Vattensvans

16 Sommergefahren für Hunde

Sommer bedeutet, dass wir wieder mehr mit unseren Hunden draußen in der Natur sein können, insbesondere nachdem die Coronabeschränkungen nun nach und nach aufgehoben werden. Aber mit der Hitze, dem Aufenthalt in der freien Natur, dem Schwimmen und Grillen kommen eine ganze Reihe von Risiken auf unsere Haustiere zu. Lies mehr darüber nach, worauf du im Sommer achten musst, was du tun kannst, um den Gefahren vorzubeugen, und wie du dich im Falle eines Unfalls verhalten solltest! Wir informieren unter anderem über die Gefahren eines Hitzschlags, Grannen, Zecken, Blaualgenvergiftung, Kröten und Meerwasser.

Dieser Artikel wurde von einem FirstVet-Tierarzt verfasst
Wussten Sie, dass FirstVet Videoanrufe mit erfahrenen, in Deutschland registrierten, Tierärzten anbietet? Wenn Sie bei einem unserer Tierkrankenversicherungspartner versichert sind, sind Ihre Videoanrufe komplett kostenlos. Sie können innerhalb von 30 Minuten eine Konsultation erhalten, indem Sie sich hier bei FirstVet anmelden.

1. Hitzschlag

Eine der größten Gefahren für Hunde im Sommer ist die Hitze. Leider sterben immer noch jedes Jahr unzählige Hunde an einem Hitzschlag, die bei Hitze im Auto zurückgelassen wurden. Auch können Hunde einen Hitzschlag bekommen, wenn sie bei heissem Wetter überanstrengt werden, insbesondere ohne Zugang zu ausreichend Trinkwasser. Hunde sind sehr hitzeempfindlich, weil sie ihre Körpertemperatur nicht wie wir Menschen durch Schwitzen regulieren können, um sich abzukühlen. Ein Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der großes Leiden verursacht und schwere Schäden an inneren Organen hervorrufen kann. In unserem Fachartikel findest du weitere Informationen über die Behandlung des Hitzschlags bei Hunden.

2. Grannen

Grannen von Gräsern und anderen Getreidearten können sehr lästig werden, wenn sie den Weg in die Augen, Ohren oder Nase eines Hundes finden. Grannen können auch Hautprobleme verursachen, wie z.B. Nesselsucht oder Hautausschläge. Wenn ein Hund in einer dieser Körperzonen Reizungen hat, suche diesen Bereich sorgfältig nach Grannen, Pollenresten oder Staub ab. Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund eine Granne in den Augen oder Ohren haben könnte, suche immer einen Tierarzt auf.

3. Zecken

Mit dem Klimawandel und wärmeren Wetter das ganze Jahr ueber sind auch die Zecken den größten Teil des Jahres aktiv. Zecken können durch ihren Stich eine ganze Reihe von Krankheiten übertragen, darunter Borreliose (auch Lyme-Krankheit genannt) und Anaplasmose. Ein wirksamer Zeckenschutz und -bekämpfung ist der Schlüssel zur Vorbeugung dieser Krankheiten; vermeide generell den Kontakt des Hundes zu Zecken, wann immer dies möglich ist. Entferne alle Zecken, die du bei deinem Hund finden kannst umgehend und wende regelmäßig eine Anti-Zecken-Behandlung an. Lies mehr dazu in unserem Fachartikel über Zecken bei Hunden.

4. Algenvergiftung

Wenn Blaualgen in Seen, Bächen und Meeren wachsen, kann sich im Wasser ein Gift bilden. Es gibt viele Blaualgenarten und nur ein paar produzieren giftige Substanzen. Trinkt oder schwimmt ein Hund nun in diesem Wasser, kann er unter einer schnell und oft toedlich verlaufenden Algenvergiftung leiden. Lies mehr in unserem Fachartikel darüber, wie du einer Blaualgenvergiftung bei Hunden vorbeugen kannst.

5. Grill- und Picknickessensreste

Bei schönem Wetter trifft man sich gerne zum Picknick oder Grillen. Unsere pelzigen Freunde haben eine ausgezeichnete Fähigkeit, Essensreste zu erschnüffeln und zu plündern. Als Hundebesitzer ist es demnach sehr wichtig, Abfälle und Speisereste sorgfältig zu entsorgen, damit unsere Hunde keine potenziell gefährlichen Gegenstände fressen können. Verwende für den Abfall einen stabilen und verschließbaren Beutel und entsorge ihn in einem Abfalleimer oder an einem sicheren Ort, der für Hunde unzugänglich ist.

