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Geburt bei Katzen: Alles, was du wissen musst

Die meisten von uns stellen es sich niedlich und romantisch vor: Viele süße kleine Katzenbabys, die um unsere Füße herumtoben. Doch bevor es dazu kommt, steht noch die Geburt der kleinen Samtpfoten in's Haus. Für viele Frauchen und Herrchen eine spannende Erfahrung, die aber auch mit gewissen Ängsten verbunden sein kann. Damit du weißt was dich erwartet und wann es eventuell Zeit ist eine:n Tierärzt:in hinzuzuziehen, lies hier das Wichtigste, was du zur Geburt bei der Katze und zu möglichen Komplikationen wissen musst.

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Woran erkenne ich, dass meine Katze trächtig ist?

Ähnlich wie bei uns Menschen, sieht man in den ersten Wochen keine sichtbaren Anzeichen einer Trächtigkeit. Erst ab ca. der vierten Schwangerschaftswoche beginnen die Zitzen der Katze zu wachsen und werden rot. Sie schläft viel mehr als vorher und nimmt auch an Gewicht zu. Weitere Verhaltensänderungen sind meist nicht zu beobachten. Einen Tag vor der Geburt kann bereits Milch aus dem Gesäuge deiner Katze austreten. Dein:e Tierärzt:in kann die Trächtigkeit mittels diagnostischer Hilfsmittel (Ultraschall) oder durch Tasten mit den Händen ca. ab dem 30. Tag der Schwangerschaft feststellen. Die Anzahl der Welpen kann meist nur mit Hilfe eines Röntgenbildes ab dem 50. Tag sicher vorhergesagt werden.

Um eine echte Schwangerschaft von einer Scheinträchtikeit zu unterscheiden, lies mehr zum Thema Scheinträchtigkeit bei Katzen auf unserem Tierärzteblog.

Wie lange dauert die Trächtigkeit bei der Katze?

Die Trächtigkeit der Katze dauert ca. drei Monate, je nach Rasse kann sie zwischen 59 und 69 Tagen variieren. Kennst du also den genauen Deckzeitpunkt, kannst du relativ sicher sagen, wann die Kitten das Licht der Welt erblicken werden. Bei freilaufenden Katzen, bei denen der Deckzeitpunkt nicht genau bekannt ist, kann mit Hilfe von Ultraschall oder Röntgen eine ungefähre Einschätzung hinsichtlich des Trächtigkeitsstadiums getroffen werden. Dies ist allerdings nur eine Schätzung, so dass der genaue Geburtszeitpunkt nicht immer vorhergesagt werden kann. Es bleibt in solchen Fällen also spannend für Frauchen und Herrchen.

Wie viele Kitten sind zu erwarten?

Die Wurfgröße kann stark variieren. Je nach Rasse kann die Anzahl der geborenen Kitten von 1 bis zu 10 betragen. Lasse deine Katze am besten vor dem Geburtstermin tierärztlich untersuchen, um die exakte Anzahl der Kitten festzustellen. Dann weißt du genau, wann alle Babys geboren sind und ob die Geburt vorbei ist.

Wie ist der Ablauf der Geburt der Katze? Die 3 Phasen

Dass die Geburt bei deinem Stubentiger unmittelbar bevorsteht erkennst du daran, dass deine Katze unruhig wird und nicht mehr fressen will. Auch der Drang zum Nestbau wird bei den meisten Tieren beobachtet. Durch den erhöhten Druck im Becken muss sie auch öfter auf die Katzentoilette.

Der eigentliche Geburtsvorgang gliedert sich in folgende 3 Phasen:

1. Phase (Öffnungsphase)

  • Dauer 12-30 Stunden

  • Katze wird unruhig und atmet schneller

  • Geburtsweg weitet sich

  • Gebärmutterhals öffnet sich

  • Eröffnungswehen drücken die Kitten in den Geburtskanal

Bei erstgebärenden Katzen kann diese Phase bis zu 36 Stunden andauern!

2. Phase (Austreibungsphase)

  • Die Wehen werden stärker

  • Wehen treiben die Kitten über den Geburtskanal nach draußen

  • Die ersten Kitten werden geboren

  • Austritt von Fruchtwasser

  • Zwischen den Geburten vergehen 15-60 min

Ist der Abstand zwischen zwei Kitten größer als 1 1/2 Stunden sollte sofort ein:e Tierärzt:in kontaktiert werden!

3. Phase (Nachgeburtsphase)

  • Zu jedem Kitten wird eine Nachgeburt ausgeschieden (Wichtig: Achte darauf, dass so viele Nachgeburten wie Kitten da sind!)

