Övervikt hund

Übergewicht beim Hund

Welcher Hundebesitzer kennt das nicht? Man sitzt beim Essen, unser vierbeiniger Freund neben uns. Mit seinen treuen, traurigen Augen schaut er uns an und scheint uns jeden Bissen in den Mund zu zählen. Die ersten paar Minuten bleiben wir noch standhaft „nein, es gibt nichts vom Tisch, dein Fressi kriegst du später“ doch nach ein paar Minuten unter dieser sehnsüchtigen Beobachtung geben wir dann doch nach. Und schwups landet ein Teil unseres Schnitzels in Wuffis Maul.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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So oder so ähnlich geht es vielen Hundebesitzern, dabei ist genau dieses unüberlegte „nebenbei“ Füttern eine häufige Ursache für Übergewicht bei Hunden. Ebenso wie, zu energiedichte Nahrung (hallo Schnitzel!!), Alter, Rasse und Leckerlies als Belohnung.

Erfahre hier mehr über die Ursachen des Übergewicht bei deinem Hund und wie du dieses am besten vermeiden kannst.

Wann ist mein Hund übergewichtig?

Hund gelten als übergewichtig wenn das Körpergewicht mehr als 15% über dem Idealgewicht liegt.

Das heißt ein Hund, der eigentlich 10 Kilo wiegen sollte und nun mehr als 11,5 Kilo auf die Wage bringt, gilt bereits als übergewichtig. Von Adipositas (also krankhaftem Übergewicht) spricht man wenn das Gewicht 30% über dem Idealgewicht liegt.

Um den Ernährungszustand deines Hundes besser beurteilen zu können, solltest du keine geeignete Waage zur Hand haben, kannst du auch den Body Condition Score zu Rate (einfach googeln, es gibt diverse Bilder zu dem Thema ) ziehen. Anhand dessen kannst du sehr gut beurteilen wie es um die Figur deines treuen Freundes bestellt ist. Man muss hierbei allerdings im Hinterkopf behalten, dass diese Beurteilung immer sehr subjektiv ist.

Ein übergewichtiger Hund hat ein höheres Risiko an bestimmten Erkrankungen zu leiden wie z.B. Diabetes mellitus, Knochen- und Gelenkserkrankungen wie Arthrose und Arthritis, sowie Herz und Lungenerkrankungen usw.)

Was sind die Ursachen des Übergewichts bei meinem Hund?

Meist liegt die Ursache für Übergewicht nicht nur in einem Faktor begründet. Häufig spielen verschiedene Faktoren zusammen, wie beispielsweise:

  • besonders energiedichte Nahrung
  • mehrere Tiere in einem Haushalt (eine Überwachung der Futteraufnahmen, wer wann was und wie viel frisst ist hier kaum noch möglich)
  • ungünstig zusammengesetzte Nahrung
  • Neigung zu gesteigerter Futteraufnahme (vor allem aus Langeweile) oder
  • mangelnder Auslauf/Bewegung
  • Kastration (häufiger weibliche, kastrierte Tiere betroffen)
  • eine genetische Neigung zum Fettansatz, (bestimmte Rassen z.B. Labrador sind davon eher betroffen als andere) sie haben genetisch bedingt einen niedrigeren Energiebedarf
  • Alter; je älter das Tier, desto weniger bewegen sich die Tiere in der Regel, häufig auf Grund altersbedingter Erkrankungen wie Arthrose etc., so sinkt der Energiebedarf bei älteren Tieren um bis zu 20%
  • Auch hormoneller Störungen (z.B. Schilddrüsenunterfunktion, Nebennierenüberfunktion) ,Medikamente oder Verhaltensprobleme können zu Übergewicht bei des Menschen liebstem Freund führen.

Was kann ich tun um das Übergewicht meines Hundes zu reduzieren?

  • Überwache das Futterverhalten deines Hundes und kontrollieren, was dein Hund den ganzen Tag über frisst. Am besten legst du ein Futtertagebuch an, in das du alles aufschreibst, was dein Hund über den Tag verteilt frisst (inklusive Leckerlies). So hast du den besten Überblick über die Kalorien, die dein vierbeiniger Freund tatsächlich zu sich nimmt. Berechne die bisherige Kalorienaufnahme (gekauftes Futter enthält die Angaben hierzu auf der Verpackung, für menschliche Leckerlies kannst du eine Kalorientabelle für den Menschen zu Rate ziehen) so kannst du besser beurteilen, wie viel Kalorien dein Hund wirklich zu sich nimmt
  • Füge mehr Gemüse dem Futter bei, so wird dein Hund satt, nimmt aber weniger Kalorien zu sich. Du kannst auch Gemüse als Leckerlies verwenden (z.B. Karrottenstückchen)
    Auch Zellulose kannst du über den Tag verteilt in Wasser aufgelöst verabreichen, das füllt den Magen und nimmt deinem Hund den Hunger
  • Verwende beim Training einen Klicker anstatt einer Belohnung durch Lekerlis, so kannst du mit deinem Hund trainieren ohne ihm zusätzliche Kalorien zu zu führen.
  • Kontrolliere regelmäßig das Gewicht deines Hundes (etwa einmal pro Woche).
  • Achte darauf, dass dein Hund keinen Zugang zu Futter anderer Tiere oder zu deinem Essen hat.
  • Achte auf ausreichend Bewegung deines vierbeinigen Freundes, gehe mindestens zweimal täglich mit ihm Gassi und spiele mit ihm.
  • Auch wenn der Kopf gefordert ist, werden Kalorien verbrannt, beschäftige dich also mit deinem Hund und lass ihn sich sein Essen erarbeiten oder mache andere „Kopfspiele“ mit ihm.
  • Füttere ein kommerzielles Futter zum Abnehmen, diese gibt es von diversen Herstellern, so kannst du sicher stellen, dass dein Hund abnimmt ohne an einem Nährstoffmangel zu leiden.

Was dein Tierarzt tun kann

Dein Tierarzt kann dir bei der Gewichtsreduktion helfen in dem er

  • organische Ursachen des Übergewichts ausschließt
  • er kann mit dir das optimale Zielgewicht deines Lieblings fest legen
  • er kann mit dir einen detaillierten Plan für die Gewichtsabnahme aufstellen
  • er kann dir helfen entsprechende Veränderungen vorzunehmen um deinem Hund zu mehr Bewegung/Beschäftigung zu verhelfen
  • falls du selbst für deinen Hund kochen möchtest kann er dir einen Ernährungsplan aufstellen in dem alle Nährstoffe enthalten sind, die dein Hund braucht
  • er kann dir ein kommerzielles Trockenfutter empfehlen, welches spezielle für diese Fälle konzipiert ist

Solltest du dir unsicher über das Gewicht oder den Gesundheitszustand deines Hundes sein, buche eine Videokonsultation bei einem unserer erfahrenen Tierärzte von Firstvet



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