Müllsäcke können scharfe Glasscherben, Holzspieße oder spize Metallgitter sowie Verpackungs- und Speisereste, wie z.B. Knochen, enthalten. Werden diese gekaut und verschluckt, können Knochenstücke den empfindlichen Magen durchbohren oder schon im Maul, in der Speiseröhre oder weiter unten im Darm des Hundes stecken bleiben. Maiskolben sind ebenfalls unverdaulich und können daher leicht im Darm stecken bleiben. Hunde mit einem festsitzenden Fremdkörper oder einem Darmverschluss beginnen oft zu erbrechen und leiden unter starken Bauchschmerzen. In diesem Fall handelt es sich um einen medizinischen Notfall, welcher eine sofortige Operation erfordert.

6. Insektenstiche

Stiche oder Bisse von Insekten wie Wespen, Ameisen und Mücken machen Hunde zwar selten krank, können aber stark jucken und schmerzhaft sein. Einige Hunde reagieren überempfindlich und können mit einer allergischen Reaktion auf die Stiche antworten. Je mehr Stiche oder Bisse ein Hund auf einmal bekommt, desto größer ist das Risiko einer schweren Reaktion. Zu den Symptomen eines akuten anaphylaktischen Schocks gehören: Schwellung an der Bissstelle, Nesselsucht, Atembeschwerden, blasses Zahnfleisch, Kollaps und im schlimmsten Fall kann es zum Tode kommen. Juckreiz, Anschwellen des Gesichts, Hecheln, Erbrechen und Durchfall sind weitere Zeichen einer allergischen Reaktion. Solltest du eines dieser Anzeichen bei deinem Tier feststellen, suche bitte umgehend tierärztlichen Rat.

Bei Hunden, von denen bereits bekannt ist, dass sie unter Allergien leiden, empfehlen wir das Führen an der Leine immer unter Aufsicht. Halte deinen Hund drinnen, wenn draussen die Hauptzeit der Insektenaktivität stattfindet, verwende gegebenenfalls Insektenschutzmittel oder versuche deinen Hund mit einem speziellen T-Shirt für Haustiere zu schützen. Die Schmerzen, die durch einen Insektenstich hervorgerufen wurden, lassen sich lindern, indem du ein kaltes, nasses Tuch oder ein Kühlpad (man kann auch Eiswürfel in ein Tuch packen) auf die Haut auflegst. Entferne wenn möglich den Stachel, und wasche die Haut mit kaltem Wasser ab. Wurde dein Hund jedoch von mehreren Wespen, einem ganzen Schwarm oder in der Nähe des Mauls gestochen, suche besser sofort einen Tierarzt auf. Gelegentlich muss dein Tierarzt in einem solchen Falle ein Kortison verabreichen, gibt dir Tabletten mit oder eine Salbe zur lokalen Behandlung, um Schwellungen und andere Reaktionen zu verhindern.

7. Hot Spots (Hautekzeme)

Im Sommer sind feuchte Ekzeme ("Hot Spots" genannt) sehr häufig, insbesondere bei Hunden mit dichtem Fell und solchen, die häufig gebadet werden. Ein Hot Spot entsteht oft dort, wo sich ein Hund viel kratzt, zum Beispiel am Hals oder am Oberschenkel. Die Haut wird gereizt und es entsteht eine eitrige, rote Stelle. In einer heißen, feuchten Umgebung können sich Bakterien schnell verbreiten. Ein Hot Spot kann sich schnell ausbreiten und ist dann oft sehr schmerzhaft. Um ihnen vorzubeugen, nimm dir Zeit, deinen Hund nach dem Baden gründlich abzutrocknen. Zur Behandlung eines Hot Spots sind in der Regel verschreibungspflichtige Medikamente von deinem Tierarzt erforderlich, zum Beispiel Antibiotika und entzündungshemmende Schmerzmittel. Lese unseren Artikel für weitere Informationen über die Behandlung von Hot Spots bei Hunden.