  • Die Katzenmama befreit die Kitten aus der Fruchthülle

  • Die Mutter trennt die Nabelschnur mit ihren Zähnen durch und säubert ihre Babys

  • Die Kitten suchen die Zitzen der Mutter auf. Sollte sich eines sichtlich schwer tun, kannst du natürlich ein bisschen helfend zur Seite stehen

Vorbereitung der Katzengeburt: Wie kannst du dich und die zukünftige Mama auf die Geburt vorbereiten?

Die meisten Kätzinnen bringen ihre Kitten selbstständig und ohne fremde Hilfe zur Welt. Ein Eingreifen durch dich oder eine:n Tierärzt:in ist nur selten nötig, ist aber doch ab und zu unvermeidbar. Besonders Katzen, die zu viele Babys erwarten, können unter Geburtsstörungen leiden, so dass es sehr hilfreich ist, die Anzahl der Kitten vor der Geburt mit diagnostischen Hilfsmitteln (Röntgen/Ultraschall) feststellen zu lassen.

Katze brauchen zur Geburt Ruhe und eine vertraute, sichere Umgebung. Dafür kannst du sorgen, indem du ihr eine sogenannte Wurfkiste einrichtest.

So sollte eine Wurfkiste aussehen:

  • Eine Kiste aus Holz (abgeschliffen und unbehandelt), Plastik oder Karton

  • Ausgelegt mit glatten Tüchern oder Einmalunterlagen

  • Am besten mit Deckel oder einer Decke, die du darüberlegen kannst, um deiner Katze die nötige Ruhe zu gönnen

  • Wärmequelle für die Kitten

Was du sonst noch bereithalten solltest:

  • Stelle die Katzentoilette neben die Wurfkiste (sie sollte einen tiefen Einstieg haben, da es für die werdende Mama oft beschwerlich sein kann in diesem Zustand noch in eine Katzentoilette zu springen)

  • Ruhige Umgebung, kein Besuch, kein lautes Sprechen

  • Lege dir Einmalhandschuhe in greifbare Nähe, falls du bei der Geburt assistieren musst

  • Stelle Wasser und Futter neben die Wurfkiste

  • Lege saubere Tücher neben die Kiste, falls du eines der Kitten trocken reiben musst

  • Kittenaufzuchtmilch, mit Fläschchen

  • Säuglingsnasensauger falls eines der Kitten Probleme mit der Atmung hat

  • Suche die Nummer deiner Tierärzt:in heraus und halte sie griffbereit für eventuelle Komplikationen

Wie erkenne ich Komplikationen während der Geburt?

Geburtsstörungen treten bei der Katze im Vergleich zum Hund relativ selten auf, sind aber doch möglich. Dein:e Tierärzt:in kann mit Hilfe von Medikamenten, Fruchtwasserersatz oder manuellem Eingreifen helfen. Trotzdem gibt es manchmal Fälle, bei denen eine Operation (Kaiserschnitt) notwendig ist, um das Leben der Kitten und der Katzenmama zu retten.

Häufige Ursachen für Komplikationen sind:

  • Wehenschwäche

  • Verengung der Geburtswege

  • Drehung der Gebärmutter

  • Mangelnde Öffnung des Muttermundes

  • Zu viele Kitten

  • Zu große Kitten

  • Querlage eines Kitten

  • Missbildungen der Kitten

  • Totgeburten

Wann musst du eine:n Tierärzt:in rufen?

In den meisten Fällen ist es zum Glück unnötig, aber hier einige Anzeichen bei denen du unbedingt deine:n Tierärzt:in kontaktieren solltest:

  • Verlängerte Trächtigkeit (mehr als 69 Tage), dies kann ein Hinweis auf mögliche Komplikationen sein

  • Die Eröffnungsphase dauert länger als 6-8 Stunden, ohne dass sich die erste Babykatze zeigt

  • Zwischen den Kitten liegen mehr als 1 ½ Stunden

  • Ein Kitten ist zu sehen, wird aber nicht vollständig geboren (länger als 10 Minuten)

  • Fruchtwasser tritt aus, ohne dass Presswehen eintreten

  • Die Nachgeburt wird nicht geboren

  • Es tritt blutiger oder übelriechender vaginaler Ausfluss auf

  • Die Kätzin wird lethargisch und bekommt Fieber (über 39,4 Grad)

  • Starke Presswehen länger als zehn Minuten, ohne dass ein Baby geboren wird

Wie ist das Verhalten der Katze nach der Geburt?

