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Allergie beim Hund: Symptome, Ursachen & Lösungen

Allergien werden bei immer mehr Hunden festgestellt und diagnostiziert. Während manche Allergien harmlos sind, gibt es auch einige, die deinem treuen vierbeinigen Begleiter sehr unangenehm oder sogar gefährlich werden können. In diesem Beitrag erfährst du alles, was du über Symptome, Ursachen und die Behandlung der verschiedensten Hunde-Allergien wissen musst. Unten im Artikel gibt es weiterhin ein Kapitel mit häufigen Fragen und Antworten zum Thema Allergien beim Hund.

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Ein Überblick über häufige Hundeallergien

Die meisten Allergien treten bei unseren vierbeinigen Freunden im Alter von 1 – 4 Jahren auf. Selten gibt es auch Fälle, in denen bereits Tiere unter 6 Monaten allergisch reagieren.

Allergien werden durch den Kontakt mit einem allergieauslösenden Stoff verursacht. Hunde können je nach Schweregrad der Allergie eine Vielzahl von Symptomen entwickeln.

Unterschieden werden die Allergien nach ihrem Auslöser (Allergen), daher sprechen wir von den sogenannten:

  1. Umweltbedingten Allergien und

  2. Nahrungsmittelallergien

1. Umweltbedingte Allergien

Die häufigsten Auslöser für umweltbedingte Allergien sind Pollen, Gräser, Hausstaubmilben und Flohspeichel.

Umweltbedingte Allergien (atopische Dermatitis) treten häufig saisonal auf. Da Pollen und Gräser vor allem im Frühjahr/Sommer blühen, sehen wir diese Allergien gehäuft in diesen Jahreszeiten.

Allergien gegen Hausstaubmilben hingegen verschlimmern sich vor allem in der kälteren Jahreszeit (Herbst/Winter), da sich die Tiere dann mehr im Haus aufhalten. Da wir es oft nicht vollständig verhindern können, dass unsere Fellnasen mit diesen Allergenen in Kontakt kommen, liegt der Fokus hier vor allem auf einer Linderung der Symptome.

Bei den umweltbedingten Allergien werden vor allem Symptome an Haut, Augen und Ohren beobachtet.

2. Nahrungsmittelallergien

Nahrungsmittelallergien hingegen können das ganze Jahr hindurch beobachtet werden. Häufig treten sie nach einem Futterwechsel auf.

Hier können wir als Besitzer viel dafür tun, dass unsere Hunde diesen Allergenen nicht weiter ausgesetzt werden, indem wir die allergieauslösenden Nahrungsmittel vom Speiseplan unserer Fellnasen streichen.

Neben Haut, Ohren und Augen ist auch häufig der Magen-Darm-Trakt betroffen und es kommt zu Durchfall, Blähungen oder Erbrechen.

Leider ist es auch möglich, dass ein Hund gleichzeitig eine Allergie gegen Umwelt- und Nahrungsallergene entwickelt.

Symptome: Wie man eine Allergie beim Hund schnell erkennen kann

Die Symptome der meisten Allergien beginnen häufig schleichend, ohne, dass sie von Frauchen oder Herrchen bemerkt werden.

Auf folgende Symptome solltest du achten und bei ersten Anzeichen eine*n Tierärzt*in um Rat fragen, denn diese Symptome können auf versteckte Allergien hinweisen:

  • Übermäßiges Belecken oder Knabbern der Pfoten

  • Leichter bis starker Juckreiz (am ganzen Körper oder einzelne Stellen)

  • Häufige Ohrprobleme: Entzündungen und Infektionen, Juckreiz an den Ohren

  • Häufige, immer wiederkehrende Augenentzündungen oder vermehrtes Tränen der Augen