8. Meerwasser

Wenn Hunde eine große Menge Salzwasser trinken, können sie an einer Salzvergiftung erkranken. Sie können überhaupt keine Symptome zeigen oder nur einmalig erbrechen. Biete in diesem Fall wenig, aber regelmäßig frisches Wasser zum Trinken an. Lass deinen Hund keine großen Mengen in einem Zug trinken, um weiteres Erbrechen zu verhindern. Biete als nächstes eine leicht verdauliche Mahlzeit an, ebenfalls nur eine kleine Portion, aber mehrere über den Tag verteilt, z.B. gastrointestinale Diät oder gekochten Reis / Nudeln mit etwas magerem und proteinreichem gekochten Fleisch wie Huhn/Truthahn/Pute oder weißem Fisch/ Ei. Anzeichen für eine schwerere Salzvergiftung sind anhaltendes Erbrechen, Durchfall, Lethargie, Steifheit, Krämpfe und Koma. Sollte dein Hund mehrmals erbrechen, wiederholt würgen oder starken Speichelfluss haben, solltest du einen Tierarzt aufsuchen, da dein Hund möglicherweise eine Flüssigkeitstherapie benötigt.

9. Wunden

Kleine Wunden und Verletzungen können oft zu Hause versorgt werden, während großflächige und tiefe Wunden in der Regel von einem Tierarzt genäht und behandelt werden müssen. Wenn dein Hund Schwierigkeiten beim Stehen oder Gehen hat, stark blutet oder Schmerzen oder einen Schock zu haben scheint, suche sofort einen Tierarzt auf. Bei starken Blutungen sollte der Hund ruhig gehalten werden. Lege einen fest sitzenden Druckverband an, um den Blutfluss zu stoppen und die Wunde zu schützen. Wenn die Blutung auf diese Weise nicht gestoppt werden kann, muss eine weitere Lage angelegt werden und dieser Schritt ist bei Bedarf zu wiederholen. Trage deinen Hund wenn möglich und halte ihn auf dem Weg zum Tierarzt ruhig.

Oberflächliche Wunden oder Schürfwunden können in der Regel zu Hause versorgt werden. Das Wichtigste ist, dass die Wunde sauber und feucht gehalten wird. Spuele die Wunde mit sauberem, warmem Wasser oder mit Kochsalzlösung (1 Teelöffel Salz in 500 ml abgekochtem Wasser). Spüle Schmutz und Fremdkörperrückstände aus der Wunde heraus. Größere Fremdkörper müssen von deinem Tierarzt entfernt werden. Trage sauberes Wundhydrogel ohne medikamentöse Bestandteile auf die Wunde auf und decke sie mit einer sterilen Wundauflage ab. Überprüfe den Verband regelmäßig und mache in den ersten drei Tagen einen täglichen Verbandswechsel. Verwende einen Halskragen oder einen Body, um deinen Hund daran zu hindern, sich den Verband abzureißen. Wir empfehlen, die Spaziergänge kurz zu halten, bis die Wunde vollständig verheilt ist, denn Bewegung und die Kontamination verlangsamen die Wundheilung. Pfotenschuhe sind hilfreich, um Pfotenverbände im Freien sauber und trocken zu halten.

Verdünntes Chlorhexidin wie z.B. Hibiscrub (1:20 verdünnt) kann für stark kontaminierte Wunden in den ersten 24 Stunden oder für die erste Reinigung einer Wunde verwendet werden; eine längere Anwendung verlangsamt jedoch die Heilung, da es auch empfindliche, heilende Zellen schädigt. Es ist wichtig, keine schädlichen Chemikalien wie Alkohol oder Jod zu verwenden, welche empfindliche Zellen zerstören und die Wundheilung verzögern. Salben und Produkte auf Öl-und Paraffinbasis sollten aus dem gleichen Grund nicht angewendet werden.

Wunden, die sich durch alle Hautschichten ziehen, oder solche die sehr tief oder mehr als 1 cm lang sind, müssen immer von einem Tierarzt behandelt werden. Wunden sollten idealerweise innerhalb von 4-6 Stunden genäht werden. Wunden, die sich über einem Gelenk befinden müssen ebenfalls von einem Tierarzt untersucht werden. Andere Wunden, z.B. tief im Fell oder an Stellen wo es viel Fett gibt, können schwieriger zu beurteilen sein, weshalb wir empfehlen, tierärztlichen Rat einzuholen. Lies mehr in unserem Artikel über Erste Hilfe beim Hund.