Die Babys sind auf der Welt und alle sind glücklich und zufrieden. Aber wie geht es jetzt weiter? Anders als beim Menschen, ist das „Wochenbett“ bei der Katze relativ unauffällig. Ab und zu kann ein bräunlich-schleimiges Vaginalsekret beobachtet werden, welches das Fell und die Geschlechtsorgane verkleben kann. Die Milchleiste ist vergrößert und es tritt Milch aus, so dass die Kitten gleich nach der Geburt etwas zu trinken haben. Vorsicht ist vor allem in einem Bereich geboten, denn deine Katze kann bereits 1-2 Tage nach der Geburt wieder trächtig werden, was natürlich für deinen kleinen Stubentiger ein viel zu großer körperlicher Stress wäre, den du unbedingt vermeiden solltest. Um eine weitere Trächtigkeit zu verhindern, solltest du mit deiner Tierarztpraxis die Möglichkeit der Kastration bei deiner Katze besprechen.

Komplikationen im Wochenbett sind selten, kommen aber doch vor - auf diese Anzeichen solltest du daher achten:

  • Fieber (Temperatur über 39,3°C)

  • Appetitlosigkeit

  • Allgemeine Schwäche

  • Erbrechen/Durchfall

  • Vermehrter Harnabsatz

  • Die Katze hechelt

  • Die Milchleist ist gerötet, blauviolett oder sogar schwarz

  • Seitenlage

  • Krämpfe

  • Nach Geburt der Welpen ist rötliches Gebilde an der Scheide zu beobachten

Kontaktiere bitte in all diesen Fällen sofort deine:n Tierärzt:in!

Was muss ich bei der Aufzucht der Kitten beachten?

Die Kitten sind geboren und Mutter und Kinder sind wohlauf. Doch was ist nun zu tun? Keine Sorge, das meiste macht deine Katze ganz intuitiv von selbst. Wie du sie optimal dabei unterstützen kannst und was du alles beachten musst erfährst du in unserem Artikel Die richtige Ernährung und Pflege für neugeborene Kätzchen.


Weitere Häufige Fragen:

Wann kann eine Katze nach der Geburt wieder schwanger werden?

Grundsätzlich ist es möglich, dass deine Katze bereits 1-2 Tage nach der Geburt ihrer Babys wieder trächtig werden kann. Dies solltest du allerdings unbedingt vermeiden, da eine Schwangerschaft und Geburt, ähnlich wie bei uns Menschen, eine große Belastung für den kleinen Katzenkörper bedeutet. Gönn deiner Katze eine Zeit der Ruhe und Erholung, in der sie sich ganz um die kleinen Babysamtpfoten kümmern kann.

Wann kann man eine Katze nach der Geburt sterilisieren?

Eine Sterilisation (= Durchtrennung der Eileiter) wird bei der Katze nur sehr selten durchgeführt. Auch wenn im Volksmund oft von der „Sterilisation einer Katze“ die Rede ist, wird doch in den meisten Fällen die Kastration (= Entfernung der Eierstöcke) gemeint. Wenn du darüber nachdenkst deine Katze nach der Geburt der Kitten sterilisieren zu lassen, dann gilt das Gleiche, wie für eine Kastration, dies kannst du in der nächsten Frage nachlesen.

Wann kann man eine Katze nach der Geburt kastrieren?

Grundsätzlich ist eine Kastration bereits kurz nach der Geburt möglich. Besser ist es jedoch du wartest, bis die Kleinen keine Milch mehr bei ihrer Mama trinken und die Katzenmutter Zeit hatte sich von den Strapazen der Geburt zu erholen. Sprich mit deiner Tierarztpraxis über den optimalen Zeitpunkt und eventuelle Alternativen.

Meine Katze blutet nach der Geburt, ist das normal?

Ein Wochenbett inklusive Wochenbettfluss wie er bei uns Menschen vorkommt, gibt es bei der Katze nicht. Manchmal kannst du ein bräunlich-schleimiges Sekret beobachten. Bei Blutungen solltest du unbedingt eine:n Tierärzt:in kontaktieren.

Meine Katze hechelt nach der Geburt ist das normal?

Eine Geburt ist sehr anstrengend für die werdende Mama und so kann es vorkommen, dass nach dieser besonderen Belastungssituation deine Katze für kurze Zeit hechelt. Solange sich ihre Atmung wieder normalisiert und alle Babys geboren wurden besteht kein Grund zur Sorge. Bist du dir nicht sicher ob alle Kitten schon geboren sind oder normalisiert sich die Atmung nicht, solltest du dringend deine:n Tierärzt:in kontaktieren.

Hast du noch Fragen oder bist dir bei der Geburt unsicher, dann vereinbare doch gern einen Videotermin mit unseren erfahrenen Tierärzt:innen bei FirstVet. Wir helfen dir und deiner Katze gerne bei Fragen rund um die Geburt weiter.


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