  • Haarausfall

  • Rötungen, Pusteln oder Schorfbildung auf der Haut

  • Starke Schuppenbildung oder schlechtes Fell

  • Belecken des Afters, Scheuern und Rutschen des Hinterteils auf dem Boden

  • Häufige Analdrüsenentzündungen

  • Rote, nässende Hautinfektionen (Hot Spot)

  • Chronischer, immer wiederkehrender Durchfall (zum Teil schleimig)

  • Häufiges Erbrechen

  • Starke und häufige Blähungen

  • Verminderter Appetit und Gewichtsverlust

Was tun wenn mein Hund eine Allergie hat? Tipps für die häufigsten Hundeallergien

Allergien können viele Ursachen haben und deshalb unterscheiden sich auch die Tipps von Allergie zu Allergie. Jetzt erfährst du, wie du bei welcher Art von Allergie vorgehen solltest:

1. Einen Allgemein-Checkup machen

Wenn dein Hund eines der Symptome zeigt, die im vorherigen Kapitel erwähnt wurden, solltest du zunächst einen Termin mit deine*r Tierärzt*in vereinbaren oder unsere Tierärzt*innen von FirstVet konsultieren.

Wichtig ist: Es müssen zunächst andere Ursachen für den Juckreiz und die Symptome ausgeschlossen werden, wie z. B. Parasiten, Hautinfektionen oder andere Krankheiten. Dein*e Tierärzt*in wird ein Hautgeschabsel und andere Tests empfehlen, um die Ursache herauszufinden.

2. Bei Hautallergien und Hautreaktionen beim Hund

Wenn bei deinem Hund eine allergische Hauterkrankung diagnostiziert wird, ist es wichtig zu bestimmen, ob die Symptome auf ein Umwelt- oder Nahrungsmittelallergen zurückzuführen sind. Dein Hund kann auf ein oder mehrere Allergene gleichzeitig allergisch sein, was die Diagnose eventuell erschwert. Nachdem du weißt, woher die Reaktion kommt, kannst du das Allergen meiden bzw. spezielle Schutzmaßnahmen ergreifen.

3. Bei Futtermittelallergie: Das bekannte Allergen vermeiden

Dein Hund hat eine Futtermittelallergie? Dann solltest du vermeiden, dass dein vierbeiniger Freund Kontakt zu dem entsprechenden Allergen hat. Gib ihm bei einer Futterallergie keine Nahrungsmittel, die als Allergieauslöser bekannt sind. Informiere auch alle weiteren Familienmitglieder oder Freunde, dass dein Hund bestimmte Nahrungsmittel nicht verträgt.

Und dann stelle sicher, dass du deinem Hund ein für Allergiker geeignetes Futter gibst. Dieses erhältst du im Fachhandel oder bei deine*r Tierärzt*in. Auch wir beraten dich diesbezüglich gerne.

Achtung: Achte auch auf Leckerli oder Extrahäppchen, die der Hund zum Beispiel vom Essenstisch gefüttert bekommt. Solche Extrahappen sollten ebenfalls keine Nahrungsmittel enthalten, die allergieauslösend sind!

Du kannst auch selbst für dein Tier kochen. Jedoch hier ist es ratsam, vorher eine genaue Rationsberechnung von spezialisierten Tierärzt*innen durchführen zu lassen, da es sonst schnell zu Mangelerscheinungen kommen kann.

4. Bei Hausstaubmilben-Allergien: Regelmäßiges säubern der Wohnung

Bei Hausstaubmilben-Allergien ist es wichtig, deine Wohnung häufig zu saugen und nass zu wischen, um die Anzahl der Hausstaubmilben zu reduzieren. Eine Decke, die speziell für Hausstauballergiker geeignet ist, kann zusätzlich am Liegeplatz Linderung verschaffen. Je nach Hundegröße kann auch ein Kopfkissen ausreichen.