10. Sonnenbrand

Genau wie wir Menschen können auch Hunde einen Sonnenbrand bekommen. Hunde mit dünner Haut oder sehr dünnem Fell sind am stärksten gefährdet. Hunde mit rosa Haut haben weniger des wichtigen Schutzpigmentes Melanin in der Haut enthalten, wodurch das Sonnenbrandrisiko steigt. Hunde können ebenfalls wie wir Menschen ein erhöhtes Risiko haben, an Hautkrebs zu erkranken, wenn sie einen Sonnenbrand bekommen. Um einem Sonnenbrand vorzubeugen, wende an allen der Sonne ausgesetzten Stellen einen speziell für dein Haustier gemachten, parfümfreien Sonnenschutz an. Im Zweifelsfall ist es immer am besten, dem Hund ausreichend Zugang zu kühlen, schattigen Plätzen anzubieten und längere Aufenthalte in der direkten Sonne zu vermeiden.

11. Ertrinken

Hunde sind in der Regel gute Schwimmer, aber jedes Jahr ertrinkt trotzdem eine ganze Reihe von Hunden. Wenn ein Hund von einem Boot, vom Beckenrand aus oder einem Steg ins Wasser fällt, kann es mitunter sehr schwierig sein, ihn wieder aus dem Wasser zu holen, insbesondere wenn es sich um einen schweren Hund handelt. Ist der Hund nicht dazu in der Lage, alleine herauszuklettern, besteht immer die Gefahr des Ertrinkens, selbst unter Aufsicht. Ein Hund, der im Wasser ist, schwimmt so lange wie möglich, wird aber nach einer Weile erschöpft sein. Wenn ein Hund versehentlich ins Wasser fällt, gerät er in Panik und wird deshalb noch schneller erschöpft sein. Ein Hund, der in Panik gerät, kann auch sehr schwer aus dem Wasser zu retten sein, besonders dann, wenn er keine Schwimmweste trägt.

Um einem Hund, der Wasser verschluckt hat, zu helfen, ist eine schnelle Reaktion erforderlich. Kleine Hunde hält man am besten senkrecht, mit dem Kopf zum Boden gerichtet, damit das Wasser durch die Schwerkraft nach unten herausfließen kann. Bei größeren Hunden ist es einfacher, sie auf die Seite zu legen, idealerweise etwas schräg gelagert, sodass Kopf und Hals tiefer liegen als der Rumpf, damit so das Wasser ablaufen kann. Ziehe die Zunge vorsichtig nach vorne und lagere sie so, dass sie aus einer Seite des Mauls hängt. Vergewissere dich, dass sich nichts im Maul befindet und die Atemwege frei sind.

Sollte der Hund nicht atmen, muss eine Herz-Lungen-Massage zur Wiederbelebung durchgeführt werden. Wende dich an deinen Tierarzt, um Anweisungen zu erhalten, was zu tun ist und welche Schritte vor dem Transport des Hundes in die Tierklinik zu unternehmen sind. Trockne den Hund ab, damit er sich auf dem Weg zum Tierarzt nicht unterkühlt.

Wie kannst du verhindern, dass dein Hund ertrinkt?

  • Benutze immer eine Schwimmweste, wenn ihr auf einem Boot oder in der Nähe eines Hafens seid, auch wenn dein Hund generell sehr folgsam ist. Hundeschwimmwesten haben einen Griff an der Oberseite, wodurch sie leichter hochzuheben sind.
  • Binde einen Hund mit Rettungsweste niemals an, denn wenn er versucht, ins Wasser zu springen und sich an der Leine zu verfängt, kann es zu tödlichen Unfällen kommen.
  • Helfen deinem Hund, aufs Boot zu kommen und wieder herunter, damit er nicht ausrutscht.
  • Sorge dafür, dass dein Hund einen geschützten Liegeplatz an Bord hat.
  • Behalte deinen Hund in Wassernähe stets im Auge.

12. Kröten

Die Erdkröte (Bufo Bufo) kommt in ganz West- und Mitteleuropa vor. Diese Kröten haben Drüsen auf ihrem Rücken, die ein bestimmtes Gift absondern. Wenn ein Hund an einer solchen Kröte leckt oder sie im Maul trägt, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. Dazu zählen Hypersalivation (vermehrtes Speicheln) mit Schaumbildung im Maul, Erbrechen und Unruhe. Das Zahnfleisch kann sich leuchtend pink färben, die Hunde werden versuchen, sich mit den Pfoten über das Maul zu fahren und eventuell anfangen zu winseln. Das Maul sollte mit reichlich klarem Wasser gespült werden. Achte darauf, dass der Hund das Wasser nicht verschluckt. Wenn sich innerhalb von zwei Stunden nach dem Krötenkontakt keine weiteren Symptome entwickeln, ist keine ernsthafte Vergiftung mehr zu erwarten. Bei jeglichen Bedenken, kontaktiere bitte einen Tierarzt.

