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Hundemalaria (Babesiose): Symptome, Therapie und Heilung

Immer öfter ist sie Thema bei Hundefreunden – die Hundemalaria. Bis vor 40 Jahren noch als Mittelmeer- oder Reisekrankheit bekannt, kommt sie heute auch nördlich der Alpen vor. Wie kann sich dein Hund infizieren? Woran erkennst du eine Erkrankung? Ist Hundemalaria therapierbar? Und gibt es einen Schutz davor? Hier erfährst du alles über diese Erkrankung.

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Das Wichtigste über Hundemalaria (Babesiose) in Kürze

Die Babesiose – auch Hundemalaria oder Piroplasmose genannt – ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit, die unbehandelt meist tödlich verläuft. Erreger sind einzellige Blutparasiten, sogenannte Babesien, bei uns und Süd- und Osteuropa vorrangig Babesia canis canis. Diese befallen die roten Blutkörperchen und zerstören sie. Die Folge ist eine Blutarmut.

Beachte: Wenn du einen Hund aus dem Tierheim übernimmst, solltest du ihn auf jeden Fall auf Babesiose testen lassen, denn viele Hunde kommen aus südlicheren Ländern wie Ungarn oder Norditalien, wo die Hundemalaria gehäuft auftritt.

Beachte auch: Neben der Babesiose gibt es noch weitere, von Zecken übertragene Krankheiten, wie zum Beispiel die Anaplasmose, Borreliose oder die Ehrlichose.

Wie kann sich dein Hund mit Hundemalaria infizieren?

Die Hundemalaria wird von der Auwald- oder Wiesenzecke auf deinen Hund übertragen. Die Parasiten befinden sich in der Speicheldrüse einer infizierten Zecke.

Gut zu wissen: Erst 12-36 Stunden nachdem sich die Zecke am Hund angeheftet hat werden die Parasiten mit dem Speichel der Zecke an den Hund abgegeben. Wenn du also eine Zecke an deinem Hund entdeckst, macht es Sinn, diese sofort zu entfernen und nicht noch zu warten, bis sie größer wird und dann vermeintlich leichter zu entfernen ist.

Was machen Babesien im Körper deines Hundes?

Im Körper deines Hundes zerstören die Babesien die roten Blutkörperchen. Und weil die roten Blutkörperchen für den Sauerstofftransport im Körper zuständig sind, kommt es in der Folge zu Sauerstoffmangel und zu Schäden an verschiedenen Organen.

Ist die Babesiose gefährlich für deinen Hund?

Ja, die Hundemalaria ist eine ernsthafte Erkrankung und kann tödlich enden. Im akuten Stadium gilt sie als Notfall. Daher ist es wichtig, dass die Erkrankung schnell diagnostiziert wird. Im chronischen Verlauf sind die Symptome eher unspezifisch und es kann manchmal dauern, bis die Diagnose feststeht.

Denke daran: Auch ohne Auslandsaufenthalt kann dein Hund an Babesiose erkranken. Eine ausführliche Blutuntersuchung kann die Diagnosefindung beschleunigen!

Welche Heilungschancen hat mein Hund?

Ohne Behandlung führt die in Deutschland häufige akute Erkrankung oft innerhalb weniger Tage zum Tode.

Mit einer gezielten Therapie, die zeitnah nach der akuten Erkrankung beginnt, sind die Heilungschancen gut, weil negative Folgen für den Organismus verhindert werden. Meistens kommt es dann innerhalb einiger Tage zu einer klinischen Besserung. Aber abhängig vom Immunstatus deines Hundes kann es auch zu schweren Krankheitsverläufen mit Organschäden kommen, die eine ungünstige Prognose haben.


Hundemalaria (Babesiose): Symptome

Wie schwer die Babesiose bei deinem Hund verläuft, ist von seinem Immunstatus abhängig. Ein ausgewachsener gesunder Hund wird in der Regel mildere Symptome haben als besonders junge oder sehr alte Hunde mit Vorerkrankungen.

In Deutschland wird häufig ein akuter Verlauf beobachtet, der 1 bis 3 Wochen nach der Infektion beginnt.

Achte auf folgende Symptome:

  • Hohes Fieber

  • Appetitlosigkeit

  • Schwäche und Konditionsverlust

  • Blasse Schleimhäute, sichtbar im Maul

  • Gelbsucht, gelber Augapfel

  • Dunkler Urin

  • Bewegungsstörungen

  • Nasenbluten

  • Husten

  • Nierenversagen

Manchmal gibt es chronische Verläufe, die nicht leicht zu erkennen sind. Die Symptome sind sehr diffus. Dein Hund zeigt ab und zu Fieber, magert ab, ist etwas blass, teilnahmslos und schwächlich.

Bei Hunden, die in Risikogebieten geboren sind, verläuft die Babesiose oft subklinisch. Sie sind als Welpen zunächst durch die Muttermilch geschützt und entwickeln dann bei einer Infektion eine gewisse Immunität, das heißt, sie sind mit Babesien infiziert, zeigen aber so gut wie keine Symptomatik.