5. Bei Pollen- oder Gräserallergien

Wenn du weisst, dass deine Fellnase auf bestimmte Pollen oder Gräser allergisch reagiert, vermeide exzessive Spaziergänge zu der Zeit, in der die Pollen fliegen, oder halte dich möglichst ganz von den Stellen fern, an denen diese Pflanzen wachsen. Sollte dies nicht möglich sein, bade deinen Hund nach dem Spaziergang oder dusche ihn kurz ab, so kannst du die allergieauslösenden Pollen aus dem Fell herauswaschen.

6. Bei Allergien durch Flohbefall

Sollte in der Tierarztpraxis ein Flohbefall diagnostiziert worden sein, achte immer auf eine aktuelle Prophylaxe gegen Flöhe und andere Ektoparasiten. Auch muss die Wohnung bei Flohbefall regelmäßig und fachgerecht gesäubert werden. Um mehr darüber zu erfahren, liest dir noch unseren Beitrag zum Thema Flöhe beim Hund durch.

7. Allergien durch geeignete Ergänzungsmittel lindern

Verabreiche deinem Tier zusätzlich essentielle Fettsäuren. Diese kannst du in Form von Ölen einfach über das Futter (Distelöl, Nachtkerzenöl, Meerfischöl) oder in Form von sogenannte Spot-Ons direkt auf das Fell geben. Sie „heilen“ die Allergie zwar nicht, wirken aber unterstützend in dem sie den Eigenschutz der Haut verbessern und den Juckreiz deines Lieblings mildern.

Wichtiges Allgemeinwissen zur Behandlung von Allergien beim Hund & der Nutzen einer Immuntherapie

Die Behandlung der meisten Allergien besteht vor allem darin, den Kontakt zwischen deinem Tier und dem Allergen gänzlich zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, steht die Minimierung der Symptome im Vordergrund. Dies geschieht meist durch Behandlung zusätzlicher bakterieller Infektionen sowie der Verabreichung von Antihistaminika oder Kortison, um die Symptome zu lindern. Durch die Gabe essentieller Fettsäuren kann der Eigenschutz der Haut verbessert und so die Symptome ebenfalls gemildert werden.

Extra-Möglichkeit: Eine Allergen-spezifische Immuntherapie für deinen Hund

Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung von Allergien ist die Allergen-spezifische Immuntherapie, sie funktioniert ähnlich wie ein Impfstoff gegen die Allergien deines Haustieres. Sie umfasst eine Reihe von Injektionen, die meist monatlich über einen längeren Zeitraum (normalerweise Monate bis Jahre) verabreicht werden.

Zunächst muss das Tier einem speziellen Bluttest unterzogen werden, um festzustellen, gegen was es allergisch ist. Anhand der Ergebnisse kann dann ein individueller "Impfstoff" hergestellt werden, der speziell auf dein Haustier zugeschnitten ist. Dieser "Impfstoff" enthält die Allergene, auf die es positiv getestet wurde, und wird durch Injektion in kleinen Dosen verabreicht. Diese Behandlung verringert die Empfindlichkeit des Tieres, indem die Reaktion des Immunsystems auf die Allergene reduziert wird.

Bei der Futtermittelallergie ist das Mittel der Wahl die sogenannte Eliminationsdiät. Hierbei wird ausschließlich eine Eiweißquelle und ausschließliche eine Kohlenhydratquelle gefüttert (z.B. Pferd mit Süßkartoffel). Des Weiteren gibt es im Fachhandel oder in deiner Tierarztpraxis kommerzielle Futtermittel, die speziell für Allergiker entwickelt wurden. Lass dich hierzu von deine*r Tierärzt*in entsprechend beraten, auch unsere tierärztlichen Kolleg*innen von FirstVet helfen euch hier gerne ganz bequem von zu Hause aus weiter.

Häufige Fragen

Wunde Pfoten beim Hund durch eine Allergie: Was tun?

