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Zähneputzen beim Hund: Eine Schritt für Schritt Anleitung

Idealerweise solltest du deinen neuen Welpen direkt an das Zähneputzen gewöhnen. Denn junge Hunde lernen sehr schnell, das sollte man ausnutzen. Ältere Hunde können ebenfalls neue Tricks erlernen, aber dir wird schnell auffallen, dass sie viel länger dafür brauchen. Lies in diesem Artikel, wie wichtig regelmäßiges Zähneputzen für die Zahngesundheit deines Lieblings ist und wie du deinen felligen Begleiter Schritt für Schritt daran gewöhnen kannst.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
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Wieso eigentlich Zähneputzen?

Nach jedem Fressen bildet sich auf den Zähnen unserer Hunde ein Zahnbelag, welcher aus Futterresten, Speichel und Bakterien besteht (auch als „Plaque“ bezeichnet). Dieser Plaque kann wie ein klebriger Film auf den Zähnen haften bleiben und wird sich über kurz oder lang in Zahnstein verwandeln – meist beginnend am Zahnfleischrand. Zahnstein kann zu starkem Maulgeruch führen und in der Folge können weitere Erkrankungen deines Lieblings entstehen, wie eine schlimme Zahnfleischentzündung oder eine Erkrankung des gesamten Zahnhalteapparates (Parodontitis genannt), welche sogar zum Ausfallen der Zähne führen kann. Aber auch andere organische Erkrankungen außerhalb der Maulhöhle können durch das ständige Einatmen und Abschlucken der Bakterien entstehen, zum Beispiel eine Herzmuskelentzündungen. Deshalb liegt uns die Zahngesundheit deines Hundes so sehr am Herzen.

Aller Anfang ist leicht – wie man den Hund ans Zähneputzen gewöhnen kann:

Zunächst solltest du dich langsam herantasten und nur von außen an den Zähnen reiben oder putzen. Am besten fängst du mit den oberen Backenzähnen an. Du musst nicht sofort alle Flächen und alle Zähne reinigen – geh es langsam an und gib deinem Welpen vor allem sehr viel Lob. Bevor du mit einer tierärztlich empfohlenen Zahnpasta loslegst, kannst du deinen Hund auch mit Leberwurst an die Zahnputzbewegungen gewöhnen.

Eine gute Routine hilft deinem Hund bei der Eingewöhnung – ein bisschen Planung kann also einiges erleichtern:

  1. Besorge dir, was du brauchst: Du kannst deinen Finger, eine Fingerbürste, eine Kleintierzahnbürste oder eine Kinderzahnbürste benutzen. Gehe anfangs ganz langsam vor und probiere aus, was dein Hund am besten akzeptiert.
  2. Niemals Zahnpasta für Menschen verwenden: Diese wird dein Hund nicht vertragen und er kann schlimme Bauchschmerzen davon bekommen. Du solltest nur qualitativ hochwertige Tierzahnpasta benutzen. Die gibt es in hundefreundlichen Geschmacksrichtungen wie Erdnussbutter oder Hühnchen und sie enthält bestimmte Enzyme, die der Zahnsteinbildung vorbeugen.
  3. Lege zum Zähneputzen einen festen Platz in der Wohnung fest: Versuche, die Zähne deines Hundes immer nur dort zu putzen. So weiß dein Hund schon vorher, was auf ihn zukommt und wird diesen Platz mit viel Übung und positiver Bestärkung bereits mit dem Zähneputzen verknüpfen.
  4. Nutze immer das gleiche Kommando: Kündige dein Vorhaben immer gleich an, um deinen Hund vorzubereiten (z. B. "Paul, Zähneputzen!"). So weiß er schon, was gleich passieren wird und wird viel eher dazu bereit sein, freudig mitzumachen.
  5. Achte auf die Stimmung deines Hundes: Versuche möglichst entspannte, ruhige Momente abzupassen. Achte darauf, dass er gerade nicht müde gespielt ist, schon gefressen hat oder einfach nur schlafen will. Ein motivierter Hund ist ein lernbereiter Hund!


Auf was du sonst noch achten solltest:

Stelle sicher, dass dein Hund bei jeder Lerneinheit nur positive Erfahrungen macht! Lobe deinen Hund gründlich mit der Stimme, während du putzt und auch wenn ihr fertig seid. Unterstütze ruhig auch durch non-verbales Lob, das heißt belohne ihn durch Streicheleinheiten am Kopf oder Kraulen hinter den Ohren. Du selbst weißt am besten, was dein Hund am liebsten mag und wie er angefasst werden will. Und vergiss nicht, ihm danach ein Leckerli zu geben! Durch positive Bestärkung wird dein Hund gerne und schnell Neues lernen können.

Unsere "Geheimtipps"

  • Behalte dir für das Zähneputzen, Krallenschneiden, die Ohrreinigung und andere für den Hund anfangs eventuell unangenehme Untersuchungen ein ganz besonderes Leckerli vor, welches dein Hund ausschließlich in dieser Situation bekommt. Weiß dein Hund schon, dass er danach das Leckerli bekommt, wird er die Situation automatisch mit etwas Positivem verbinden und schon freudig darauf warten.
  • Halte des Weiteren die Übungseinheiten kurz, um deinen Hund nicht zu überfordern. Übe lieber mehrmals täglich für wenige Minuten, als einmal eine halbe Stunde lang. So bleibt dein Liebling motiviert und das Üben macht euch beiden Spaß.
  • Du kannst deinem Hund auch abends einen Zahnkauknochen geben. Achte aber darauf, dass dieser keinen Zucker enthält. Feste Kauknochen reiben den Zahnplaque und Futterreste von den Zähnen ab, bevor daraus fester Zahnstein entstehen kann. Achtung: Bitte gib deinem Liebling niemals „frische“ Knochen vom Metzger zum Kauen, diese können gefährlich splittern und so den Magen-Darm-Trakt verletzen oder sogar stecken bleiben!

Wenn du die oberen Schritte befolgst, wird das Zähneputzen innerhalb kürzester Zeit zu einer schönen Routine für dich und deinen Hund werden. Und du kannst sichergehen, dass Zahnstein, Zahnfleischerkrankungen und Maulgeruch auf diese Weise spielerisch verhindert werden können. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Du möchtest noch mehr über Zahnpflege für deinen Hund lernen?

Dann lies unseren Artikel Alles was du über die Zahngesundheit deines Hundes wissen solltest, dort erklären unsere Tierärzt:innen auf was es zu achten gilt.

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