Wie wird eine Hundemalaria diagnostiziert?

Ein gründlicher Vorbericht ist sehr wichtig! Besprich genau mit dem Tierärzt:in die Herkunft deines Hundes, eure Reisen in mögliche Risikogebiete oder einen kürzlichen Zeckenstich.

Für eine sichere Diagnose muss die Tierarztpraxis deinem Hund Blut abnehmen und ins Labor schicken. Bei einer akuten Hundemalaria kann das Labor den Parasiten bereits 3 Tage nach der Infektion mittels eines PCR-Tests nachweisen, unter dem Mikroskop kann man ihn nach einer Woche sehen – in den roten Blutkörperchen!

Antikörper findet man erst frühestens 10 Tage nach der Infektion. Der Antikörper-Test wird vorrangig bei Verdacht auf eine chronische oder subklinische Babesiose angewendet.


Die Behandlung der Hundemalaria

Die Babesiose wird mit Antiprotozoika behandelt, das sind Medikamente, die gegen einzellige Parasiten eingesetzt werden. Diese werden zweimal im Abstand von 14 Tagen gespritzt.

Zusätzlich werden Infusionen oder sogar eine Bluttransfusion nötig, wenn bereits sehr viele rote Blutkörperchen zerstört wurden und dein Hund schwer atmet oder nicht mehr aufstehen kann.

In den meisten Fällen einer akuten Hundemalaria ist bei frühzeitiger Behandlung schon innerhalb einiger Tage eine klinische Besserung zu beobachten.

Wichtig zu wissen: Nicht immer können die Babesien komplett eliminiert werden.


Wie kann ich der Hundemalaria vorbeugen?

Prophylaxe ist umso wichtiger, wenn du in Risikogebieten wohnst oder mit deinem Hund in Risikogebiete reist.

Zeckenprophylaxe:

Der beste Schutz für deinen Hund besteht in einem zuverlässigen Schutz vor Zeckenbefall mit wirksamen Zeckenschutz-Präparaten (Spot On, Halsbänder, Tabletten).

Damit schützt du deinen Hund vor einer Infektion. Die Zecke stirbt am Hund, bevor sie die gefährlichen Parasiten über den Speichel ausscheiden kann.

Zecken-Detektiv:

Zudem solltest du deinen Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken absuchen und diese fachgerecht entfernen. Wie genau du das anstellst, kannst du in unserem Artikel Zecken beim Hund nachlesen.

Wenn du die Zecke zeitnah entfernst, kannst du eine mögliche Infektion verhindern. Auch nicht festsitzende Zecken solltest du immer entfernen.

Impfung:

Es gibt eine Impfung gegen Babesiose. Sie schützt zwar nicht vor einer Erkrankung, mildert aber die Symptome. Sie wird nur für Hunde mit einem bekanntermaßen hohen Expositionsrisiko empfohlen – also, wenn der Hund in einem Risikogebiet lebt oder häufig dorthin reist.

Chemoprophylaxe:

Eine Injektion mit einem Antiprotozoikum unmittelbar vor Reiseantritt in ein Endemiegebiet schützt bis zu 4 Wochen gegen Hundemalaria.


Ist Hundemalaria ansteckend für Menschen?

Nein. Ist dein Hund an Hundemalaria erkrankt, kann er dich und deine Familie nicht anstecken. Auch die Übertragung auf andere Hunde oder Katzen ist im Normalfall nicht möglich. Das liegt daran, dass die Parasiten nur durch Zeckenstich übertragen werden können. Ausnahme ist die intrauterine Übertragung von Muttertieren auf Welpen.

Doch Vorsicht: Sollte dein Hund ein symptomloser Träger der Babesien sein, darf er kein Blut für andere Hunde spenden! Eine Bluttransfusion gibt den Erreger an den Empfänger weiter, der dann an Hundemalaria erkranken wird.

Babesiose bei Menschen ist übrigens eine sehr seltene Erkrankung und erfolgt ebenfalls durch Zeckenbiss. Die Symptome ähneln denen der Malaria.


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Weitere häufige Fragen

Wie hoch sind die Behandlungskosten einer Hundemalaria?

Die Höhe der Kosten hängt direkt von der Schwere der Erkrankung deines Hundes und dementsprechend von der Intensität der Behandlung ab. Sie liegen ungefähr zwischen 300 und 800 Euro.

Was kostet die Impfung gegen Hundemalaria?

Die Impfung gegen die Babesiose des Hundes ist nur in Österreich, der Schweiz und Frankreich erhältlich, nicht aber in Deutschland. Daher ist eine Kostenabfrage bei einem praktischen Tierärzt:in vor Ort notwendig.

Wie sind die Heilungsaussichten bei Hundemalaria?

Mit einer frühzeitig begonnenen Therapie im akuten Stadium der Erkrankung sind die Heilungschancen gut, weil negative Folgen für den Organismus verhindert werden.

Aber bei einer schlechten körpereigenen Abwehr deines Hundes kann es leider auch zu schweren Krankheitsverläufen mit Organschäden kommen, die eine ungünstige Prognose haben.


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