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Kastration des Rüden - Vor- und Nachteile

Es ist sehr üblich geworden heutzutage, männliche Hunde zu kastrieren. Es gibt die chirurgische und die chemische Kastration. In diesem Artikel beantworten wir einige der häufigsten Fragen und Bedenken, welche bezüglich der Kastration des Rüden aufkommen.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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Vorteile der Kastration

Neben der Tatsache, dass ein kastrierter Rüde nicht zur Trächtigkeit und dem ungewollten Werfen von Welpen der Hündin beitragen kann, gibt es eine Reihe weiterer Gründe, warum eine Kastration durchgeführt wird.

Rüden, die in einem relativ jungen Alter kastriert wurden, zeigen häufig viel weniger Problemverhalten, welches im Zusammenhang mit Testosteronen entsteht, wie z.B. Aggression gegenüber anderen Rüden. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass nicht alle Verhaltensweisen direkt mit dem Hormonspiegel zusammenhängen, sondern auch erlerntes Verhalten sein können.

Auch wird das als lästig empfundene häufige Markieren kastrierter Rüden erheblich weniger bzw. hört ganz auf. Genauso kann auch der Stress vermieden werden, welchen ein Rüde durchmacht, wenn er von läufigen Hündinnen umgeben ist. Einige Rüden verweigern das Futter, büchsen von Zuhause aus oder sind im Freien nicht mehr abrufbar, wenn in der Gegend eine läufige Hündin wohnt.

Prostataprobleme kommen bei älteren unkastrierten Rüden häufig vor, bei kastrierten Rüden jedoch seltener. Wenn die Hoden entfernt wurden, wird automatisch auch das Risiko des Entstehens von Hodentumoren verhindert.

Nachteile der Kastration

Nach einer Kastration verläuft der Stoffwechsel um ca. 30% langsamer ab. Dies bedeutet, dass Du sicherstellen musst, dass Dein Hund genügend Bewegung bekommt und dass Du die Futtermenge reduzierst oder auf ein anderes speziell für kastrierte Hunde angepasstes Futter umstellst. Sonst läufst du in Gefahr, dass Dein Hund unkontrolliert zunimmt. Übergewicht kann nämlich wiederum das Risiko für andere Probleme und Krankheiten erhöhen.

Ein weiteres Risiko nach der Kastration stellt die Harninkontinenz dar, das bedeutet, dass der Hund unsauber wird, also unkontrolliert Urin verliert. Dieses Risiko gibt es auch bei Hündinnen nach der Kastration, tritt bei männlichen Hunden jedoch deutlich seltener auf. Allerdings kann die Behandlung der Inkontinenz schwieriger sein, als bei einer Hündin.

Auch gibt es Rüden, die nach einer Kastration vom Verhalten deutlich unsicherer als davor wirken, was vermutlich auf den sinkenden Testosteronspiegel zurückzuführen ist. Allerdings gibt es keine Studien dazu, welche die Ursache oder den Zusammenhang mit der Kastration darlegen.

Bei einige Hunden tritt eine Fellveränderung auf, das Fell verändert sich und wird als welpiger, flaumiger oder dichter als vor der Kastration wahrgenommen.

Wie ist der Ablauf der Kastration eines Rüden?

Während der chirurgischen Kastration wird Dein Hund in Narkose gelegt und nach dem Entfernen der Haare um die Hoden am Hodensack ein kleiner Schnitt gemacht. Blutgefäße und Samenleiter werden abgebunden und durchtrennt, die Hoden entfernt und der Schnitt wieder zusammengenäht.

Normalerweise kann Dein Hund einige Stunden nach der Operation schon wieder nach Hause gehen. Er sollte Zuhause einen Halskragen tragen, um nicht an der Operationswunde lecken zu können. Für gewöhnlich bekommt er auch ein Schmerzmittel und Entzündungshemmer mit nach Hause, welches Du ihm nach der Operation für einige Tage geben musst. Wenn Fäden vorhanden sind, müssen diese nach 10-12 Tagen gezogen werden. Selbst wenn die Wunde mit verdeckten Stichen genäht wurde (bei dieser Methode sind die Fäden unter der Haut verborgen), sollte Dein Hund immer noch einen Kragen tragen, bis die Wunde vollständig abgeheilt ist. Dein Hund sollte solange an der Leine gehalten werden und etwa 2 Wochen lang nicht springen und nicht mit anderen Hunden spielen.

Für die chemische Kastration wird ein kleiner Chip unter die Haut am Nacken gesetzt. Das wird normalerweise am wachen Hund durchgeführt. Die Wirkung dauert je nach Art des Chips 6 bis 12 Monate lang an, kann aber auch individuell unterschiedlich sein.

Hierbei sollte man wissen, dass die Wirkung des Chips in den ersten Wochen erst einmal zu einer Zunahme des geschlechtstypischen Verhaltens des Rüden führt.

Unabhängig davon, ob der Rüde chirurgisch oder chemisch kastriert wurde, kann es bis zu sechs Wochen dauern, bis die Wirkung der Kastration voll entfaltet ist, daher sollte der Rüde anfangs unbedingt noch von läufigen Hündinnen getrennt gehalten werden.

Wann Du einen Tierarzt hinzuziehen solltest

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