Gerade die Pfoten sind ein häufig betroffener Körperteil in Zusammenhang mit Allergien beim Hund. Versuche das Benagen und Belecken der Pfoten möglichst zu verhindern. Behalte deinen Hund im Blick, wenn notwendig kann auch manchmal ein Halskragen helfen. Reinige die Pfoten regelmäßig mit steriler Kochsalzlösung oder lauwarmem Wasser, achte dabei darauf, sie danach gut zu trocknen, v.a. auch zwischen den Zehen. Solltest du Eiter oder Blut feststellen suche deine*n Tierärzt*in auf, möglicherweise hat sich die Pfote mit Bakterien oder einem Pilz infiziert.

Ohrentzündung beim Hund durch eine Allergie: Was tun?

Versuche exzessives Kratzen oder Schütteln der Ohren zu verhindern, sonst kann es schnell zu einem sogenannte Othämatom kommen (einem Bluterguss am Ohr) das tierärztlich behandelt werden muss. Reinige die Ohren regelmäßig. Geeignete Präparate erhältst du in deiner Tierarztpraxis. Wie genau du die Ohren deines Liebling reinigen kannst, haben wir dir nochmal unter Hunde Ohren reinigen: Eine Schritt für Schritt Anleitung zusammengefasst.

Sorge dafür, dass die Gehörgänge immer gut durchlüftet sind. Suche deine*n Tierärzt*in auf, dort wird nachgeschaut, ob nur der äußere Gehörgang oder eventuell auch der innere Gehörgang betroffen ist und dir ein Medikament gegen die Entzündung verschrieben werden.

Die Allergie beim Hund mit Antihistaminika lindern: Hilft das?

Bei jeder Allergie sollte die oberste Priorität die Vermeidung des Kontakts mit dem allergieauslösenden Stoff sein. Ist dies in einigen Fällen nicht möglich, wenn dein Hund zum Beispiel eine Allergie gegen bestimmte Pollen hat, ein Kontakt damit beispielsweise während der täglichen Gassirunde aber nicht vermieden werden kann, können Antihistaminika helfen die Symptome der Allergie zu mildern.

Mein Hund hat eine Allergie an den Augen: Soll ich zum Arzt oder nicht?

Zeigt dein Hund Symptome einer Allergie an den Augen, wie Reiben, Kneifen der Augen und/oder Ausfluss (gelb/grün) solltest du eine*n Tierärzt*in aufsuchen. Der Juckreiz ist nicht nur unangenehm für deinen Liebling, das Reiben kann auch zu Verletzungen am Auge führen. Siehst du gelben oder grünen Ausfluss aus dem Auge ist eine bakterielle Beteiligung sehr wahrscheinlich - suche deine*n Tierärzt*in auf, dort wird dir ein geeignetes Präparat verschrieben werden.

Kann man Allergien beim Hund auch homöopathisch behandeln?

Selbstverständlich ist auch eine zusätzliche homöopathische Therapie einer Allergie möglich. Kontaktiere hierzu eine*n erfahrene*n Tierärzt*in mit einer entsprechenden Zusatzausbildung oder eine*n Tierheilpraktiker*in.

Im Vordergrund steht aber auch hier die Kontaktvermeidung mit dem auslösenden Stoff. Dies steht an oberster Stelle!

Allergien beim Hund natürlich behandeln, ja oder nein?

Wie bereits oben erwähnt, ist eine zusätzlich Therapie mit homöopathischen Präparaten, homöopathischen Komplexmitteln oder auch Phytotherapie möglich und hilft in vielen Fällen dabei die Symptome zu lindern. Aber auch hier gilt: Den Kontakt mit dem auslösenden Stoff vermeiden!

Kann man Allergien beim Hund vorbeugen?

Studien zeigen, dass viele Allergien, ähnlich wie beim Menschen Veranlagung sind. Das heißt, dass die Tiere eine genetische Vorbelastung haben und somit anfälliger für die Entwicklung von Allergien sind. Ebenso sind bestimmte Rassen häufiger von der atopischen Dermatitis betroffen als andere.

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