit oder Scheinträchtigkeit ist die Operation weniger geeignet, kann jedoch erforderlich sein, wenn die Hündin beispielsweise an einer Gebärmutterentzündung leidet.

Welche Kosten kommen bei der Kastration der Hündin auf mich zu?

Das ist von Praxis zu Praxis etwas verschieden. In der Regel kostet die Kastration für die Hündin ungefähr 600-800 Euro. In einigen Praxen ist der Eingriff jedoch auch günstiger.

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