13. Madenbefall

Fliegenlarven befallen Hunde vor allem in den Sommermonaten, wenn das Wetter warm ist. Adulte Fliegen werden von Wunden, Kot und einer heißen, feuchten Umgebung angezogen. Sie legen ihre Eier in warmem und feuchtem Fell ab, welches mit Fäkalien, Urin oder Wundsekret verunreinigt ist. Bereits nach 24 Stunden schlüpfen aus diesen Eiern Larven, die sich in die beschädigte Haut fressen können. Dieser Madenbefall ist für den Hund sehr schmerzhaft. Die Larven sind weiß und 5-10 mm lang. Wenn sie nicht schnell genug gefunden werden, können sie schwere Schäden anrichten. In schweren Fällen kann der Befall tödlich enden. Hunde mit dichtem Fell und solche, die Vorerkrankungen wie Durchfall oder Erkrankungen der Harnwege hatten, sind besonders gefährdet. Madenbefall ist auch für Kaninchen ein ernstes Problem, besonders im Frühjahr und Sommer. Lesen Sie in unserem Fachartikel mehr darüber, wie Kaninchen geschützt werden können.

Solltest du Maden auf deinem Hund entdecken, bringe ihn umgehend zu deinem Tierarzt. Das Problem erscheint erst oft weniger schlimm, als es ist, weil sich die Larven tief in das Gewebe eingraben und auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Beim Tierarzt wird dem Hund ein Schmerzmittel verabreicht, weil der Madenbefall sehr schmerzhaft ist. Das Fell an der betroffenen Stelle wird geschoren und alle sichtbaren Fliegenlarven entfernt. Auf die Schmerzlinderung folgt eine antiparasitäre Behandlung. Um Madenbefall zu verhindern, überprüfe die Haut deines Hundes täglich auf Anzeichen von Hautwunden, Hautreizungen oder Verunreinigungen von Kot. Falls nötig, bade deinen Hund mit speziellem Hundeshampoo und kürze sein Fell in den wärmeren Monaten.

14. Flöhe

Es gibt zwei Hauptarten von Flöhen, nämlich den Katzen- und den Hundefloh. Beide können sowohl Katzen als auch Hunde infizieren. Flöhe sind nicht wirklich gefährlich, können aber für Hunde sehr lästig sein, insbesondere der Katzenfloh. Der adulte weibliche Floh springt auf das Wirtstier, um seine Blutmahlzeit einzunehmen, bevor er sich wieder fallen lässt und seine Eier in der Umgebung ablegt (z.B. in Teppichen und weichen Einrichtungsgegenständen wie Hundekörbchen). Hier findet der restliche Lebenszyklus des Flohs statt.

Flöhe können schweren Juckreiz und Hautprobleme wie Haarausfall, Schuppen und Hautausschläge verursachen. Typisch betroffene Bereiche sind der hintere Rücken, die Flanken und das Gesäß. Einige Hunde und Katzen entwickeln eine Allergien gegen Flöhe, die so genannte “Flohspeichelallergie-Dermatitis” (FAD), die starken Juckreiz und häufig sekundäre Hautinfektionen verursacht. Lies in unserem Fachartikel mehr über Flöhe bei Hunden und Katzen und wie man sie am besten wieder los wir.

15. Mit dem Hund ins Ausland reisen

Viele Tierbesitzer nehmen ihren Hund gerne mit in den Urlaub, entweder ins heimische Gefilde oder ins Ausland. Hierfür ist es wichtig zu wissen, dass das Reisen ins Ausland gewisse Risiken bergen kann. In einigen Regionen Deutschlands ist das Aufkommen von Zecken deutlich höher als in anderen Regionen, daher ist es wichtig, sich rechtzeitig um vorbeugende Behandlungen wie einen Ektoparasitenschutz zu kümmern, um die Ansteckung mit von Zecken übertragbaren Krankheiten wie z.B. der Lyme-Borreliose zu verhindern. Für Reisen innerhalb Europas sind ein Heimtierausweis, eine aktuelle Tollwutimpfung und eine Antiparasitenbehandlung erforderlich. Die Organisation einer Reise kann viel Zeit in Anspruch nehmen, plane daher bitte mindestens 3 Monate im Voraus, um Enttäuschungen zu vermeiden. Bestimmte Parasiten und infektiöse Hundekrankheiten sind in anderen Ländern im Vergleich zu Deutschland viel häufiger anzutreffen. In manchen Fällen kann es mehr Sinn machen, einen Hundesitter oder eine Hundepension für deinen Hund zu finden, solange du im Urlaub bist. Lies unseren Fachartikel für genauere Informationen über Reisen innerhalb und außerhalb Deutschlands mit deinen pelzigen Freunden.

16. Andere Sommergefahren

Schlangenbisse

Sommerhitze zieht Schlangen an, die sich in der Sonne aalen, um ihre Körpertemperatur zu erhöhen. Glücklicherweise sind Schlangenbisse in Deutschland überaus selten. Es gibt zwei giftige Schlangenarten in Deutschland, die Kreuzotter und die Aspisviper. Die Kreuzotter kommt in Mooren und Heiden in Norddeutschland, in östlichen Mittelgebirgen und alpinen Regionen vor. Ihre Bisse sind für Tiere und Menschen giftig. Wenn ein Hund von einer Kreuzotter gebissen wird, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Es ist wichtig zu wissen, was zu tun ist, wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund gebissen wurde. In der Regel wirst du selbst die Schlange nur selten sehen, aber vielleicht hörst du, wie dein Hund plötzlich aufjault und von einer bestimmten Stelle wegläuft. Ein Hund, der von einer Schlange gebissen wurde, wird schnell müde werden. An der Einbissstelle entwickelt sich eine große, schmerzhafte Schwellung, oft um die Nase oder am Bein. Wenn dein Hund gebissen wurde, halte ihn so ruhig wie möglich, um zu verhindern, dass sich das Gift ausbreitet. Bringe dein Haustier sofort in die nächste Tierklinik. Die Behandlung erfordert oft einen stationären Aufenthalt, um intravenöse Infusionen zur Giftausscheidung verabreichen zu können, in Kombination mit schmerzlindernden Mitteln und der Überwachung des Tieres. Lies unseren Artikel für weitere Informationen über die Behandlung von Schlangenbissen bei Hunden.

Wasserrute

Diese wird auch als Limbertail-Syndrom, Hängerute oder Hammelschwanz bezeichnet. Der medizinisch korrekte Name lautet “akute kaudale Myopathie” und ist eine relativ häufig vorkommende Erkrankung bei sportlich geführten Hunden. Sie wird durch eine mangelnde Blutversorgung (Ischämie) der Schwanzmuskulatur verursacht, die in der Regel nach dem Schwimmen oder nach langem Aufenthalt im Freien bei kaltem oder nassem Wetter auftritt. Eine schlaff herabhängende Rute bestätigt in der Regel die Diagnose. Die Behandlung umfasst das vorsichtige Auflegen von Wärmepackungen auf die betroffene Stelle, die von deinem Tierarzt verschriebenen Medikamente zur Schmerzlinderung und viel Ruhe. Die Prognose für eine vollständige Genesung ist sehr gut, die meisten betroffenen Hunde werden innerhalb weniger Tage ihren Muskeltonus und somit ihr Schwanzwedeln wiedererlangen, aber in manchen Fällen kann die Genesung bis zu einer Woche dauern.

Angelhaken

Hunde, die mit ihren Besitzern auf Angeltour gehen, laufen in Gefahr, einen Angelhaken ins Maul oder in die Haut zu bekommen. Die meisten Angelhaken haben einen Widerhaken, um das Ablösen des Fisches zu verhindern. In diesem Fall darfst du keinen Versuch unternehmen, den Haken herauszuziehen, da du auf diese Weise weitere Gewebeschäden verursachen kannst oder der Hund vor Schmerzen beißen kann. Versuche stattdessen, den Haken nach vorne durch die Haut zu drücken oder schneide den Haken mit einer Zange durch, um ihn sicher entfernen zu können. Das ist nicht immer einfach, besonders wenn der Hund gestresst ist und sich bewegt. In vielen Fällen müssen Angelhaken durch einen Tierarzt und erst nach der Verabreichung eines Beruhigungs- und Schmerzmittels entfernt werden. In der Regel heilen die Wunden sehr schnell und müssen nicht genäht werden.

Hast du noch Fragen?

Dann buche einen Videocall für ein Gespräch mit einem unserer Tierärzte



Mehr Artikel über Hund